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       # taz.de -- Neue EU-Plattformregulierung in Kraft: Kein Kollaps, kein Hinterfragen
       
       > Schön und gut, die neuen Selbstverpflichtungen für X, Facebook, TikTok
       > und Co. Aber eigentlich wurde hier eine große Chance vertan.
       
   IMG Bild: Haben eine Whatsapp-Gruppe gebildet: Die Digitalminister*innen Deutschlands
       
       Seit Freitag gelten nun die ersten Regeln aus einem der Meilensteine der
       EU-Plattformregulierung: dem [1][Gesetz über digitale Dienste (DSA)]. Und,
       was ist seitdem passiert? Ist die Tech-Branche kollabiert angesichts der
       neuen Regeln, die Gegenstand von heftigem Lobbyismus waren? Nein, ist sie
       nicht.
       
       Was leider auch nicht passiert ist: dass sämtliche Anbieter alle Regeln
       umgesetzt haben. Dass Nutzer:innen nun genau verstehen, warum, wie und
       nach welchen Kriterien auf einer Onlineplattform Inhalte moderiert werden.
       Dass Plattformen kein wirtschaftliches Interesse mehr daran haben,
       polarisierende Inhalte besonders zu pushen. Dass geklärt ist, welche
       Behörde in Deutschland die Einhaltung der neuen Regeln überwacht. Und das
       sind nur ein paar Beispiele.
       
       Zwar schaffen die neuen Regeln punktuelle Verbesserungen. So müssen
       Plattformen nun etwa erklären, warum die Nutzer:innen welche Inhalte in
       ihrem algorithmisch sortierten Feed sehen. Nutzer:innen müssen außerdem
       die Möglichkeit haben, diese Personalisierung abzuschalten. Außerdem werden
       Dark Patterns, also Designtricks, die Nutzer:innen bewusst in die Irre
       führen und etwa zu lockereren Datenschutzeinstellungen verleiten, für einen
       Teil der Unternehmen verboten – die genaue Auslegung wird wohl, wie so
       vieles, vor Gericht geklärt werden.
       
       Die Beispiele sind exemplarisch für das Niveau, auf dem sich die
       Plattformregulierung bewegt: Sie baut Zäune und Mauern, um die Macht der
       Konzerne einzuhegen. Sie baut Brücken, Pfade und eine Beschilderung,
       mithilfe derer Nutzer:innen im Dickicht der Intransparenz Wege finden
       sollen, ihren Bedürfnissen zu folgen, ohne von den Interessen der Konzerne
       vereinnahmt zu werden.
       
       Doch die neuen Regeln versäumen eines: die Macht der Konzerne und ihr in
       Teilen toxisches Geschäftsmodell grundlegend anzugehen. Zum Beispiel mit
       einem [2][Verbot personalisierter Werbung], das im Gesetzgebungsprozess
       sogar diskutiert wurde, aber keine Mehrheit fand. Es wäre eine Chance
       gewesen, den Plattformkapitalismus einmal ernsthaft zu hinterfragen.
       
       27 Aug 2023
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] /Neue-EU-Regeln-fuer-Tech-Giganten/!5955996
   DIR [2] https://media.ccc.de/v/rc3-2021-chaosstudiohamburg-378-warum-personalisierte-werbung-verboten-werden-muss
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Svenja Bergt
       
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