# taz.de -- Drohender Rechtsruck: Sag mir, wo du stehst, damit sich noch was dreht
> Im neuen Jahr wird in einigen Bundesländern gewählt, es droht ein
> massiver Schwenk nach rechts. Dagegen sollten alle Demokrat:innen
> etwas tun.
IMG Bild: Hier ist die AfD besonders stark: Wahlkampf in Sachsen-Anhalt im Januar 2025
Da blicken wir am Silvesterabend auf das Jahr zurück, vielleicht
erleichtert, weil es wieder mal so richtig sch…, so richtig schwierig war.
Und hoffen auf Besserung. Gibt es dafür Anlass? Leider nicht. Dafür muss
man nicht einmal über Kriege, Klimakrise, den weltweiten Rechtsruck reden.
Es reicht ein Blick auf die fünf Landtagswahlen bei uns im kommenden Jahr.
Baden-Württemberg ist da nur ein Appetitanreger. Dort buhlen am 8. März –
nebenbei bemerkt Weltfrauentag – [1][Manuel Hagel] (CDU), [2][Cem Özdemir]
(Grüne) und [3][weitere Männer] von SPD und AfD um die Nachfolge von
[4][Winfried Kretschmann.]
Das war der erste – und so wie aus aussieht, vorerst auch letzte –
Ministerpräsident der Grünen. Darüber könnte man schwätze im Ländle. Doch
im Vergleich zu den anderen vier Wahlen – in Rheinland-Pfalz,
Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin – geht es bei dem sich im
Südwesten abzeichnenden Rechtsruck nur um eine harmlose Verschiebung.
Glaubt man [5][den Umfragen,] könnte der grün-schwarzen eine schwarz-grüne
Regierung folgen. Wenn sich nicht noch etwas dreht.
Tatsächlich republikverändernd dürfte der Herbst werden. Da geht es am 6.
September in Sachsen-Anhalt und am 20. September in Mecklenburg-Vorpommern
an die Urnen. Vor allem in Sachsen-Anhalt droht ein Einschnitt, dort liegt
die AfD [6][laut Umfragen] so weit vorne, dass eine absolute Mehrheit nicht
ausgeschlossen werden kann. Falls es dafür nicht reicht, könnte sie sich
vom BSW durchwinken lassen, das einst angeblich gegründet wurde, um die AfD
kleinzukriegen. Dessen Namensgeberin hat aber bekanntlich jede Brandmauer
zum Einsturz freigegeben.
Als Reaktion auf Sachsen-Anhalt könnte [7][in Berlin, wo am 20. September
ein neues Abgeordnetenhaus gewählt wird, allerdings Rot-Rot-Grün gewinnen].
Mit einer ersten [8][Linken als Regierungschefin.] Elif Eralp kennt zwar
bisher kaum jemand in der Stadt, aber selbst Kai Wegner, der [9][amtierende
Regierende von der CDU,] ist vielen Berliner:innen kein Begriff. Die
Hauptsache bei der Hauptstadtwahl wäre ohnehin: dass sich was dreht. Auch
weil in Mecklenburg-Vorpommern, das am selben Tag wählt, die AfD so stark
werden dürfte, dass das Land zwar nicht vor der AfD-Übernahme, aber vor der
Unregierbarkeit steht.
Wenn sich nicht noch was dreht. Dagegen ist Polarisierung gefragt – nicht
zu verwechseln mit Radikalisierung. Es ist genau das Gegenteil. Es reicht
schon eine stabile Standhaftigkeit auf der demokratischen Seite. Das
erscheint fast schon radikal, das wiederum liegt am Graben, den die
Rechtsextremen überschritten und unüberbrückbar vertieft haben.
2026 muss viel geredet werden, darüber, was geht. In Sachsen-Anhalt könnte
eine Stimme für die SPD zur antifaschistischen Aktion werden, wenn die
Partei dadurch über 5 Prozent der Wählerstimmen bliebe und so die
Anti-AfD-Barrikade im Landtag stützen könnte. Jede Stimme zählt. Der
Smalltalk am Silvesterabend kann dafür nur ein Anfang sein.
31 Dec 2025
## LINKS
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DIR [9] /Antrittsbesuch-des-Kanzlers-in-Berlin/!6134773
## AUTOREN
DIR Gereon Asmuth
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