# taz.de -- Deutschlands Wirtschaftskrise: Wirtschaftsweiser gegen schnellere Steuersenkung für Firmen
> Um die Wirtschaft anzukurbeln, fordern manche, die Körperschaftsteuer
> schneller zu senken und Feiertage zu streichen. Der Ökonom Truger lehnt
> beides ab.
IMG Bild: Achim Truger: Die Auswirkungen einer Feiertagstreichung hält er für überbewertet
dpa | Der [1][Wirtschaftsweise Achim Truger] warnt die Bundesregierung
davor, die für 2028 geplante Senkung der Körperschaftsteuer vorzuziehen. Zu
einem entsprechenden Vorstoß unter anderem von [2][Bayerns
Ministerpräsident Markus Söder (CSU)] sagte Truger dem Redaktionsnetzwerk
Deutschland (RND): „Das ist eine totale Schnapsidee. Die zusätzlichen
Impulse daraus wären sehr gering.“
Angesichts der hartnäckigen Konjunkturschwäche hatte Söder jüngst
gefordert, Unternehmen schneller zu entlasten und die schrittweise Senkung
der Körperschaftsteuer von 2028 auf den 1. Juli 2026 vorzuziehen.
Eine sofortige Senkung würde große Löcher in die öffentlichen Haushalte
reißen, sagte Truger, der Mitglied im Sachverständigenrat Wirtschaft ist.
„Kontraproduktive Ausgabenkürzungen wären die Folge. Das würde die
Konjunktur am Ende sogar belasten“, warnte er. „Man sollte das unbedingt
unterlassen.“
## Feiertag streichen? „Auswirkungen überbewertet“
Auf Gegenwind stieß bei ihm zudem der Vorschlag von Ökonomen und Verbänden,
einen [3][Feiertag] zu streichen, um die Konjunktur anzukurbeln. „Die
Auswirkungen halte ich für überbewertet“, sagte Truger. „Erstens ist es
eine Besonderheit, die Konjunkturprognose überhaupt so anzupassen, dass
zusätzliche oder wegfallende Feiertage eingerechnet werden. Andere Länder
machen das nicht und es gibt auch Länder, in denen Feiertage, die auf das
Wochenende fallen, nachgeholt werden.“ Zweitens sei derzeit eher mangelnde
Nachfrage das Problem. Truger verwies zudem darauf, dass Bayern besonders
viele Feiertage habe, wirtschaftlich aber nicht schwächer sei als andere
Bundesländer.
Der Präsident der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Peter
Adrian, hält es für sinnvoll, Feiertage zu streichen, um die
Wirtschaftsleistung zu erhöhen. Die „Wirtschaftsweise“ Monika Schnitzer
befürwortet die Abschaffung eines Feiertages zur Finanzierung von
Krisenlasten.
31 Dec 2025
## LINKS
DIR [1] /Wirtschaftsweise-Truger/!6106678
DIR [2] /Mieses-Wahlergebnis-beim-CSU-Parteitag/!6137912
DIR [3] /Warum-an-Weihnachten-erhoehte-Penisbruchgefahr-besteht/!6136145
## TAGS
DIR Feiertage
DIR Wirtschaft
DIR Wirtschaftskrise
DIR Reden wir darüber
DIR GNS
DIR Kanzler Merz
DIR Schwerpunkt Iran
DIR Reden wir darüber
DIR Sachverständigenrat
DIR Sozialpolitik
## ARTIKEL ZUM THEMA
DIR Neujahrsansprache des Bundeskanzlers: Kein Wort über die wirtschaftlichen Sorgen der Bürger
Bundeskanzler Friedrich Merz redet in seiner Neujahrsansprache viel über
Wirtschaft. Er kündigt „grundlegende Reformen“ an. Das ist eine Drohung.
DIR Proteste in Iran: Der Markt regelt die Revolte
Ausgelöst von Händlern des Großen Basars in Teheran erlebt die Islamische
Republik erneut Proteste – nicht nur wegen des plötzlichen
Währungseinbruchs.
DIR Suizidprävention in Japan: Das Ende des Schweigens
In Japans Nordprovinz Akita, einst Suizid-Hochburg, brechen
Aktivist:innen das soziale Tabu, darüber zu sprechen, und beginnen mit
der Prävention.
DIR Die Wirtschaftsweisen: Keiner hält sich mehr ans Gelübde
Eigentlich befinden sich die Wirtschaftsweisen in der Schweigeperiode.
Doch insbesondere Veronika Grimm ist sehr mitteilsam.
DIR Wirtschaftsweise Truger: „Der Sozialstaat ist ein Schutzfaktor, kein Krisenfaktor“
In der Debatte über Wirtschaftskrise und Sozialkürzungen wirbt der
Wirtschaftsweise Truger dafür, „nicht die Ärmsten die Zeche zahlen“ zu
lassen.