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       # taz.de -- +++ Nachrichten im Ukraine-Krieg +++: Ukrainischer Innenminister tot
       
       > Nahe Kyjiw ist ein Hubschrauber abgestürzt. Nach Polizeiangaben ist unter
       > den 17 Todesopfern auch der ukrainische Innenminister.
       
   IMG Bild: Denys Monastyrskyj, Innenminister der Ukraine, ist bei einem Hubschrauberabsturz gestorben
       
       ## Olaf Scholz äußert sich zum Hubschrauberabsturz
       
       Bundeskanzler Olaf Scholz zeigt sich bestürzt über den Hubschrauberabsturz
       in der Nähe von Kiew, bei dem auch drei Kinder und der Innenminister ums
       Leben kamen. Der Absturz zeige erneut den „immensen Tribut“, den die
       Ukraine in diesem Krieg zahle, schreibt Scholz auf Twitter. „Unsere
       Gedanken sind an diesem traurigen Tag bei den Angehörigen der Opfer und den
       Verletzten sowie bei @ZelenskyyUa, der heute seinen Innenminister verloren
       hat.“ (rtr)
       
       ## Selenski nennt Hubschrauberabsturz schreckliche Tragödie
       
       Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski bezeichnet den
       Hubschrauberabsturz bei Kiew als eine „schreckliche Tragödie“, die
       „unaussprechlichen Schmerz“ auslöse. Er bestätigt, dass mindestens 15
       Menschen ums Leben gekommen sind, darunter drei Kinder und der
       Innenminister des Landes. Örtliche Behörden sprachen zuvor von 18
       Todesopfern. Der Präsident erklärt auf dem Kurznachrichtendienst Telegram,
       die genaue Zahl der Opfer werde ermittelt.
       
       „Ich habe den Sicherheitsdienst der Ukraine angewiesen, in Zusammenarbeit
       mit der Nationalen Polizei der Ukraine und anderen autorisierten Stellen
       alle Umstände des Geschehens herauszufinden“, erklärt Selenski. Den
       Freunden und Familien der Opfer spricht er sein Beileid aus. „In dieser
       Minute sind drei Kinder gestorben. Der Schmerz ist unbeschreiblich.“ (rtr)
       
       ## Lawrow: „Neue strategische Partnerschaft zwischen Russland und China
       
       Russlands Außenminister Sergej Lawrow würdigt die gemeinsamen
       Militärübungen mit China als Stärkung der neuen strategischen Partnerschaft
       beider Länder. Dem Westen wirft er vor, Wege zu suchen, China in einer
       Vielzahl von Fragen zu verärgern. Als Beispiel nennt er Tibet und Taiwan.
       China sei aber zu mächtig, als dass sich die USA allein gegen das Land
       stellen könnten. Daher seien die USA gezwungen, den Westen für ihre
       Anti-China-Agenda zu mobilisieren.
       
       Im Februar 2022 besiegelten [1][China und Russland eine Partnerschaft] ohne
       Grenzen. Wenige Tage später begann Russland seine Invasion der Ukraine. Die
       wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Russland und China boomen, während
       Russlands Verbindungen zum Westen drastisch schrumpfen. Lawrow zufolge
       haben die wegen des Krieges vom Westen gegen Russland verhängten Sanktionen
       aber auch ihr Gutes. Sie hätten Russland geholfen, sich aus der
       Abhängigkeit vom Westen zu lösen. (rtr)
       
       ## Russland droht mit Konsequenzen für Finnlands Nato-Beitritt
       
       Der russische Außenminister Sergej Lawrow droht mit entsprechenden
       Maßnahmen an Russlands Grenzen, sollte [2][Finnland wie geplant der Nato
       beitreten]. Details nennt er nicht. Finnland und auch Schweden haben im Mai
       im Zuge des Krieges in der Ukraine beschlossen, dem westlichen
       Militärbündnis beizutreten. Bereits damals drohte Russland mit
       entsprechenden Reaktionen. Derzeit sind die beiden skandinavischen Staaten
       in fortgeschrittenen Beitrittsverhandlungen. Mit dem Beitritt Finnlands
       hätte Russland mit einem weiteren Nato-Mitglied eine gemeinsame Grenze –
       die mehr als 1300 Kilometer lang ist. (rtr)
       
       ## 17 Tote bei Hubschrauberabsturz nahe Kyjiw
       
       Bei einem Absturz eines Hubschraubers in der ukrainischen Stadt Browary in
       der Nähe von Kyjiw sind nach Polizeiangaben 17 Menschen ums Leben gekommen.
       Darunter soll der ukrainische Innenminister [3][Denys Monastyrskyj] sein
       sowie Vize-Innenminister Jehwhenij Jenin und ein Staatssekretär. Neun der
       Todesopfer seien in der Maschine gewesen. 22 Verletzte, darunter zehn
       Kinder, würden im Krankenhaus behandelt, teilt die Polizei mit.
       
       Auf in Online-Netzwerken verbreiteten Videos von der Absturzstelle war ein
       großflächiger Brand zu sehen. Zu der möglichen Ursache des Absturzes wurden
       zunächst keine Angaben veröffentlicht. Die abgestürzte Maschine gehörte
       laut einem Sprecher der ukrainischen Luftwaffe zum Notfalldienst der
       Regierung in Kyjiw und somit zum Verantwortungsbereich des
       Innenministeriums.
       
       Der Vorfall ereignete sich in der Stadt Browary rund 12 Kilometer
       nordöstlich der Hauptstadt Kyjiw. (rtr/ap)
       
       ## Angriff auf Energieversorgung
       
       Die russischen [4][Raketenattacken] vom Samstag vergangener Woche gehörten
       ukrainischen Angaben zufolge mit Blick auf die Energieversorgung zu den
       verheerendsten seit Kriegsbeginn. Durch den Angriff seien acht Blöcke von
       Wärmekraftwerken im Westen des Landes und einer im Osten beschädigt worden,
       teilte Regierungschef Denys Schmyhal mit. Darüber hinaus seien drei
       Umspannwerke und eine Hochspannungsleitung getroffen worden. Die Folge
       seien Notabschaltungen aufgrund eines erhöhten Energiedefizits.
       
       Betroffen von der bislang heftigsten Angriffswelle in diesem Jahr waren am
       vergangenen Wochenende unter anderem die Region um die Hauptstadt Kyjiw
       sowie Charkiw im Osten. In der zentralukrainischen Stadt [5][Dnipro]
       starben zudem mindestens 45 Menschen durch einen russischen
       Raketeneinschlag in ein Wohnhaus. (dpa)
       
       ## Zweite Mobilisierungswelle in Russland?
       
       Kremlchef Wladimir Putin könnte nach Einschätzung des US-Instituts für
       Kriegsstudien (ISW) in den kommenden Tagen eine zweite
       [6][Mobilisierungswelle] für den Krieg gegen die Ukraine ankündigen. Putin
       könne dies möglicherweise bereits bei einem für den heutigen Mittwoch
       geplanten Auftritt in St. Petersburg bekanntgeben, schrieb die in
       Washington ansässige Denkfabrik in ihrem jüngsten Bericht am Dienstagabend
       (Ortszeit).
       
       Putin könnte die Gelegenheit auch nutzen, um der Ukraine den Krieg zu
       erklären, hieß es weiter. In Russland heißt die Invasion in der Ukraine,
       die Ende Februar 2022 begann, im offiziellen Sprachgebrauch „militärische
       Spezialoperation“. Die öffentliche Verwendung des Begriffs „Krieg“ wird
       strafrechtlich geahndet.
       
       Die Denkfabrik ISW beruft sich unter anderem auf russische Militärblogger.
       Auch ukrainische und westliche Geheimdienste warnten aber wiederholt vor
       Putins Mobilisierungsvorbereitungen für Mitte Januar, hieß es weiter.
       
       Der Kremlchef wird am Mittwoch in St. Petersburg an Feierlichkeiten zum
       Bruch der Blockade der von deutschen Truppen abgeriegelten Metropole im
       Januar 1944 teilnehmen. Außerdem wird er eine Rüstungsfabrik besuchen. Wann
       und wo Putin seine Rede halten wird, war am Mittwochmorgen noch nicht
       bekannt.
       
       Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu hatte am Dienstag einen
       weitreichenden Umbau der russischen Armee angekündigt, um die vom Kreml
       geforderte Aufstockung der Truppenstärke umzusetzen. Nur durch strukturelle
       Veränderungen der Streitkräfte sei es möglich, Russlands Sicherheit zu
       gewährleisten, sagte Schoigu bei einer Sitzung des
       Verteidigungsministeriums. Vor dem Hintergrund des Ukrainekriegs hatte
       Putin kurz vor Silvester angekündigt, die Zahl der Soldaten von 1,15 auf
       1,5 Millionen zu erhöhen. (dpa)
       
       ## Niederlande wollen Patriot-System in die Ukraine schicken
       
       Neben Deutschland und den USA wollen auch die Niederlande der Ukraine das
       [7][Luftabwehrsystem Patriot] zur Verfügung stellen. Das sagte
       Ministerpräsident Mark Rutte während eines Besuchs bei US-Präsident Biden
       in Washington. Am 5. Januar hatte die Bundesregierung bekannt gegeben, dass
       sie der Ukraine nach Absprachen mit der US-Regierung mehrere Dutzend
       [8][Schützenpanzer vom Typ Marder] sowie ein Patriot-Flugabwehrsystem zur
       Verfügung stellen werde.
       
       Die Ausbildung ukrainischer Offiziere, die das
       Langstrecken-Luftabwehrsystem bedienen sollen, wird zehn Wochen dauern. „Es
       gibt eine Entscheidung, dass unsere Offiziere in 10 Wochen ausgebildet
       werden. Solche Verpflichtungen wurden von den amerikanischen Partnern
       übernommen“, teilt der ukrainische Verteidigungsminister Oleksii Resnikow
       auf Telegram mit. (dpa/rtr)
       
       ## Putin will Verträge mit Europarat für beendet erklären
       
       Russlands Präsident Wladimir Putin will die Kündigung von Verträgen mit dem
       Europarat gesetzlich verankern lassen. Das betrifft etwa die Europäische
       Menschenrechtskonvention, das Europäische Übereinkommen zur Bekämpfung des
       Terrorismus und die Europäische Sozialcharta. Russland war schon vor
       Monaten wegen seines Angriffskriegs gegen die Ukraine [9][aus dem Europarat
       ausgeschlossen] worden. Dadurch ist das flächenmäßig größte Land der Erde
       auch kein Mitglied der Europäischen Menschenrechtskonvention mehr. (dpa)
       
       ## Bürgerrechtler berichten von Festnahmen in Moskau
       
       In Moskau sind Angaben von Bürgerrechtlern zufolge mehrere Menschen beim
       Versuch festgenommen worden, Blumen in Gedenken an die Todesopfer des
       Einschlags der russischen Rakete in Dnipro niederzulegen. Insgesamt habe es
       im Zentrum der russischen Hauptstadt am Abend vier Festnahmen gegeben,
       teilte die Bürgerrechtsorganisation OVD-Info mit.
       
       Die kleine Gedenkstelle hatten Unbekannte am Montagabend am Fuß eines
       Denkmals für die ukrainische Dichterin Lessja Ukrajinka in einer Parkanlage
       errichtet. In den darauffolgenden Stunden brachten immer mehr Menschen
       Blumen – teils in den blau-gelben Farben der ukrainischen Flagge.
       Öffentliche Antikriegsaktionen sind in Russland angesichts massiver
       Repressionen durch die Staatsgewalt sehr selten geworden. (dpa)
       
       18 Jan 2023
       
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