URI: 
       # taz.de -- Schwule Fußballer in Großbritannien: Such die Schwuchtel!
       
       > Zwei Profifußballer in England stehen angeblich kurz vor dem Coming-Out.
       > Luke Shaw von Manchester United sagt schon jetzt: „It´s not me“.
       
   IMG Bild: Das englische Nationalteam: Huch, ist hier jemand schwul?
       
       Glaubt man dem Daily Mirror, stehen zwei britische Fußballprofis [1][kurz
       vor ihrem Coming-out]. Einer soll gar Nationalspieler sein. Und schwul!
       Laut einer ungenannten Quelle seien die Familien und Vereine informiert,
       ebenso der Fußballverband. Sie alle unterstützen demnach ihre Pläne.
       
       Seitdem der Mirror die Story am Freitag [2][auf der Titelseite] druckte,
       rätselt Fußball-England, wer die schwulen Spieler sein könnten. Einer
       konnte mit dem Gerücht nicht umgehen. Luke Shaw von Manchester United
       [3][twitterte]: „It’s not me. So everybody can shut up now“.
       
       Man könnte jetzt laut „Schade“ rufen. Aber auch verzweifeln. Denn die
       vorauseilende Beteuerung von Shaw zeigt, dass es nicht nur die Reaktionen
       der Fans sind, vor denen sich schwule Fußballprofis so sehr fürchten, dass
       sie jahrelang gekaufte Ehefrauen und erlogene Affären präsentieren, sondern
       auch die Mitspieler und Trainer.
       
       Der frühere Nationaltorwart Jens Lehmann [4][fände schwule Mitspieler
       „komisch“], da „man ja jeden Tag zusammen duscht“. Der britische Spieler
       Joey Barton beschimpfte einen brasilianischen Profi öffentlicht als
       „[5][Ladyboy]“ und [6][Trainer Christoph Daum] brachte einst Homosexualität
       und Pädophilie in einen Zusammenhang.
       
       Mit seiner Klarstellung zeigt Shaw aber auch, dass die Reaktionen auf die
       Mirror-Geschichte zu euphorisch waren. Soll jetzt ein Hetero-Profi nach dem
       nächsten klarstellen, nicht einer der beiden Homos zu sein? Nach dem
       Selektionsprinzip finden wir die Schwuchteln schon?
       
       Man möchte also nicht nur „Schade!“ rufen, sondern auch laut „Schnauze!“.
       
       26 Oct 2015
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] http://www.mirror.co.uk/news/uk-news/england-player-another-premier-league-6693874
   DIR [2] http://twitter.com/DailyMirror/status/657654777636065281
   DIR [3] http://twitter.com/LukeShaw23/status/657927753979793408
   DIR [4] http://www.11freunde.de/artikel/jens-lehmann-und-das-thema-homosexualitaet
   DIR [5] http://www.dailymail.co.uk/sport/football/article-2320283/Joey-Barton-banned-games-Thiago-Silva-overweight-ladyboy-tweets.html
   DIR [6] http://www.spiegel.de/sport/fussball/traineransichten-daum-aeusserungen-veraergern-homosexuelle-a-555239.html
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Paul Wrusch
       
       ## TAGS
       
   DIR Homosexualität im Profisport
   DIR Fußball
   DIR Großbritannien
   DIR Gender
   DIR Homophobie
   DIR Schwul
   DIR Homosexualität im Profisport
   DIR Schwul & Schwuler
   DIR Homosexualität im Profisport
   DIR Homophobie
   DIR Fußball
   DIR Fußball
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
   DIR Film zur Homosexualität im Profi-Fußball: Verbotene Liebe
       
       Der Schweizer Spielfilm „Mario“ handelt von zwei schwulen Fußballern. Er
       ist zwar Fiktion, aber trotzdem nah an der Realität.
       
   DIR Homophobie im Sport: Sexuell verdruckste Zone
       
       Fußball ist eine der letzten Bastionen der Hetero-Normativität: Sich outen
       ist für Profis fast unmöglich, „schwul“ gilt noch als Schimpfwort
       
   DIR Homophobie im Fußball: „Du bist doch der Schwule“
       
       Ex-Profis und Verbandsvertreter fordern mehr Engagment gegen Homophobie im
       Fußball. Vorbilder und Schulungen sind gefragt.
       
   DIR Homophobie im Fußball: Korruption, Ballspiel, Sex
       
       Ein Funktionär tritt zurück – wegen Homophobie, sagt er. Wegen
       Vetternwirtschaft, sagen seine Gegner. Und der Präsident will seine Ruhe
       haben.
       
   DIR Ein Jahr nach Hitzlspergers Outing: Aufgesetzte Korrektheit
       
       Im deutschen Fußball pflegt man immer noch ein sehr verkrampftes Verhältnis
       zur Homosexualität. Das Thema wird gemieden.
       
   DIR Kurzfilm gegen Homophobie im Fußball: Sieben Minuten Gänsehaut
       
       Marcus Wiebusch singt in „Der Tag wird kommen“ über Homophobie im Fußball.
       Jetzt wurde der Film zum Song veröffentlicht – dank Crowdfinanzierung.