====================================================================== = Berliner Kairo-Ausstellung 1896 = ====================================================================== Introduction ====================================================================== „Araber von der Ausstellung ‚Kairo‘. Auf dem Gewerbegericht 1896“. Die Männer hatten gegen die Arbeits- und Lebens­bedingungen in der Ausstellung geklagt. Die Berliner Kairo-Ausstellung 1896 war eine Völkerschau und fand gleichzeitig mit der von Mai bis Oktober 1896 andauernden Berliner Gewerbeausstellung und der Berliner Kolonialausstellung statt. Auf einem etwa 36.000 m2 großen Ausstellungsgelände südlich des Treptower Parks und damit in direkter Nachbarschaft zur Gewerbe- und Kolonialausstellung wurden sowohl altägyptische Monumente als auch eine Kairoer Einkaufsstraße nachgebildet. Zu sehen waren unter anderem verschiedene Tempelbauten sowie ein 35 Meter hoher Nachbau der Cheops-Pyramide. In der Einkaufsstraße gab es diverse Restaurants, Geschäfte und Basare. Ergänzt wurde die Anlage durch weitere Gebäude wie Moscheen, Stadttore, eine Koranschule und einen Harem. Die vom Impresario Willy Möller (1858-1900) aus Hamburg organisierte und unabhängig von der Gewerbeausstellung und mit Hilfe von im Handel mit Ägypten tätigen Unternehmen finanzierte Kairo-Ausstellung war - gemessen an der Zahl der Darsteller - eine der größten jemals im Deutschen Reich gezeigte Völkerschauen. Etwa 400 als „Araber“ bezeichnete Personen, darunter zahlreiche Frauen und Kinder, wurden zur Schau gestellt. Die Schau zählte nach Angaben der Veranstalter über zwei Millionen Besucher. Impresario ====================================================================== Willy Möller begann - anfangs zusammen mit seinem Bruder, dem Tierhändler Heinrich Möller aus St. Pauli - 1880 mit der Zurschaustellung indigener Menschen. Ihre erste Völkerschau der Nubier 1880 war ganz an die zeitgleich stattfindenden Nubier-Völkerschauen von Carl Hagenbeck angelehnt. Möller spezialisierte sich in den folgenden Jahren auf die Rekrutierung großer Völkerschauen mit indigenen Menschen aus Nordafrika. Er organisierte 1890 eine Völkerschau-Tournee „Beduinenkarawane aus der libyschen Wüste“ mit etwa 100 Darstellern sowie weitere große Völkerschauen der „Schuli-Truppe“ oder einer „Dinka-Karawane“, bevor er die „Sonderausstellung Kairo“ 1896 in Berlin veranstaltete. Die „Kairo“-Ausstellung war sein größtes Unternehmen, das er anfänglich noch als eine gewöhnliche Völkerschau geplant hatte, dann aber aufgrund seiner vielfältigen Kontakte nach Ägypten zu einem großen Ausstellungsgelände mit zahlreichen Nachbauten ägyptischer Monumente und Straßenzüge ausbaute. Möller zeichnete bei der Kairo-Ausstellung sowohl für die Anwerbung der zur Schau gestellten Personen als auch zahlreicher ethnografischer Ausstellungsobjekte Verantwortung. Er führte anschließend noch weitere Beduinen-Völkerschauen durch. Möller verstarb im Februar 1900 mit 41 Jahren an Tropenfieber. Vorgeschichte und Planungen ====================================================================== Vorläufer der Berliner Kairo-Ausstellung (auch 'Special-Ausstellung Kairo' oder 'Kairo in Berlin' genannt) war die Pariser Weltausstellung 1867, bei der es erstmals eine Kairo-Ausstellung mit einer „Rue de Caire“, der Nachbildung einer orientalisch anmutenden Straße, gegeben hatte. Seither wurde diese zu „einem fast unabdingbaren Ausstellungsklassiker“ - so bei der Pariser Weltausstellung 1889 mit 300 zur Schau gestellten Personen sowie auch 1893 in Chicago oder 1894 in Antwerpen. Laut George Steinmetz bemühten sich die Berliner Organisatoren die früheren „Rue de Cairo“-Ausstellungen zu übertreffen - durch ihre Ausmaße, die Planung mit „deutscher Gründlichkeit“ sowie Verzicht auf allzu theatralische Inszenierungen. „Uebersichts-Plan“, 1896In Deutschland gründete sich das Interesse auf die herrschende Ägyptomanie und zudem auf die - seit den 1880er Jahren intensivierte - Orientpolitik, um kulturelle und wirtschaftliche Beziehungen zum Ägypten unter britischer Kolonialherrschaft aufzubauen. So kann die 'Kairo'-Ausstellung auch als „Tribut an den Wettkampf der Metropolen und Nationen um den Besitz und die Repräsentation des Orients“ verstanden werden. Hinten: Kairo-Ausstellung mit Nach­bil­dung der Cheops-Pyramide, Foto von 1896 Maßgeblich für die Finanzierung der Ausstellung parallel zu der als „verhinderte Weltausstellung“ geltenden Berliner Gewerbeschau von 1896 waren im Ägypten-Handel tätige deutsche Unternehmen - insbesondere aus Kunsthandwerk, Exporthandel und Tourismus: Diese vermarkteten in der 'Kairo'-Ausstellung ihre Waren und Dienstleistungen. Für die Durchführung wurde im Juli 1895 die Gesellschaft Kairo gegründet, die im April 1897 wieder aufgelöst wurde. Die Gestaltung lag in den Händen von Baumeister Gabriel Wohlgemuth (1850-1898), Gründer der Berliner Baugenossenschaft. Bereits im August 1895 wurde mit dem Aufbau begonnen. Die Beschaffung von Exponaten wurde auch vom deutschen Generalkonsul Edmund von Heyking, dem ägyptischen Khediven Abbas II. und dem ägyptischen Bildungsminister unterstützt. Ausstellungsgelände ====================================================================== Die Berliner 'Kairo'-Ausstellung fand vom 1. Mai bis zum 30. Oktober 1896 statt und durfte zwei Wochen länger geöffnet bleiben als die Gewerbe- und Kolonialausstellung. Sie war mit 36.577 m2 weit größer als die Kairo-Völkerschauen in Paris, Chicago oder Antwerpen. Das Gelände von 200 mal 170 m war von einem hohen Holzzaun umgeben und befand sich direkt am Ausstellungsbahnhof an der Görlitzer Bahn. Auf einer idealtypischen orientalischen Einkaufsstraße sollte das „moderne Kairo“ gezeigt werden. Es gab Basare, Cafés, Restaurants und Geschäfte, in denen z. B. Schmuck, Teppiche und Möbel verkauft wurden, sowie Handwerksbetriebe wie Baumwollweberei, Töpferei und Schmiede. In einem als Harem gekennzeichneten Gebäude wurden Frauen zur Schau gestellt, die den voyeuristischen Blicken vor allem des männlichen Publikums ausgesetzt waren. In einer „Koranschule“ wurden die mitgereisten Kinder der Darsteller unterrichtet. In diesem Teil der Ausstellung waren auch größere Bauwerke wie Moscheen, Stadttore und Kalifengräber nachgebaut. Die Besucher konnten sich in der Moschee, in der Gebete und Gottesdienste der Darsteller stattfanden, über den islamischen Glauben informieren und erhielten Ratschläge zur angemessenen Etikette im Umgang mit den Arabern oder den Besuch eines Gottesdienstes. Völkerschau Kairo in Berlin 1896 Suk en Nabhasin.jpg|Einkaufsstraße „Sûk en-Nabhâsîn“ (Kupferschmiede-Basar) Berliner Gewerbe -Ausstellung 1896 Kairo SM 2016-0606,29 2.jpg|Einkaufsstraße „Gamelîje“ (Kamelbasar) Berliner Gewerbe -Ausstellung 1896 Kairo 1896 SM 2016-0606,23 2.jpg|„Automatische Bar“ Völkerschau Kairo in Berlin 1896 Moschee Kait Bey.jpg|Moschee „Kait Bey“ Außerdem wurden Nachbauten altägyptischer Monumente errichtet und als „publikumswirksame Verräumlichungs- und Verlebendigungsstrategien von Geschichte“ inszeniert. Das Gelände überragte eine 35 m hohe Imitation der Cheops-Pyramide: An der Stahlkonstruktion waren zwei Seiten der Pyramide aus Gips und Holz nachgebildet. Im Innern konnte eine Grabkammer besichtigt werden, in der Mumien aus den Berliner Museen ausgestellt wurden. Die Pyramide war nicht begehbar; mit einem elektrischen Fahrstuhl konnten die Besucher für 30 Pfennig aber auf eine Aussichtsplattform an der Spitze fahren. Weitere Bauwerke waren ein verkleinerter Nachbau des Horustempels von Edfu, ein nubischer Brunnentempel, Beamtengräber und ein Sphinx. Außerdem wurden eine große Arena sowie die Nachbildung eines Fellachendorfs mit dem Namen „el-Kafr“ errichtet. Es knüpfte an die „Eingeborenendörfer“ der benachbarten Kolonialausstellung an, sollte aber als besonders arm und rückständig scheinen, um das vermeintliche Elend der Ägypter unter britischer Kolonialherrschaft zu kritisieren. Berliner Gewerbeausstellung Sonderausstellung Kairo Cheops Pyramide.jpg|Etwa 35 m hohe Nachbildung der Cheops-Pyramide Berliner Gewerbe -Ausstellung 1896 Kairo SM 2016-0606,28 2.jpg|Blick auf den Pyramidenplatz Berliner Gewerbe -Ausstellung 1896 Kairo SM 2016-0606,26 2.jpg|Nachbildung des Horustempels von Edfu Berliner Gewerbe -Ausstellung 1896 Kairo SM 2016-0606,25 2.jpg|Innenhof des Horustempels Als Kaiser Wilhelm II. und Kaiserin Auguste Viktoria die Ausstellung zur Eröffnung am 1. Mai 1896 besuchten, waren die Bauten noch nicht ganz fertig gestellt. Sie hielten sich 45 Minuten in der Ausstellung auf, wo ihnen u. a. ein Reiterkampf der Beduinentruppen vorgeführt wurde. Der Kaiser soll am Ende geäußert haben: „Ich werde dem Khedive telegraphiren, wie sehr mir die Copie seines Kairo gefallen hat“. Eine weitere Attraktion der Kairo-Ausstellung war die damals noch wenig verbreitete elektrische Beleuchtung, was einen „magischen Eindruck“ auf die Besucher gemacht habe und auch längere Öffnungszeiten ermöglichte. Die Kairo-Ausstellung war damit Vorläufer bei der Einführung elektrischer Technologien in die Ausstellungskultur. Eintritt, Gesamtkosten und Besucherzahlen ====================================================================== Ermäßigungsgutschein aus einem Billetbuch zur Gewerbeschau, 1896 Im Zusammenhang der Berliner Gewerbeausstellung fanden mehrere Sonderausstellungen statt - neben der Kolonialausstellung auch die Ausstellung „Alt-Berlin“, außerdem ein Vergnügungspark und weitere Attraktionen. Sowohl für die Kolonialausstellung als auch für 'Kairo' waren separate Eintritte zu entrichten. Weil sich ihre Eingänge in unmittelbarer Nachbarschaft an der Köpenicker Landstraße befanden, wurden die beiden Schauen vom Publikum anfangs häufig verwechselt. Der reguläre Eintritt betrug 50 Pfennig; eine Dauerkarte konnte für 15 Mark (M) erworben werden. Zu Beginn warben die Veranstalter mit freiem Eintritt nach 19 Uhr. Die Kosten der Ausstellung sollen sich auf über 650.000 M belaufen haben. Am Ende konnte sie „ohne Gewinn und ohne Verlust“ abgeschlossen werden. Laut einem Zeitungsbericht vom 12. Mai wurden in den ersten zehn Tagen etwa 44.000 reguläre Eintrittskarten verkauft - bei der Kolonial-Ausstellung waren es 25.000. Bis Ende Oktober waren es über zwei Millionen Besucher. Zur Schau gestellte Personen ====================================================================== „Arabischer Riese von der Ausstellung ‚Kairo‘ und der Dien­er Schulze v. Gewerbegericht“. Der Mann klagte, weil er trotz Krankheit unter Prügel zur Arbeit gezwungen wurde. Er hatte mit seiner Klage keinen Erfolg. In der Kairo-Völkerschau sollen knapp 400 Personen zur Schau gestellt worden sein. Dabei handelte es sich sowohl um Beduinen als auch arabische Kaufleute und Handwerker. Nach ihrer ethnischen Zugehörigkeit soll es sich um ägyptische Araber und Nubier sowie um jeweils einige Fellachen, Kopten, Sudanesen, Abessinier, Palästinenser, Tunesier und Algerier gehandelt haben. Eine erste Gruppe von 59 Personen reiste bereits im März nach Deutschland, die restlichen erreichten Berlin am 20. April 1896. Möller hatte mit den Darstellern auch Tiere nach Berlin gebracht, darunter Pferde, Nilpferde, Pelikane, Strauße, Esel, Gazellen und Antilopen. Anders als bei der benachbarten Kolonialschau, bei der die meisten Namen der Darsteller genau dokumentiert wurden, gibt es kaum Informationen über die Personen aus Ägypten. Im „Offiziellen Führer durch die Special-Abteilung Kairo“ schrieb Carl Krug: Die Wohnhütten und Küchen am südwestlichen Rand des Ausstellungsgeländes waren für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Die Darsteller durften das Gelände nur unter Aufsicht verlassen. Inszenierung ====================================================================== Während der Kairo-Ausstellung fanden mehrmals täglich „Massenausstellungen“ in der Arena sowie Inszenierungen religiöser Feste statt. Die Vorstellungen umfassten insbesondere Tanzvorführungen und Schaukämpfe. Eine besondere Rolle spielte die musikalische Untermalung beispielsweise von der „Hofkapelle des Khediven“: „Die aus fünfzig arabischen Fellachen bestehende uniformirte Musik war die Hauptanziehung der Ausstellung ‚Kairo in Berlin‘ und concertirte auch vor dem deutschen Kaiser im Neuen Palais zu Potsdam.“ In der zeitgenössischen Berichterstattung wurde besonders der vorgebliche Realismus der Ausstellung hervorgehoben. So schrieb Paul Lindenberg im 'Pracht-Album' von 1896: „der Charakter des Ganzen“ entspreche „durchaus der Wirklichkeit. Personen, welche Egypten genau kennen, finden den Hauptreiz dieser Veranstaltung darin, dass sie auf Schritt Tritt den ihnen wohl vertrauten Menschen und Dingen Kairos begegnen“. Die muslimischen Darsteller der Kairo-Ausstellung wurden - anders als die der Kolonialausstellung - nicht zu den „Naturvölkern“ gezählt, sondern galten als „Halbkulturvölker“. Entsprechend fiel die Presseberichterstattung über die in der Kairo-Ausstellung zur Schau gestellten Menschen eher positiv aus. Konflikte ====================================================================== Während der sechs Monate dauernden Völkerschau fanden einige Konflikte in der Presse Beachtung, etwa körperliche Ausschreitungen oder der übermäßige Alkoholkonsum der Darsteller. So berichtete man Ende Mai, dass zehn Darsteller einen Kutscher verprügelt hätten und vier Polizisten nötig gewesen wären, den Konflikt zu beruhigen. Wie schon bei vorherigen Völkerschauen fanden auch sexuelle Beziehungen zwischen männlichen Darstellern und deutschen Frauen in der Presse Erwähnung. Im Juli wurden sieben Darsteller von der Ausstellung ausgeschlossen und durch andere ersetzt, weil sie angeblich Besucher belästigt hätten. Gelegentlich wurde in der Presse von Missständen während der Ausstellung berichtet. So reichte der „Riese Hassan Ali“ Klage ein, weil er unter Prügel zur Arbeit gezwungen worden sei. Auch andere Darsteller klagten gegen ihre Arbeits- und Lebensbedingungen und erschienen deshalb beim Berliner Gewerbegericht. Während sich das Gericht in der Sache des Riesen für unzuständig erklärte, wurde der Klage der „acht Derwische“ stattgegeben: Ihnen wurden jeweils 158,50 M ausstehende Gage gerichtlich zugesprochen. Auch die Botschaft des Osmanischen Reiches schaltete sich in den Konflikt ein. Zeitgenössische Rezeption ====================================================================== Die Kairo-Ausstellung wurde in der öffentlichen Wahrnehmung meist positiv beurteilt. Die 'Vossische Zeitung' etwa berichtete bereits zwei Tage vor der offiziellen Eröffnung: Der liberale Politiker Friedrich Naumann äußerte sich beispielsweise in seinen 'Ausstellungsbriefen': Nachwirkungen ====================================================================== 1911 fand im Berliner Lunapark eine weitere, allerdings weit kleinere Kairo-Ausstellung statt, auf der eine orientalische Straße nachgebildet wurde. 85 Personen aus Ägypten wurden zur Schau gestellt. Deutung ========= Während die Berliner Kolonialausstellung vor allem den Geltungsansprüchen des Deutschen Reichs als Kolonialmacht Ausdruck geben sollte, verfolgte die 'Kairo'-Ausstellung laut George Steinmetz einen anderen Anspruch. 'Kairo' wurde zumeist als immerhin „halbautonomer“ außereuropäischer und damit kulturell, wirtschaftlich und religiös weit eigenständiger Raum gezeigt, zugleich transportierte die Ausstellung mögliche Geltungsansprüche des Deutschen Reichs auf mehr Einfluss in Ägypten. Auch die Historikerin Jennifer Kopf sieht in der Vereinnahmung der Ausstellung durch den Kaiser und deutsche Politiker den Versuch, den politischen Anspruch auf Ägypten zu verstärken und eine größere Rolle im Orient zu spielen. Die Ausstellung habe zudem von ägyptischer Seite eine gewisse Unterstützung erfahren, indem der Khedive Abbas II. Zollermäßigungen und Kredite angeboten habe. Die Historikerin Katherine Arnold stellt in ihrem Aufsatz fest, dass erst die Kolonialausstellung im Zusammenspiel mit der Kairo-Ausstellung Berlin auf der Gewerbeschau als „imperiale Hauptstadt“ erscheinen ließ, wobei die Kairo-Ausstellung mehr Publikumszuspruch gefunden habe: „In placing these non-European exhibitions side-by-side, the German public comprehended, and rather preferred, the more subtle aspects of imperialism evident in Kairo as opposed to the aggressive conquest visible in the Kolonialausstellung“. Forschungsstand ================= Über die 'Kairo'-Ausstellung geben der Aufsatz 'Fashioning an Imperial Metropolis at the 1896 Berliner Gewerbeausstellung' (2021) von Katherine Arnold und die Magisterarbeit 'Exotische Welten - Die Inszenierung Ägyptens in der Sonderausstellung „Kairo“ der Berliner Gewerbe-Ausstellung von 1896' von Ines Roman am umfassendsten Auskunft. Einen Überblick zum Forschungsstand gibt Katherine Arnold, wobei sie darauf hinweist, dass 'Kairo' im Gegensatz zur gleichzeitigen Kolonialausstellung weit weniger Aufmerksamkeit erfahren habe. Einschlägige Publikationen sind außerdem die Arbeiten von Nana Badenberg, Rea Brändle, Britta Lange und George Steinmetz. Literatur ====================================================================== * Katherine Arnold: 'Fashioning an Imperial Metropolis at the 1896 Berliner Gewerbeausstellung.' In: 'The Historical Journal.' Cambridge University Press, Band 65, Ausgabe 3 (Juni 2022), S. 685-706, doi:10.1017/S0018246X21000467 ([https://www.cambridge.org/core/services/aop-cambridge-core/content/view/2EE8B29B19F1348E07372F7D24A98879/S0018246X21000467a.pdf/fashioning-an-imperial-metropolis-at-the-1896-berliner-gewerbeausstellung.pdf cambridge.org] [PDF; 384 kB]). * Nana Badenberg: 'Zwischen Kairo und Alt-Berlin. Sommer 1896: Die deutschen Kolonien als Ware und Werbung auf der Gewerbe-Ausstellung in Treptow.' In: Alexander Honold, Klaus R. Scherpe (Hrsg.): 'Mit Deutschland um die Welt. Eine Kulturgeschichte des Fremden in der Kolonialzeit.' J. B. Metzler, Stuttgart 2004, ISBN 3-476-02045-2, S. 190-199. * Rea Brändle: '„Wilde, die sich hier sehen lassen“. Jahrmarkt, frühe Völkerschauen und Schaustellerei.' Chronos, Zürich 2023, ISBN 978-3-0340-1707-7. * Anne Dreesbach: 'Gezähmte Wilde. Die Zurschaustellung „exotischer“ Menschen in Deutschland 1870-1940.' Campus-Verlag, Frankfurt am Main/New York 2005, ISBN 3-593-37732-2 (Zugl.: München, Univ., Diss., 2004). * Jennifer Kopf: 'Picturing Difference. Writing the Races in the 1896 Berlin Trade Exposition’s Souvenir Album.' In: 'Historical Geography.' Jg. 2008 (36), , S. 112-138 ([https://dhjhkxawhe8q4.cloudfront.net/nebraska-journals-wp/wp-content/uploads/2020/01/15212159/06HG36-Kopf.pdf cloudfront.net] [PDF; 697 kB]). * Britta Lange: 'Geschichte als Argument. Deutsche Kolonien und deutsche „Heimat“ in der Berliner Gewerbeausstellung 1896 und in der Retrospektive 1996/2007.' In: 'Jahrbuch für Politik und Geschichte.' Band 4 (2013), ISBN 978-3-515-10676-4, S. 67-86, doi:10.25162/9783515107068. * Ines Roman: 'Exotische Welten - Die Inszenierung Ägyptens in der Sonderausstellung „Kairo“ der Berliner Gewerbe-Ausstellung von 1896.' Magisterarbeit. Münster 2009, doi:10.11588/propylaeumdok.00001114 ([https://archiv.ub.uni-heidelberg.de/propylaeumdok/1114/1/Magisterarbeit_Ines_Roman.pdf uni-heidelberg.de] [PDF; 2,6 MB]). * George Steinmetz: 'Empire in three keys. Forging the imperial imaginary at the 1896 Berlin trade exhibition.' In: 'Thesis Eleven.' Jg. 2017 (139), Nr. 1, , S. 46-68, doi:10.1177/0725513617701958. Zeitgenössische Literatur =========================== * Carl Krug: 'Offizieller Führer durch die Special-Abteilung Kairo der Berliner Gewerbe-Ausstellung.' Verlag des „Kleinen Journals“, Berlin 1896, ([https://digital.zlb.de/viewer/image/34209966/ Scan] - zlb.de). * Carl Krug: 'Die Sonderausstellung Kairo.' In: Fritz Kühnemann u. a. (Hrsg.): 'Berlin und seine Arbeit. Amtlicher Bericht der Berliner Gewerbeausstellung 1896.' D. Reimer Verlag, Berlin 1898, S. 867-873, ..([https://digital.zlb.de/viewer/image/34220091/889/ Scan] - zlb.de). * Paul Lindenberg: 'Pracht-Album fotografischer Aufnahmen der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896.' Werner Verlag, Berlin 1896, S. 43-48: 'Kairo.' (). * 'Ansichten von Kairo in der Berliner Gewerbeausstellung 1896.' Kaufmann, Berlin 1896 ([https://digital.zlb.de/viewer/image/34207340/1/ Scan] - zlb.de). * 'Illustrierter Amtlicher Führer durch die Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896.' Verlag der Expedition des Amtlichen Führers, Berlin 1896 ([https://digital.zlb.de/viewer/image/34207112/232/ Scan] - zlb.de). Weblinks ====================================================================== * Alexander C. T. Geppert: [https://www.diegeschichteberlins.de/geschichteberlins/berlin-abc/stichworteag/975-weltstadt-fuer-einen-sommer-die-berliner-gewerbeausstellung-1896-im-europaeischen-kontext.html 'Weltstadt für einen Sommer. Die Berliner Gewerbeausstellung 1896 im europäischen Kontext.'] In: 'diegeschichteberlins.de,' ohne Datum, abgerufen am 15. November 2025 (zuerst veröffentlicht in: 'Mitteilungen des Vereins für die Geschichte Berlins.' Band 103, Nr. 1, Januar 2007, S. 434-448). Einzelnachweise ====================================================================== Kategorie:Völkerschau Kategorie:Veranstaltung 1896 Kategorie:Ausstellung in Berlin License ========= All content on Gopherpedia comes from Wikipedia, and is licensed under CC-BY-SA License URL: http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/ Original Article: http://en.wikipedia.org/wiki/Berliner_Kairo-Ausstellung_1896 .