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       # taz.de -- „Wir haben es satt!“-Demonstration: Kritik an Özdemir
       
       > Am Samstag demonstriert ein breites Bündnis aus Landwirtschaft und
       > Zivilgesellschaft in Berlin. Das Ziel: eine sozial- und klimagerechte
       > Agrarwende.
       
   IMG Bild: Kleinbauer mit Message, auf dem Weg zur „Wir habe es satt!“-Demo 2022 in Berlin
       
       Berlin taz | Nach zweijähriger Coronapause demonstriert das Bündnis „Wir
       haben es satt!“ an diesem Samstag im Berliner Regierungsviertel für eine
       sozial und ökologisch gerechte Ernährungswende. Die rund 60 Organisationen,
       die dem Bündnis angehören, kritisieren die zögerliche Politik von
       Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne).
       
       Bäuerinnen und Bauern wollen am Samstagmorgen noch vor dem Beginn der
       Demonstration mit rund 50 Traktoren vor das Auswärtige Amt ziehen und eine
       „bäuerliche Protestnote“ [1][an Özdemir] übergeben, der dort an einem
       internationalen Agrarministergipfel teilnehmen wird.
       
       „Die aktuellen Agrar- und Ernährungssysteme sind krisenanfällig, ungerecht
       und nicht nachhaltig“, sagte Inka Lange, Sprecherin des Bündnisses am
       Montag in Berlin. „Ohne Agrar- und Ernährungswende verfehlen wir krachend
       das 1,5-Grad-Ziel.“ Ökologische und soziale Fragen müssten zusammengedacht
       werden: „Viel zu viele Menschen in Deutschland können sich gesundes und
       umweltverträgliches Essen nicht leisten“, so Lange.
       
       Die Bundesregierung müsse deshalb die Rahmenbedingungen für faire
       Erzeuger:innenpreise, angemessene Löhne und eine tier- und umweltgerechte
       Herstellung von Lebensmitteln schaffen. Gleichzeitig dürfe es nicht sein,
       dass Armutsbetroffene mit ungesundem und klimaschädlichem Essen abgespeist
       werden – Menschen mit wenig Geld [2][sollten mehr Unterstützung erhalten].
       Diese Forderungen sind Teil eines 6-Punkte-Plans, den das Bündnis der
       Regierung vorlegen will.
       
       ## Regierung redet, handelt aber nicht
       
       [3][Greenpeace-Geschäftsführer Martin Kaiser] sagte, dass Cem Özdemir die
       Herausforderungen der Agrarwende erkannt und klar benannt habe – im
       Gegensatz zu vorherigen Landwirtschaftsminister:innen. Konsequente
       Maßnahmen, etwa der Abbau steuerlicher Begünstigungen für tierische
       Produkte in der Landwirtschaft, ließen bisher jedoch auf sich warten.
       
       Kaiser nahm außerdem Bezug auf die [4][Situation in Lützerath]: Sie zeige,
       wie weit die Ankündigungen und Handlungen der Regierung auseinanderliegen.
       Die Demonstration beginnt am Samstag um 12 Uhr vor dem Brandenburger Tor.
       
       17 Jan 2023
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] /Cem-Oezdemir-in-der-taz/!5908868
   DIR [2] /Nationale-Armutskonferenz-in-Berlin/!5888168
   DIR [3] /Klimaschutzklage-gegen-Volkswagen/!5905007
   DIR [4] /Klimaproteste-in-Luetzerath/!5908806
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Nanja Boenisch
       
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