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       # taz.de -- Freund*innenschaft unter Kindern: „Manchmal plappern wir auch viel“
       
       > Claire und Lilo (7) kennen sich aus der Kita, seit sie 2 Jahre alt sind –
       > das ist länger, als sie sich erinnern können.
       
   IMG Bild: Claire (li.) und Lilo im Fotoautomaten
       
       taz: Wenn ihr aneinander denkt – fällt euch dann was Bestimmtes ein? 
       
       Lilo: Mir fällt dann manchmal ein, dass wir beste Freundinnen sind.
       
       Claire: Und mir so, dass wir zusammen lachen.
       
       Die beiden kichern und zutschen an einer Limo. Gestritten haben sie auch
       schon mal. Aber nicht öfter. Und danach wissen sie schon nicht mehr,
       worüber. Auf jeden Fall nicht über Spielsachen und erst recht nicht über
       Jungs. Ob sie überhaupt mal über Jungs reden? Ein abfälliges „Äh-äh“. Die
       beiden finden Jungs „geht so“. „Manche gut, manche schlecht“, sagt Lilo. 
       
       taz: Warum seid ihr beste Freundinnen? 
       
       Claire: Ich mag an Lilo, dass sie so nett ist und mir vertraut und so.
       
       Lilo: Ich mag an Claire, dass wir viel gemeinsam haben und dass sie mir
       vieles zeigt, was ich noch nicht kenne.
       
       taz: Zum Beispiel? 
       
       Lilo: Als ich mit Claire ihren Hort besucht habe, hat sie mir ein
       Geheimversteck gezeigt.
       
       taz: Und was macht ihr, wenn ihr euch zu Hause trefft? 
       
       Lilo: Wenn Claire bei mir ist, gehen wir in den sechsten Stock.
       
       Claire: Wir machen witzige Sachen.
       
       Lilo: Im sechsten Stock wohnen so Leute, aber dann ist da auch so ein
       Schlängel …
       
       Claire: … eine Treppe, und dann gehen wir da hoch, da ist so ein kleiner
       Platz, und da sind wir dann oft.
       
       Lilo: Und dann rutschen wir runter.
       
       Claire: Ja!
       
       Lilo: Oben sind keine Leute. Niemand ist da, wo wir sind, deswegen können
       wir da ganz in Ruhe sein und die Nachbarn belauschen.
       
       Claire: Manchmal verstecken wir uns, und manchmal plappern wir auch viel.
       
       Lilo: Manchmal nehmen wir richtig viele Sachen mit, Decken und so und
       Kuscheltiere und alles Mögliche.
       
       Claire: Manchmal auch Malsachen.
       
       Lilo: Und Essen und Trinken.
       
       Claire: Und manchmal nehmen wir auch den Detektivkoffer mit hoch, den wir
       am Ende doch nicht benutzen. Also umsonst mit hochgenommen.
       
       taz: Was wollt ihr unbedingt mal zusammen machen?
       
       Claire: Irgendwo alleine zusammen hingehen.
       
       Lilo: Ja! Vielleicht so allein ins Restaurant oder so was. Oder zelten!
       
       Denn Erwachsene nerven die Mädchen leider. Etwa die Erzieher*innen in
       der Kita: „Wir wollten alleine sein, aber die wollten alle bewachen“, sagt
       Lilo verständnislos. Wenn sie irgendwann selbst erwachsen sind, wollten sie
       eigentlich zusammen auf einem Bauernhof wohnen. Aber das geht jetzt nicht
       mehr, weil beide auch neue beste Freundinnen haben. Grundsätzlich kein
       Problem, aber mit dem Zusammenwohnen wird’s dann halt schwierig. Lilo und
       Claire haben sich geschworen, für immer Freundinnen zu bleiben. 
       
       taz: Was kann ich wohl noch an interessanten Geschichten aus euch
       herauspressen? 
       
       Lilo: Die Limo, die ich gerade getrunken habe.
       
       taz: Danke, lieber nicht.
       
       7 Mar 2025
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Katrin Gottschalk
       
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