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       # taz.de -- Markt für Fleischersatz gewachsen: Mehr Tofu, weniger Fleisch
       
       > 2022 wurde in Deutschland 6,5 Prozent mehr Fleischersatz als im Vorjahr
       > produziert. Regulierung dürfe diesen Trend nicht behindern, so
       > Greenpeace.
       
   IMG Bild: Erbsenburger in einer Bratpfanne
       
       Berlin taz | Tofuwurst, Sojabratling oder Veggie-Burger: Der Markt für die
       oft teureren [1][Fleischersatz]produkte ist 2022 trotz der starken
       Inflation gewachsen. Die Unternehmen stellten in Deutschland 6,5 Prozent
       mehr dieser Lebensmittel als im Vorjahr her, wie das Statistische Bundesamt
       am Mittwoch berichtete. Im Vergleich zu 2019 erhöhte sich die Produktion
       demnach sogar um 72,7 Prozent. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 104.300
       Tonnen Fleischersatzprodukte produziert, nach rund 97.900 Tonnen im Jahr
       2021. Der Wert dieser Produkte erhöhte sich 2022 gegenüber dem Vorjahr um
       17,3 Prozent auf 537,4 Millionen Euro.
       
       Trotz dieses Anstiegs ist der Umsatz mit Fleischersatzprodukten im
       Vergleich zu Fleischprodukten gering: 2022 betrug der Wert von in
       Deutschland produziertem Fleisch und Fleischerzeugnissen dem Statistischen
       Bundesamt zufolge 42,4 Milliarden Euro – und damit knapp das 80-fache des
       Wertes der Ersatzprodukte.
       
       In Deutschland wird seit Jahren immer weniger Fleisch gegessen: Der
       Pro-Kopf-Verzehr lag nach Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und
       Ernährung 2022 bei 52,0 Kilogramm pro Kopf. Das war der niedrigste Wert
       seit Beginn der Verzehrsberechnung im Jahr 1989.
       
       ## Steuern auf Hafermilch höher als auf Kuhmilch
       
       Greenpeace begrüßte das Minus bei Fleisch und das Plus bei Ersatzprodukten.
       „Um die Klimaziele in der Landwirtschaft zu erreichen, muss die Politik
       aufhören, durch falsche Regulierung die Entwicklung zu einer fleischärmeren
       Ernährung mit mehr pflanzlichen Produkten zu behindern“, sagte Martin
       Hofstetter, Landwirtschaftsexperte der Umweltorganisation. Die Agrarbranche
       verursacht laut Umweltbundesamt rund [2][14 Prozent des
       Treibhausgasausstoßes] in Deutschland (inklusive der Emissionen aus
       Agrarböden und landwirtschaftlichem Verkehr).
       
       „Es ist ein Unding, dass zum Beispiel auf Haferdrinks eine höhere Steuer
       erhoben wird als auf Kuhmilch – und es zugleich untersagt ist, sie als
       Milch zu bezeichnen“, so Hofstetter. Zudem wolle die Fleischlobby
       Bezeichnungen wie „veganes Schnitzel“ verbieten lassen. Dabei ließen sich
       Fleisch und Fleischersatzprodukte auch bei derzeitiger Deklaration gut
       unterscheiden.
       
       10 May 2023
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] /Fleischersatz/!t5018629
   DIR [2] https://www.umweltbundesamt.de/themen/landwirtschaft/landwirtschaft-umweltfreundlich-gestalten/klimaschutz-in-der-landwirtschaft#weitere-emissionen-der-landwirtschaft
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Jost Maurin
       
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