# taz.de -- „Letzte Generation“ in der Kritik: „Elitär und selbstgerecht“
> Vor großen Blockaden gerät „Die Letzte Generation“ in die Kritik aus der
> Bewegung. „Fridays for Future“ und Grüne werfen ihnen Spaltung vor.
IMG Bild: Eine Aktivistin der Letzten Generation bei einer Straßenblockade in Hamburg im März 2023
Berlin taz | Kurz vor den [1][angekündigten großflächigen Protesten in
Berlin] werfen Fridays for Future (FFF) und Grüne der Letzten Generation
vor, die Gesellschaft zu spalten. Die Letzte Generation würde „Menschen im
Alltag gegeneinander aufbringen“, sagte FFF-Sprecherin Annika Rittmann. Die
Klimakrise brauche stattdessen „gesamtgesellschaftliche Lösungen, und die
finden und erstreiten wir nur gemeinsam“.
Mit ihrem „elitären und selbstgerechten Protest bewirkt die Letzte
Generation das Gegenteil dessen, was wir in der aktuellen Lage bräuchten,
nämlich eine breite Bewegung in der Gesellschaft, für konsequente
Klimaschutzpolitik“, sagte die Parlamentarische Geschäftsführerin der
Grünen-Bundestagsfraktion, Irene Mihalic. Man solle Menschen „nicht
verprellen durch Aktionen, die den ohnehin harten Alltag noch zusätzlich
erschweren“.
FFF und Letzte Generation verfolgen verschiedene Ansätze beim
Klimaaktivismus. Die ursprünglich aus „Schulstreiks“ hervorgegangene
Klimabewegung versucht mittlerweile, alle Altersgruppen zu erreichen.
Die Letzte Generation dagegen schafft durch Straßenblockaden und Aktionen
an Kunstwerken und öffentlichen Einrichtungen auf unbequeme Weise
Öffentlichkeit. [2][Und eckt damit an.] Ab kommender Woche hat sie
[3][massive Störungen in Berlin] angekündigt: Etwa 1.000 Protestierende
sollen zentrale Verkehrsadern lahmlegen.
## Berliner FFF mildern Kritik ab
Bei der Kritik an der Letzten Generation handelte es sich „nicht um eine
Distanzierung, Abgrenzung oder Spaltung“, sondern lediglich um
„strategische Uneinigkeit“, milderte der Berliner FFF-Sprecher Luis von
Randow die Kritik gegenüber der taz ab. FFF setze bewusst darauf,
„möglichst viele Menschen für Klimaschutz“ einzunehmen und so die „Wut auf
die Politiker:innen“ zu kanalisieren.
Gleichwohl sei die Strategie von FFF damit konfrontiert, dass die
„Zustimmungswerte für Klimaschutzmaßnahmen sinken“, wenn auch noch auf
einem hohen Niveau. Als Gründe nennt von Randow die „Polarisierung der
Gesellschaft“, die Überlagerung vieler Krisen und eine Gewöhnung nach vier
Jahren FFF. Die geplanten Aktionen der Letzten Generation in Berlin seien
„ambitioniert“. Einig sei man sich darin, Wut auf Aktivist:innen und
die staatliche Kriminalisierung abzulehnen.
12 Apr 2023
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## AUTOREN
DIR Jannik Grimmbacher
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