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       # taz.de -- Solarprojekt in Brandenburg: Kein Wald für Photovoltaik
       
       > In Brandenburg sollen Hunderte von Hektar Wald Solarmodulen weichen.
       > Schon im Interesse der Solarenergie sollte dieser Solarpark gestoppt
       > werden.
       
   IMG Bild: Platz für Solaranlagen gibt es wirklich genug
       
       Solarzellen sind eine faszinierende Technik. Kein Lärm, keine Abgase, nicht
       einmal bewegliche Teile, die verschleißen können und gewartet werden
       müssen. Wenn die Module nicht mechanisch beschädigt werden und keine
       Feuchtigkeit eindringt, können sie eine halbe Ewigkeit halten. Wo sonst
       gibt es heute Technik, die so lange im Einsatz ist und so wenig Service
       beansprucht?
       
       Man braucht nur Sonne und schon hat man Strom. Diesen bekommt man heute
       dank langjähriger Forschung zu beeindruckend niedrigen Kosten, auch weil
       die Zellen inzwischen eine sehr respektable Effizienz erreichen.
       
       Doch dann kommt das große Aber: Selbst die großartigste Technik ist – man
       könnte Fatalist werden – nicht davor gefeit, irgendwann pervertiert zu
       werden. In Brandenburg wollen Investoren Hunderte von Hektar Wald roden, um
       Solarmodule in die Landschaft zu stellen. Selbst wenn es, wie die
       Projektierer behaupten, nur ein recht monotoner Nadelwald wäre: Solche
       Projekte müssen tabu sein.
       
       Wälder sind wichtig für das Lokalklima, für den Wasserhaushalt, für die
       Artenvielfalt. Sie zu zerstören für riesige Felder von Solarmodulen ist
       Frevel. Zumal angesichts der Tatsache, dass es auf längst versiegelten
       Flächen in Deutschland noch enorme Potenziale gibt. Wenn man durch die
       Städte geht, ist es manchmal zum Haareraufen, wie viele Flächen noch
       ungenutzt sind. Hier muss [1][die Zukunft der Photovoltaik] liegen: auf
       Dächern, an Fassaden, über Parkplätzen und Verkehrswegen – was nebenbei
       bemerkt auch architektonisch immer attraktiver wird, weil die Farbpalette
       der Module an Vielfalt gewinnt.
       
       Unterdessen unterminiert [2][das Solarprojekt Hohensaaten] die Akzeptanz,
       die [3][die Energiewende] so dringend benötigt. Wenig überraschend arbeiten
       sich längst all jene, die die gesamte Energiewende für einen Irrweg halten,
       leidenschaftlich an dem geplanten Kahlschlag für die Module ab. Klar, für
       sie ist das ein gefundenes Fressen: Ein weiterer Grund, solche Auswüchse
       der Photovoltaik zu unterbinden – neben allen ökologischen Betrachtungen.
       
       31 Jul 2023
       
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       ## AUTOREN
       
   DIR Bernward Janzing
       
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