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       # taz.de -- Nach Razzia bei Letzter Generation: Uno lobt Klimaprotestler
       
       > Ein Sprecher von Uno-Chef António Guterres betont die Bedeutung von
       > Klimaaktivismus – und fordert den Schutz der Aktivist:innen ein.
       
   IMG Bild: Klimaaktivismus als „moralische Stimme junger Menschen“
       
       Berlin taz | Nach der [1][umstrittenen Razzia bei Mitgliedern der
       Klimagruppe Letzte Generation] melden sich die Vereinten Nationen zu Wort.
       Uno-Chef António Guterres äußerte sich zwar nicht ausdrücklich zum Vorgehen
       der deutschen Behörden, betonte aber die Bedeutung des Klimaprotests.
       
       „Klimaaktivisten – angeführt von der moralischen Stimme junger Menschen –
       haben ihre Ziele auch in den dunkelsten Tagen weiter verfolgt. Sie müssen
       geschützt werden und wir brauchen sie jetzt mehr denn je“, ließ Guterres
       über seinen Sprecher Stéphane Dujarric [2][ausrichten]. Natürlich habe der
       Staat auch die Verantwortung, Gesetze durchzusetzen und die Sicherheit zu
       gewährleisten, räumte dieser ein.
       
       Ohne die Klimabewegung wären die weltweiten Klimaziele allerdings bereits
       außer Reichweite, so der Uno-Sprecher. Protestierende hätten in
       „entscheidenden Momenten maßgeblich dazu beigetragen, Regierungen und
       Wirtschaftsführer dazu zu bewegen, viel mehr zu tun.“
       
       Die immer noch anwachsenden CO2-Emissionen der Menschheit drohen, die Erde
       praktisch zu einem anderen Planeten zu machen. Aktuell laufen wir [3][auf
       etwa 2,7 Grad Erderhitzung zu]. Das ist allerdings ein Durchschnittswert,
       der durch die geringere Temperatur über Ozeanen gedrückt wird. Die
       Landmasse heizt sich noch deutlich stärker auf.
       
       ## Außerhalb der menschlichen Klimanische
       
       Wissenschaftler:innen kamen in der vergangenen Woche in einer
       [4][Studie] zu dem Schluss, dass im Jahr 2100 rund ein Drittel der
       Weltbevölkerung außerhalb der menschlichen Klimanische leben könnte. Das
       heißt: an Orten, an denen eigentlich kein für Menschen geeignetes Klima
       mehr herrscht.
       
       Die Emissionen führen fast überall auf der Welt zu häufigeren und
       intensiveren Hitzewellen. Auch andere Extremwetterereignisse wie Dürren,
       Starkregen oder Stürme nehmen vielerorts zu oder werden stärker. Zudem
       steigt der Meeresspiegel an und könnte langfristig Landstriche oder ganze
       Inseln verschlucken. Diese Folgen der Klimakrise können Menschen
       unmittelbar gefährden oder töten, wirken sich aber auch indirekt aus, etwa
       durch wegbrechende Ernten und zunehmende Konflikte um Lebensgrundlagen.
       
       Um das zu verhindern, haben alle Staaten der Welt im Pariser
       Weltklimaabkommen versprochen, die Erderhitzung bei 2 Grad und möglichst
       sogar bei 1,5 Grad zu begrenzen. Für letzteres müssten sich die globalen
       CO2-Emissionen aber bis 2030 so gut wie halbieren und bis 2050 auf null
       sinken. Entgegen der internationalen Rechtslage zeichnet sich dieser Trend
       bislang aber nicht ab.
       
       Rund 170 Polizist:innen hatten am Mittwoch 15 Wohnungen und
       Geschäftsräume von Mitgliedern der Letzten Generation in sieben
       Bundesländern durchsucht. Die Generalstaatsanwaltschaft München und das
       Bayerische Landeskriminalamt begründeten die Razzia mit dem Tatvorwurf der
       Bildung beziehungsweise Unterstützung einer kriminellen Vereinigung.
       
       Die Letzte Generation protestiert vor allem durch Straßenblockaden gegen
       den mangelnden Klimaschutz, die ihr juristisch in der Regel als Nötigung
       der betroffenen Autofahrer:innen ausgelegt werden – also als illegal
       gelten.
       
       Die Razzia war schon die zweite dieser Art bei der Gruppe. Im Dezember
       hatte die Staatsanwaltschaft Neuruppin [5][eine ähnliche Untersuchung
       veranlasst]. Dass die Letzte Generation eine kriminelle Vereinigung sein
       soll, ist [6][juristisch allerdings stark umstritten]. Die Berliner
       Staatsanwaltschaft etwa hat den Vorwurf geprüft und wegen mangelnder
       Erheblichkeit der Straftaten abgewiesen.
       
       26 May 2023
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] /Razzia-gegen-Letzte-Generation/!5936687
   DIR [2] https://unric.org/de/letzte-generation-26052023/
   DIR [3] https://climateactiontracker.org/global/cat-thermometer/
   DIR [4] https://www.nature.com/articles/s41893-023-01132-6
   DIR [5] /Ermittlungen-gegen-die-Letzte-Generation/!5902589
   DIR [6] /Strafverteidiger-ueber-Letzte-Generation/!5936702
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Susanne Schwarz
       
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