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       # taz.de -- Umstrittenes Mercosurabkommen der EU: NGOs fordern kompletten Stopp
       
       > Die EU will den Wirtschaftspakt mit südamerikanischen Staaten mit einem
       > Zusatz retten. Doch der macht es nicht besser, sagt ein breites Bündnis.
       
   IMG Bild: Zerstörung nicht belohnen: Gerodeter Regenwald im brasilianischen Amazonasgebiet im August 2020
       
       Berlin taz | Ein Bündnis aus Agrar-, Entwicklungs- und Umweltorganisationen
       fordert von der Bundesregierung, das geplante Handelsabkommen zwischen der
       Europäischen Union und den Mercosur-Staaten Argentinien, Brasilien,
       Paraguay und Uruguay komplett zu stoppen.
       
       [1][Der Wirtschaftspakt ist umstritten,] unter anderem wegen der
       Menschenrechts- und Klimapolitik des brasilianischen Präsidenten Jair
       Bolsonaro. Die Bundesregierung unterstützt [2][die Bemühungen der
       EU-Kommission], den Handelsvertrag durch ein Zusatzabkommen zu retten.
       Damit könnte Brasilien zum Einhalten bestimmter Standards verpflichtet
       werden. Das Thema stand auf der Tagesordnung der Konferenz der
       EU-Handelsminister am Donnerstag, die über ein neues Verhältnis zu den USA
       nach der Wahl von Präsident Joe Biden und eine Reform der
       Welthandelsorganisation berieten.
       
       „Auch mit Zusatzabkommen lässt sich das Abkommen nicht retten“, sagte Hanni
       Gramann, Handelsexpertin von Attac Deutschland. Mit dem Abschluss des
       Mercosurpaktes würde die EU die Regierung Bolsonaro für ihre
       klimaschädigende und menschenrechtsverachtende Politik belohnen. „Wenn die
       EU tatsächlich eine werteorientierte Handelspolitik verfolgen will, muss
       das Abkommen von Grund auf neu verhandelt werden“, forderte sie.
       
       Mit dem Abkommen soll der Handel zwischen der EU und den südamerikanischen
       Staaten des Mercosurverbunds angekurbelt werden. Die EU erhofft sich davon
       unter anderem einen stärkeren Export von Autos, die südamerikanischen
       Staaten wollen mehr landwirtschaftliche Produkte nach Europa liefern, vor
       allem mehr Ethanol, Fleisch und Soja. Die Ausweitung der Produktion werde
       zu mehr Konflikten um Land und die Vertreibung der Landbevölkerung führen,
       kritisiert das Bündnis.
       
       Sie treibe [3][die Zerstörung des Regenwalds] voran und führe zu mehr
       Bränden und Abholzung. „Die EU spricht damit ihrem eigenen Fahrplan hin zu
       Klimaneutralität Hohn“, sagte Camila de Abreu vom Forschungs- und
       Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika, das Teil des Bündnisses ist. Sie
       forderte die breite Beteiligung der Zivilgesellschaft an Verhandlungen über
       ein Handelsabkommen.
       
       21 May 2021
       
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   DIR Anja Krüger
       
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