# taz.de -- Wahlkampfendspurt in Baden-Württemberg: Hagel setzt auf Katherina Reiche, Özdemir auf Erneuerbare
> Der Irankrieg und die steigenden Spritpreise werden im Südwesten zum
> Wahlkampfthema. In einer Umfrage haben die Grünen derweil die CDU
> eingeholt.
IMG Bild: Beim Kartellamt einer Meinung, bei der Wirtschaftsministerin nicht: Özdemir und Hagel auf einer Wahlkampfveranstaltung in Stuttgart
afp/taz | Zwei Tage vor [1][der Wahl in Baden-Württemberg] fordert
CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel niedrigere Spritpreise. Im
ZDF-Morgenmagazin sagte er am Freitag, es dürfe nicht sein, dass die
Ölkonzerne sich wegen des Kriegs im Iran die Taschen voll machten. Gerade
in einem Flächenland wie Baden-Württemberg, wo viele Menschen auf das Auto
angewiesen seien, würden viele unter den stark gestiegenen Preisen leiden.
Deshalb sei es „goldrichtig“, dass Bundeswirtschaftsministerin Katherina
Reiche (CDU) das Bundeskartellamt mit einer Prüfung der Preissprünge
beauftragt habe.
Auch [2][Grünen-Kandidat Cem Özdemir] sprach sich in der Sendung für eine
entsprechende Prüfung aus. Gleichzeitig kritisierte er Reiche aber scharf.
„Ich muss mich schon wundern über die Bundeswirtschaftsministerin“, sagte
er. Wie man an ihren jüngsten Vorhaben zum Beispiel zum
Gebäudeenergiegesetz sehe, seien erneuerbare Energien für sie das größte
Problem. Dabei sei doch gerade sichtbar, „wozu die Abhängigkeit von
fossilen Energieträgern führt. Das wird teurer, es ist schlecht fürs Klima,
es ist aber auch schlecht für die Souveränität des Landes.“
Laut Umfragen kündigt sich bei der Wahl am Sonntag ein Kopf-an-Kopf-Rennen
zwischen den Grünen und der CDU mit ihrem Spitzenkandidaten Manuel Hagel
an. In einer am Donnerstagabend veröffentlichten Erhebung der
Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF lagen beide Parteien gleichauf bei
jeweils 28 Prozent.
Hagel demonstrierte am Freitag trotz der Aufholjagd der Grünen
Gelassenheit. Das CDU-Ergebnis in den Umfragen sei „einigermaßen stabil“,
seine Partei liege immer knapp unter 30 Prozent Zustimmung, sagte er im
Morgenmagazin. Für ihn sei nur das Wahlergebnis am Sonntag wichtig. Danach
komme der Montag – „und dann werden wir daraus das Beste machen“.
Özdemir kündigte an, auch im Falle eines Wahlsiegs am Sonntag nicht viel
Rücksicht auf Interessen seiner Partei zu nehmen. „Wenn eine gute Idee von
jemanden kommt, der bei der CDU ist, wird sie deshalb ja nicht falsch“,
sagte er. „Nicht jede Idee, die aus meiner Partei kommt, muss immer richtig
sein“, ergänzte er. Für einen Ministerpräsidenten müsse „das
Landesinteresse im Zentrum“ stehen, sagte der aus Baden-Württemberg
stammende Özdemir.
Derzeit regieren Grüne und CDU in Baden-Württemberg gemeinsam, wobei die
Grünen der größere Partner sind und [3][mit Winfried Kretschmann den
Ministerpräsidenten stellen.] Dieser tritt nicht erneut an.
6 Mar 2026
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