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       # taz.de -- Konflikt im Osten der Ukraine: Arbeit an Sanktionen dauert an
       
       > Prorussische Aktivisten halten im Osten der Ukraine Verwaltungsgebäude
       > besetzt. Die Regierung in Kiew hat ihnen nun im Falle eines Rückzugs
       > Straffreiheit garantiert.
       
   IMG Bild: Harren nach wie vor um und in der Geheinmdienstzentrale im ostukrainischen Lugansk aus: prorussische Aktivisten.
       
       KIEW/BRÜSSEL/MOSKAU/BERLIN dpa/afp/rtr | Die ukrainische Regierung hat den
       prorussischen Demonstranten in der Ostukraine im Fall ihres Rückzugs
       Straffreiheit in Aussicht gestellt. „Wenn sie ihre Waffen niederlegen und
       die Verwaltungsgebäude verlassen, garantieren wir, dass wir keine
       strafrechtlichen Ermittlungen gegen sie einleiten“, sagte
       Übergangspräsident Alexander Turtschinow am Donnerstag im Parlament in
       Kiew. Die prorussischen Aktivisten, die für eine Abspaltung der Ostukraine
       kämpfen, halten Verwaltungsgebäude in Donezk und Lugansk besetzt.
       
       Im Zentrum der östlichen Industriemetropole Donezk marschierten
       Sicherheitskräfte auf. Es herrscht allerdings die Sorge, dass Russland eine
       Eskalation der Lage zum Vorwand nehmen könnte, um zum Schutz der
       russischsprachigen Bevölkerung einzugreifen. In der östlichsten Großstadt
       der Ukraine, Lugansk, hielten bewaffnete prorussische Aktivisten weiterhin
       das Gebäude des Geheimdienstes besetzt. Sie fordern – wie auch Russland –
       eine Föderalisierung der Ukraine und mehr Rechte für die russischsprachigen
       Regionen.
       
       Auch in Donezk war das Gebäude der Gebietsverwaltung am Mittwoch weiter von
       prorussischen Kräften besetzt. Innenminister Awakow bot den gemäßigten
       Kräften im russischsprachigen Osten der Ex-Sowjetrepublik einen Dialog an.
       Zugleich machte er deutlich, dass der „Anti-Terror-Einsatz“ gegen
       Separatisten in den Gebieten nahe der russischen Grenze fortgesetzt werde.
       
       Die Regierung in Kiew und die USA beschuldigen Russland, hinter den
       Aufrührern in der Region zu stecken. Moskau bezichtigt den Westen einer
       „antirussischen Kampagne“. Die parlamentarische Versammlung des Europarates
       entscheidet am Donnerstag, ob sie den 18 russischen Vertretern aus Protest
       über das Vorgehen des Kreml in der Ukraine das Stimmrecht entzieht.
       
       ## Kontensperrungen und Einreiseverbote
       
       Zu den 47 Mitgliedsländern des Europarates zählt neben Russland auch die
       Ukraine. Die Europäische Union drohte Russland mit tiefgreifenden
       Wirtschaftssanktionen für den Fall eines militärischen Vorrückens in den
       Osten der Ukraine. „Die Arbeit an den Sanktionen läuft immer noch“, sagte
       eine Sprecherin der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton in Brüssel.
       
       Für nächste Woche ist erstmals ein Treffen der Außenminister Russlands, der
       USA und der Ukraine sowie der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton
       geplant. Ort und Termin dafür gibt es noch nicht. Ob die EU-Außenminister
       am Montag in Luxemburg die EU-Sanktionen gegen Russland verschärfen, hänge
       von der Entwicklung der Lage ab, sagten Diplomaten. Bisher hat die EU wegen
       der Annexion der Krim durch Russland Kontensperrungen und Einreiseverbote
       erlassen.
       
       Der russische Vize-Ministerpräsident Igor Schuwalow hat Sanktionen gegen
       sein Land in der Ukraine-Krise als sinnlos kritisiert und den Willen zu
       einer Partnerschaft mit dem Westen betont. „Je striktere Sanktionen
       verhängt werden, desto fester wird die russische Gesellschaft sich
       verhalten“, sagte Schuwalow am Donnerstag bei einer Wirtschaftskonferenz in
       Berlin. Drohungen würden weder Putin noch andere zu einer Haltung bringen,
       wie die USA oder Deutschland oder andere westliche Partner es sich
       wünschten. Er warnte zudem davor, die Ukraine in die westliche Richtung
       zerren zu wollen. Das sei „regelrecht verbrecherisch“.
       
       10 Apr 2014
       
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