2026-05-07 Nein zur SVP Schweiz! ================================ Die "10 Millionen Schweiz" der SVP ist ein gruseliger Abgrund. Ich will nicht wie in einem Zoo leben, umringt von Heile-Welt-Träumern, die nichts von unseren Nachbarländern wissen wollen, die keinen Respekt vor den Menschenrechten haben. Wer nicht mehr weiss, wie bescheuert es früher war, soll sich Die Schweizermacher aus dem Jahr 1978 nochmal anschauen. Das ist keine tolle Welt und dahin will man nicht zurück. Dafür schämt man sich und verspricht, bessere Lösungen zu finden. Die Zukunft ist vorne, nicht in den siebziger Jahren. Wer sich dabei nichts Schlimmes vorstellen kann, ist zu wenig gereist, hat zu wenig die Augen aufgemacht, hat sich nie in Ausländer verliebt, hat keine Verwandten im Ausland, hat keine Vorfahren, die eingewandert sind, oder hat nicht gehört, wie schlimm es war. Die heile Welt von früher gab es nur für diejenigen, die nicht hingeschaut haben. Diese schöne Welt ist Tourismuswerbung, nicht Realität. Die Fremdenpolizei von morgen ist das ICE von heute. Schaut nach Amerika und an die europäische Aussengrenze, um zu sehen, wohin der Weg geht. Kinder in Käfigen. Eltern von Kindern getrennt. Die Ausländer, verfolgt, getreten, bespuckt, zurück gestossen, ausgeraubt, ertrunken gelassen. Das ist die Zukunft, die immer näher kommt. Das will man nicht unterstützen. Wer pflegt uns im Alter, wer erntet unsere Felder, wer reinigt unsere Büros, wer arbeitet für wenig Geld? Die Ausländer. Dass man in der Pflege und bei der Feldarbeit und bei der Reinigung so wenig Geld verdient, ist schon Schande genug für unser Land. Es ist aber eine Illusion, zu glauben, dass alles besser wird, wenn wir Ausländer verjagen und verfolgen. Niemand ist arbeitslos, weil schlecht bezahlte Ausländer ihnen den Job weggenommen haben. Die Arbeitgeber haben die Löhne gedrückt, bis nur noch die schlecht bezahlten Ausländer die Arbeit gemacht haben. Die Fremdenfeindlichkeit erledigt keine Arbeit, sie vertreibt nur die Arbeitswilligen. Dann erledigt halt keiner die Arbeit. Das macht hinten und vorne keinen Sinn. Das ist keine Politik mit Weitsicht. Wer zahlt für unsere AHV ein, wenn nicht die jungen Leute, die hier arbeiten, inklusive Ausländer? Wenn wir sie vertreiben, wird das Elend im Alter noch schlimmer. Denn eins ist klar, die reichen Schweizer werden die AHV nicht bezahlen! Die Löhne in der Pflege werden nicht steigen. Also müssen die schweizer Frauen mehr Kinder kriegen? Ja wie denn, zahlen die reichen Schweizer wenigstens die Kindertagesstätten? Oder verbieten wir die Abtreibung, zwingen die Frauen zur Austragung, eröffnen mehr Kinderheime? Ausländer vertreiben ist doch kein Plan! Das ist einfach nicht überlegt. Wenn wir Arbeitskräfte brauchen und Ausländer kommen, dann ist das super! Sie sollen kommen und wir sollten sie einbürgern, damit sie mit entscheiden können. Das ist gerecht. Das ist eine Entscheidung, für die wir uns in dreissig Jahren nicht schämen müssen. Das hat Zukunft. Das Manifest der @woz@troet.cafe gegen die unsägliche 10 Millionen Initiative der SVP unterstütze ich voll und ganz: 10 Millionen Mal Nein. Ein Bild von mir und mein Name, und darüber steht: 10 Millionen Mal Nein. Nein zur SVP Schweiz! #Schweiz 2026-06-14. Once again, Switzerland manages to barely stay humane. Like a few journalists I read in recent weeks I am so fucking tired of the xenophobic discussions, the need to defend the humanity of it all. But hey, at least made for another few years. We rejected the 10-Million limit for permanent residents. My wife is sitting in the sofa next to me and scrolling through the results by community – and judging them. The initiative was rejected. The cantons rejected it 13 to 10 and the popular vote rejected it with 54.79%. The map shows that all the French speaking cantons rejected it. Thank you! The Italian speaking canton was in favour and the retro German speaking cantons were in favour, too. Shame. Abstimmungskommentar in der WOZ: > 55 Prozent Nein sind eine Absage. An einen Bevölkerungsdeckel und an > die flächendeckende Entrechtung von Migrant:innen. An eine Schweiz, > die nach den Regeln der SVP zu funktionieren hat. In dieser > Deutlichkeit liegt eine Klärung: Die Stimmungsbilder, die die SVP in > den letzten Monaten erzeugt hat und die medial multipliziert wurden, > haben mit den erlebten Realitäten in der Schweiz nur wenig zu tun. > -- Ein Feiertag der offenen Schweiz 2026-06-15. Wir sind beide im Aargau in der Region Baden aufgewachsen und leben jetzt in Zürich – und es ist schon grausam, wie es ausserhalb der Stadt Zürich und Baden aussieht. Da kann man sich die Gemeinden einzeln anschauen und sich immer wieder schütteln. 🫣 Zürich. Die Stadt hat die ausländerfeindliche Initiative abgelehnt, aber ausserhalb, wo es kaum Ausländer gibt, wurde die fremdenfeindliche Initiative angenommen. Aargau. Gleiches Bild: In den Gemeinden um Aarau, Baden, Brugg und Lenzburg wurde die ausländerfeindliche Initiative abgelehnt. Dort, wo es viel weniger Ausländer gibt, wurde sie angenommen. Da ich in der Stadt wohne, finde ich das schwierig zu verstehen. In der Gemeinde, wo ich aufgewachsen bin, waren die Hälfte der Kinder in meiner Klasse Gastarbeiterkinder, also Italiener. Ich gehe davon aus, dass sie sich inzwischen alle haben einbürgern lassen. Ausserdem habe ich nicht den Eindruck, dass die Gegend besonders arm war, oder unter einer Ausländerangst gelitten hat. Also, trotz entsprechenden Vorfahren, trotz langer gemeinsamer Geschichte, trotz materiellem Wohlstand: Zustimmung 52% bis 68% in den Gemeinden, wo ich zur Schule ging: Döttingen, Klingnau, Böttstein, Leuggern. Leibstadt und Mandach bei 72% und 73%. Grausam! Das passt leider. Oft habe ich das Argument gehört, dass ohne die Ausländer die Pflege, die Reinigung, das Gastgewerbe und was weiss ich noch alles leiden wird. OK, aber Vorsicht mit der Argumentation! Schnell sind einem die Worte dann im Mund umgedreht: Wenn man wirtschaftlich nicht nützlich wäre, dann dürfte man ausgeschafft werden? Deswegen lieber gleich mit der Nächstenliebe argumentieren! > Seit Monaten weiss ich, dass der Abstimmungskampf schlimm werden > wird. Ich kenne keine Schweiz ohne solche Kampagnen. Keine Schweiz, > in der ich mich nicht für meine blosse Anwesenheit bedanken muss. > Keine Schweiz, die mich als ihre Bürgerin sieht. -- Willkommen sind > wir trotzdem nicht, von Swassthi Sivasanmukanatha Sarma, für Das > Lamm Ein starker Text, der genau hier den Finger drauf hält. Es geht darum, dass Menschen gekommen sind. Menschen. Alles andere ist zweitranging.