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       # taz.de -- FDLR-Kämpfer im Ostkongo: Gewehrsalven in der Nacht
       
       > Trotz Widerstands der Armee nimmt die Gewalt im Ostkongo zu. Nun hat die
       > ruandische FDLR-Miliz die Provinzhauptstadt Goma angegriffen.
       
   IMG Bild: BewohnerInnen der ostkongolesischen Stadt Kibumba, die 2012 vor der FDLR-Miliz fliehen
       
       Kigali taz | Selbst über die rauschende Telefonverbindung sind die
       Gewehrsalven zu hören – ein stetiges Knattern. Der Gesprächspartner in der
       ostkongolesischen Provinzhauptstadt Goma schließt Türen und Fenster. „Das
       ist die FDLR, die kommt“, sagt er. Dann ist die Leitung tot.
       
       Am Sonntagmorgen werden fünf Tote im Stadtteil Ndosho gemeldet, in Buguma
       ein weiterer. Bereits Mitte Februar wurden in Mugunga jenseits von Ndosho
       fünf Menschen erschossen. Im Stadtteil Katoyi wurde im Februar eine Leiche
       gefunden, in Buhene zwei.
       
       Diese Bezirke liegen am westlichen Rand der Millionenstadt, nachts gibt es
       kaum Strom, Polizisten und Militärs trauen sich nur selten dorthin. Damit
       sind die Bewohner schutzlos.
       
       Bis heute sprechen Offizielle von „Banditen“. Doch aus gut informierten
       Kreisen heißt es: Es ist die [1][Miliz FDLR] (Demokratische Kräfte zur
       Befreiung Ruandas). Auch ein Parlamentsabgeordneter aus Goma macht in einer
       Erklärung die im Kongo aktive ruandische Hutu-Miliz, die aus Tätern des
       [2][ruandischen Völkermordes] hervorgegangen ist, verantwortlich.
       
       ## Sobald die Miliz unter Druck gerät, rächt sie sich
       
       FDLR-Einheiten tummeln sich seit Jahrzehnten jenseits von Ndosho. Ihre
       Verwandten leben zum Teil in den Vertriebenenlagern von Mugunga. Hinter
       Mugunga beginnt der Virunga-Nationalpark, wo die FDLR am lukrativen Handel
       mit Holzkohle Geld verdienen.
       
       Kongos Armee führt seit Monaten Operationen gegen die FDLR. Einst sichere
       Positionen wurden aufgestöbert, FDLR-Kämpfer sind auf der Flucht. Aus
       langer Beobachtung der FDLR weiß man: Sobald die Miliz unter Druck gerät,
       rächt sie sich an der Bevölkerung.
       
       Am Sonntag wird bekannt, dass es auch Entführungen in der Nacht gegeben
       hat. Wütende Bewohner von Ndosho blockieren die Hauptstraße aus Goma hinaus
       mit Straßensperren.
       
       4 Mar 2019
       
       ## LINKS
       
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       ## AUTOREN
       
   DIR Simone Schlindwein
       
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