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       # taz.de -- Internationaler Strafgerichtshof: Strafrecht, nicht Politik
       
       > Der IStGh hat richtig entschieden. Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen
       > die Menschlichkeit müssen verfolgt und bestraft werden.
       
   IMG Bild: Auf dem richtigen Weg – der Internationale Strafgerichtshofs in Den Haag
       
       Die Entscheidung des Chefanklägers beim Internationalen Strafgerichtshof
       (IStGh) in Den Haag, Haftbefehle gegen drei oberste Hamasführer sowie
       Israels Ministerpräsidenten und Verteidigungsminister zu beantragen, hat
       einen veritablen internationalen Shitstorm ausgelöst. Insbesondere [1][von
       der israelischen Regierung], aber auch aus den USA und von der deutschen
       Bundesregierung kommt scharfe Kritik.
       
       [2][Ankläger Karim Khan] setze damit die Chefs einer Terrororganisation mit
       der gewählten Regierung eines demokratischen Staates gleich. Das allein
       schon sei empörend. Zudem ignoriere der Ankläger, dass Hamas mit dem
       brutalen Massaker vom 7. Oktober 2023 den derzeitigen Konflikt überhaupt
       erst losgetreten habe.
       
       All diese Argumente ignorieren nahezu vollständig den rein strafrechtlichen
       Charakter der vorgebrachten Beweisbewertungen durch die Anklagebehörde. Wo
       immer sich Justiz mit politischen Amtsträger*innen zu beschäftigen hat,
       wird von den Beschuldigten der Vorwurf der politischen Motivation
       aufgebracht werden – ob das nun [3][Donald Trump] ist, [4][Wladimir Putin]
       oder Benjamin Netanjahu. Beizukommen ist dem nur durch die Würdigung der
       vorgelegten Argumente und Beweise – am besten vor Gericht.
       
       Es ist gerade die Idee unabhängiger Gerichtsbarkeiten, politische
       Opportunitätsüberlegungen außen vor zu lassen. Auch die von
       US-Außenminister Antony Blinken aufgebrachte Sorge, die Haftbefehle könnten
       einem Abkommen zur Befreiung der Geiseln im Wege stehen, ist politisch,
       nicht juristisch. Aber wenn der IStGh tatsächlich globale
       Rechtsstaatlichkeit mit einbringen will, darf er eben nicht politisch
       argumentieren.
       
       Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit dürfen nicht
       ungestraft bleiben – und [5][die Strafandrohung] soll eine abschreckende
       Wirkung entfalten. Diese Hoffnung stand hinter der Gründung des IStGh und
       seiner vertraglichen Grundlage, dem Rom-Statut. Es ist ein hoher Anspruch,
       und er wird wahrlich noch nicht eingelöst. Aber wann immer Den Haag den
       Versuch unternimmt, verdient das Unterstützung. So auch diesmal.
       
       21 May 2024
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] https://www.israelhayom.com/2024/05/21/netanyahu-slams-icc-prosecutor-calls-khans-arrest-request-absurd/
   DIR [2] https://www.icc-cpi.int/news/statement-icc-prosecutor-karim-aa-khan-kc-applications-arrest-warrants-situation-state
   DIR [3] /Trumps-Druck-auf-den-Strafgerichtshof/!5706921
   DIR [4] /Haftbefehl-des-IStGH/!5921389
   DIR [5] /-Nachrichten-im-Nahost-Krieg-/!6011301
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Bernd Pickert
       
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