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       # taz.de -- Ozonloch wird kleiner: Glück und Verstand
       
       > Wenn es beim Ozon so gut klappt, sollte es mit der Erderwärmung doch auch
       > gehen. Nur, ganz so einfach ist es leider nicht.
       
   IMG Bild: Wir könnten unsere Umwelt retten – das lehrt uns das „Ozonloch“
       
       Es klingt wie eine große Erfolgsgeschichte, und das ist es auch: Das
       sogenannte Ozonloch schließt sich langsam, aber sicher. Die Schutzfunktion
       der Atmosphäre gegen aggressive Sonnenstrahlung vor allem über dem
       Südpazifik erholt sich, die Gefahr für Menschen, Tiere und Pflanzen sinkt.
       Mit dem [1][Montrealer Protokoll], das 1987 den Schutz der Ozonschicht
       festlegte, hatte die Menschheit mehr Glück als Verstand: Denn der Verlust
       der Ozonschicht wurde mehr oder weniger zufällig entdeckt.
       
       Seine Entdecker galten als Freaks und ein weltweites Abkommen praktisch als
       aussichtslos: Es gab noch keinen Ersatz für die zerstörerischen
       [2][FCKW-Chemikalien], als das Protokoll beschlossen wurde, das auch noch
       die Erderhitzung um wichtige Jahre verzögerte. Aber das internationale
       Umweltabkommen ist leider keine einfache Blaupause für effizienten globalen
       Klimaschutz:
       
       Anders als damals sind es heute nicht nur ein paar Industriebetriebe, die
       den Schadstoff ausstoßen, sondern alle Volkswirtschaften nutzen fossile
       Energie. Anders als beim FCKW gibt es keine einfachen Ersatzlösungen für
       fossile Brennstoffe. Anders als damals befeuert heute vor allem die
       Aufholjagd zu Wohlstand im globalen Süden die Krise. Und anders als damals
       sind die USA keine technisch führende und rational kapitalistisch denkende
       Supermacht mehr, sondern [3][in der Hand von wissenschaftsfeindlichen
       Fossil-Ideologen].
       
       Trotzdem lassen sich aus der [4][Lösung für das Ozonloch] doch Lehren
       ziehen: Der moderne Mensch kann diesen Planeten unbewohnbar machen. Wir
       verfügen aber andererseits über die technischen Möglichkeiten, das Geld und
       das Wissen, um auch die Klimakrise zu begrenzen. Was es dafür braucht, ist
       der Wille dazu – nicht einmal global, die G20-Staaten würden ausreichen.
       Wenn sie politisch gezwungen würden, Wohlstand national und international
       fairer zu verteilen, könnten kurzsichtige Lobby-Interessen überwunden
       werden.
       
       Alles ist machbar, das lehrt uns das „Ozonloch“. Was wir dazu brauchen, ist
       allerdings mehr Verstand als Glück.
       
       16 Sep 2025
       
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