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       # taz.de -- Medizinische Versorgung: Entscheidungen im Notfall auf der Intensivstation
       
       > Angehörige müssen manchmal Entscheidungen für andere treffen. Doch
       > entsprechen sie dem Patientenwillen? Das untersucht eine neue Studie.
       
   IMG Bild: Intensivstation: Die Kommunikation zwischen Patient:innen, Angehörigen und medizinischem Personal ist sehr wichtig
       
       Auf der [1][Intensivstation] dürfen Patient:innen grundsätzlich selbst
       über die Durchführung der nötigen Maßnahmen entscheiden. Doch was passiert,
       wenn sie dazu nicht in der Lage sind, etwa weil ihr geistiger oder
       körperlicher Zustand dies nicht zulässt? In solchen Fällen müssen die
       Angehörigen die Entscheidung treffen. Dies kann auch Maßnahmen betreffen,
       die zuvor nicht besprochen wurden – zum Beispiel eine maschinelle Beatmung
       [2][oder eine Organspende nach dem Hirntod]. Im schlimmsten Fall kann es
       dadurch vorkommen, dass die Angehörigen Entscheidungen treffen müssen, die
       von Patient:innen nicht gewollt waren.
       
       ## [3][Die Studie] 
       
       Die Frage, wie gut Menschen über die Wünsche ihrer Angehörigen auf der
       Intensivstation informiert sind, haben Wissenschaftler:innen des
       Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf untersucht.
       
       Dazu befragten sie Patient:innen auf einer Station sowie deren
       Angehörige mithilfe eines Interviews sowie einem speziell entwickelten
       Fragebogen. Dieser enthielt unter anderem Fragen zur Intensivtherapie –
       etwa, ob sie künstliche Ernährung, ein [4][Kunstherz] oder eine
       Organtransplantation nach dem Hirntod akzeptieren würden. Außerdem ging es
       um Vorstellungen zur Lebensqualität: Wie wichtig ist die Mobilität? Wäre es
       akzeptabel, dauerhaft bettlägrig oder vollständig auf fremde Hilfe
       angewiesen zu sein? Ziel der Studie war es, herauszufinden, inwieweit die
       Angehörigen die Wünsche der Patient:innen kennen oder in ihrem Sinne
       entscheiden würden.
       
       In den meisten Fällen trafen sie dabei den Willen der Patient:innen. Im
       Durchschnitt stimmten der tatsächliche und der vermutete Patientenwille in
       4 von 5 Fällen überein. Je nach Maßnahme gab es jedoch deutliche
       Unterschiede: Die größte Übereinstimmung gab es bei der Gabe von
       Antibiotika oder bestimmten Medikamenten, die im Schockzustand gegeben
       werden – dann, wenn der Körper nicht ausreichend Sauerstoff bekommt. Die
       geringste beim Kunstherz. Insgesamt war sich nur ein Drittel der Befragten
       bei der Beantwortung der Fragen sicher. Etwa 60 Prozent der
       Patient:innen hatten ihre Wünsche vor der Behandlung mit den
       Angehörigen besprochen.
       
       ## Was bringt’s?
       
       Die Studie zeigt, wie wichtig die Kommunikation zwischen Patient:innen,
       Angehörigen und medizinischem Personal ist. Denn falsche Einschätzungen
       können dazu führen, dass Menschen entgegen ihrem Willen behandelt werden.
       Die Studienautor:innen betonen, wie wichtig es ist, Information über
       Prognosen und mögliche Komplikationen medizinischer Eingriffe transparent
       zu teilen. Zudem bietet die Studie Anknüpfungspunkte für weitere Forschung
       dazu, welche Methoden am besten geeignet sind, die Wünsche nicht
       entscheidungsfähiger Patient:innen zu erfassen.
       
       26 Apr 2026
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] /Drei-Ideen-fuer-das-Krankenhaus-der-Zukunft/!6162916
   DIR [2] /Organspenden/!6148970
   DIR [3] https://www.aerzteblatt.de/archiv/einwilligung-zur-intensivtherapie-uebereinstimmung-von-angehoerigen-und-patientenmeinung-73dc671a-f3c3-415d-a10a-72b9f16b07c6
   DIR [4] /Kunstherz-mit-Schwachstellen/!5502551
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Sofia Zharinova
       
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