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       # taz.de -- Studie über energetische Sanierungen: Gebäude nur selten in neuem Gewand
       
       > Fenster, Fassaden und Dächer werden sehr viel seltener renoviert, als es
       > fürs Erreichen der Klimaziele nötig wäre. Das könnte sich aber ändern.
       
   IMG Bild: Hier wird saniert
       
       Berlin taz | Mit der klimagerechten Renovierung von Gebäuden geht es in
       Deutschland nicht voran. Im vergangenen Jahr lag die Sanierungsquote bei
       0,70 Prozent, im ersten Halbjahr 2024 liegt sie voraussichtlich bei 0,69
       Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts B+L Marktdaten
       Bonn im Auftrag des Bundesverbands energieeffiziente Gebäudehülle (BuVEG),
       in dem Handwerk und Hersteller, etwa von Fenstern, Putzsystemen und
       Dämmstoffen, organisiert sind. 2022 hatte die Quote noch bei 0,88 Prozent
       gelegen.
       
       Der Gebäudebereich gehört zu den Sektoren, die die [1][Ziele der
       Bundesregierung zur CO2-Reduzierung] verfehlen. Verantwortlich dafür sind
       neben fossilen Heizungen schlecht gedämmte Häuser. Um die Klimaziele bei
       Gebäuden zu erreichen, ist nach Angaben des Verbandes eine Erneuerungsquote
       von 2 Prozent jährlich nötig.
       
       „Wir brauchen dringend eine neue Sanierungsoffensive in Deutschland“,
       fordert Jan Peter Hinrichs, Geschäftsführer des BuVEG. Die Bundesregierung
       konzentriere sich zu sehr auf den Heizungsaustausch. Das Anheben der
       Fördersatze für energetische Sanierungen wäre ein guter erster Impuls.
       „Ende letzten Jahres war dies in Planung, ist jedoch leider dem Rotstift
       des Haushalts zum Opfer gefallen“, bedauert er.
       
       Verantwortlich für den Sanierungsstillstand sind dem Verband zufolge unter
       anderem [2][die hohe Inflation] und hohe Zinsen, die zur Zurückhaltung bei
       Investor:innen gesorgt haben. Die klimagerechte Renovierung von
       Gebäuden ist teuer, bei Einfamilienhäusern etwa geht sie schnell in die
       zehntausende Euro. Vergleichsweise oft bauen Eigentümer:innen neue
       Fenster ein, hier lag die Austauschquote bei 1,23 Prozent. Die weitaus
       aufwendigere Erneuerung von Fassaden und Dächern findet etwa halb so oft
       statt.
       
       Der Verband geht davon aus, dass [3][die neue
       EU-Gebäudeeffizienzrichtlinie] für mehr Sanierungen sorgt. Ihre
       Verabschiedung steht auf der Tagesordnung des EU-Ministerrats am Freitag.
       Sie sieht vor, dass der Energieverbrauch von Gebäuden in Deutschland bis
       2030 um 16 Prozent sinken soll. Ursprünglich war eine Sanierungspflicht für
       Eigentümer:innen vorgesehen. Das ist nicht mehr der Fall. Neubauten
       müssen ab 2030 klimaneutral sein.
       
       10 Apr 2024
       
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