Peymann trat 1999 am einstigen Brecht-Theater am Schiffbauerdamm an. Bis zu seinem Abschied im Sommer 2017 feierte er am Berliner Ensemble Zuschauerrekorde und ärgerte sich über Kritiker, die seine Klassiker-Inszenierungen als altbacken bezeichneten. Auch nach jahrzehntelanger Karriere kämpfte Peymann, der 1937 in Bremen geboren wurde, mit Leidenschaft für das Theater. Dabei war er nie zimperlich. Er teilte verbal gern aus. "In meiner Gegenwart kann man sich nicht langweilen", sagte er einmal. "Aber ich bin natürlich auch nicht zum Aushalten." Bei seinem Abschied vom Berliner Ensemble sagte der damals 80-Jährige: "Das Entscheidende am Theater ist die Liebe." Schlagzeilen machte Peymann auch jenseits der Bühne mit politischen Äußerungen und Aktionen. Er zeigte Solidarität mit dem Dramatiker Peter Handke, als der wegen seiner SerbienSympathie in der Kritik stand. Peymann selbst wurde scharf kritisiert, als er 2008 dem ehemaligen RAF-Terroristen Christian Klar ein Praktikum an seinem Theater anbot. .