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       # taz.de -- Rechte Gewalt in Schweden: Neonazis werden gewalttätiger
       
       > Die Gewalt habe terroristische Ausmaße erreicht, sagt das
       > Innenministerium in Stockholm. Im Zentrum steht die „Nordische
       > Widerstandsbewegung“.
       
   IMG Bild: Aufmarsch von schwedischen Rechten in Gothenburg im Jahre 2011
       
       Stockholm taz | Schwedische Neonazis werden immer gewaltbereiter. Am
       Freitag wurden in Göteborg drei Mitglieder der Nordischen
       Widerstandsbewegung (NMR) verhaftet. Sie werden verdächtigt, im Raum
       Göteborg drei Bombenanschläge verübt zu haben, zwei auf
       Flüchtlingsunterkünfte, einen auf ein Literaturcafé. Nach Einschätzung der
       Polizei war es bloßer Zufall, dass es dabei lediglich Verletzte und keine
       Todesopfer gab. Der Verfassungsschutz (SÄPO) untersucht derzeit, ob der
       fragliche Personenkreis auch für andere Taten verantwortlich ist.
       
       Die festgenommenen Männer im Alter von 20, 23 und 50 Jahren bestreiten die
       Taten. Die NMR als Organisation hat jegliche Verantwortung zurückgewiesen.
       Ohne Einzelheiten zu nennen, bewerten Polizei und Verfassungsschutz ihre
       Beweise aber als überzeugend. Nach Medieninformationen soll man über die
       Konstruktion der Bomben den Verdächtigen auf die Spur gekommen sein.
       
       Die SÄPO bezeichnet die Gewalt der Neonazis als größte Bedrohung für
       Schwedens innere Sicherheit. Innenminister Anders Ygeman beklagt eine
       „beunruhigende Entwicklung“: „Rassistische Gruppen verbreiten Drohungen und
       Hass auf unseren Straßen. Dem muss man mit aller Kraft begegnen.“
       
       Tatsächlich hat die NMR ihre Aktivitäten in den letzten Jahren stetig
       gesteigert. Ihre vielfach vorbestraften Mitglieder gerieren sich als selbst
       ernannte Ordnungshüter, die „Straßenpatrouillen“ veranstalten oder in
       Schwimmbädern als „Sicherheitswächter“ auftreten, um „unsere nordischen
       Frauen“ vor der Gefahr sexueller Übergriffe durch Ausländer zu schützen.
       
       ## „Kein Problem, das Terrorismus zu nennen“
       
       Es gelte, „unser Volk um jeden Preis zu verteidigen“, auch angesichts „der
       Hetze jüdisch-schwedischer Massenmedien“. Im September war in Helsinki ein
       Passant, der NMR-Mitglieder als „Rassistenclowns“ bezeichnet hatte, von
       einem Neonazi so schwer misshandelt worden, dass er an seinen Verletzungen
       starb.
       
       „Selbst wenn es sich hier, juristisch gesehen, um versuchten Mord,
       Gefährdung der öffentlichen Ordnung oder Brandstiftung handelt – in meiner
       Optik hat das deutliche Züge von Terrortaten“, sagt Magnus Ranstorp,
       Forschungschef am Stockholmer Zentrum für Terrorismusstudien. Man habe es
       „mit Leuten zu tun, die aus politischer oder ideologischer Überzeugung
       Bombenanschläge verüben“. „Ich habe kein Problem, das Terrorismus zu
       nennen.“
       
       Daniel Poohl von der antirassistischen Stiftung „Expo“ teilt diese
       Einschätzung. Die NMR vertrete offen das Ziel, den demokratischen Staat zu
       zerstören und eine Neonazidiktatur zu errichten: „Da kann man wohl von
       Terror sprechen.“ Erste Stimmen fordern ein Verbot der Organisation: „Es
       gibt eine Grenze dessen, was eine Demokratie passiv akzeptieren kann“,
       kommentierte am Sonntag „Göteborgs-Posten“.
       
       5 Feb 2017
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Reinhard Wolff
       
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