URI: 
       # taz.de -- Soziale Abfederung des Heizungsaustauschs: Angst vor Überforderung nehmen
       
       > Dass für das Klima fossile Heizungen ausgetauscht werden sollen, ist
       > richtig. Doch das darf nicht auf Kosten derer gehen, die sich das nicht
       > leisten können.
       
   IMG Bild: Eine Wohnsiedlung während der Heizperiode: Nicht alle Hausbesitzer:innen sind wohlhabend
       
       Dass Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) [1][den Austausch
       fossiler Heizungen zugunsten klimafreundlicher Lösungen] vorantreibt, ist
       richtig – auch wenn das ein enormer finanzieller Kraftakt wird. Habecks
       Vorgänger haben dieses wichtige Projekt verschleppt, weitere Verzögerungen
       machen den Austausch angesichts der steigenden Preise für Gas teurer,
       sicher nicht billiger.
       
       Das sollte jede:r bedenken, der sich schnell noch eine neue fossile
       Heizung zulegen will. Und das werden nicht wenige sein, weil sie die hohen
       Kosten für eine klimafreundliche Heizung nicht nur generell scheuen,
       sondern das Geld dafür einfach nicht haben.
       
       Die Bundesregierung muss schnell ein Förderprogramm auf den Weg bringen,
       das den Menschen die Angst vor finanzieller Überforderung nimmt. Dass
       Habeck und Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) die Vorgaben für den
       Heizungsaustausch und die geplante Förderung nicht parallel entwickelt und
       vorgelegt haben, war ein großer Fehler. Die Folge ist, dass dieses wichtige
       Modernisierungsprojekt jetzt überwiegend als Bedrohung empfunden wird –
       auch von Mieter:innen. Denn die Kosten für neue Heizungen werden auf sie
       umgelegt.
       
       Hinweise auf reiche Villenbesitzer:innen, die sich den
       Heizungsaustausch locker leisten können, dürfen nicht den Blick auf
       diejenigen verstellen, bei denen das eben nicht der Fall ist. Viele
       Millionen Menschen, die im eigenen Haus leben, werden die finanziellen
       Belastungen nicht stemmen können, [2][zeigt eine aktuelle Studie].
       
       Nicht alle Hausbesitzer:innen sind wohlhabend, auch
       Eigentümer:innen von Wohnungen nicht. Seit Jahrzehnten fordert die
       Politik die Bürger:innen auf, als Altersvorsorge eine Immobilie zu
       erwerben. Viele haben sich ihr Häuschen oder ihre Wohnung vom Munde
       abgespart und genau kalkuliert, was sie brauchen, um eine neue Heizung oder
       vielleicht ein neues Dach zu finanzieren. Die Politik ändert jetzt die
       Geschäftsgrundlage, indem sie neue Bedingungen schafft. Das darf nicht auf
       Kosten derer gehen, die sich das nicht leisten können.
       
       3 Apr 2023
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] /Einigung-zum-Heizungstausch/!5923611
   DIR [2] https://www.der-paritaetische.de/fileadmin/user_upload/Schwerpunkte/Sozialpolitik/doc/Parit%C3%A4t-Kurzexpertise_Einkommen-Verm%C3%B6gen-Immo-Besitzende.pdf
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Anja Krüger
       
       ## TAGS
       
   DIR Robert Habeck
   DIR Energie
   DIR Klima
   DIR Heizung
   DIR Schwerpunkt Klimawandel
   DIR Energiewende
   DIR Ampel-Koalition
   DIR Robert Habeck
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
   DIR Wärmwende in Deutschland: Wie werden wir heizen?
       
       Die Klimakrise ist längst da, und wir heizen fast komplett mit fossilen
       Kraftstoffen. Das soll sich ändern. Was Sie über die Wärmewende wissen
       müssen.
       
   DIR Einigung zum Heizungstausch: Ein bisschen freizügiger
       
       Das Gesetz zum Heizungstausch wird leicht entschärft. Doch ab 2024 sollen
       in Neubauten Öl- und Gasheizungen verboten sein.
       
   DIR Ampel-Streit über Öl- und Gasheizungen: CDU heizt der Koalition ein
       
       Die Opposition fordert, dass der Staat beim Austausch von fossilen
       Heizungen mindestens die Hälfte der Kosten trägt. Die Idee gab es schon
       mal.
       
   DIR Verbot neuer Öl- und Gasheizungen: Ohne Förderung keine Akzeptanz
       
       Ab 2024 soll der Einbau neuer Gas- und Ölheizungen verboten werden. Die
       Entscheidung ist überfällig, aber der Staat muss den Umstieg auch fördern.