Günther Uecker wurde 1930 in Wendorf geborene und wuchs auf der Halbinsel Wustrow auf. In der DDR zum Reklamegestalter ausgebildet, siedelte er 1953 nach Westberlin über und zog 1955 nach Düsseldorf. An der Kunstakademie studierte er bei Holzschneider Otto Pankok und wirkte dort selbst rund 20 Jahre als Professor. Bis zu seinem Tod war Düsseldorf Zentrum seines Schaffens. Der avantgardistischen ZERO-Gruppe, die Heinz Mack und Otto Piene 1958 gründeten, trat Uecker 1961 bei. Aber vor allem brachte er den Zimmermannsnagel in die Kunst ein. Uecker beschlug Leinwände, aber auch Objekte wie Stühle, Klaviere oder Nähmaschinen mit Nägeln. Für ihn waren die Nagelfelder immer auch tagebuchähnliche Seelenlandschaften, die er "Empfin-dungswerte aus der Zeit" nannte. Uecker reiste mit einer humanitären Friedensbotschaft um die Welt und stellte in zahllosen Ländern aus, auch in Diktaturen und totalitären Staaten. Er malte Aschebilder nach der Tschernobyl-Katastrophe, kämpfte für das Volk der Navajo und stellte auf Stoffe gemalte Menschenrechtsbotschaften in Peking aus. .