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       # taz.de -- Kühe in Tschornobyl: Muhen im Sperrbezirk
       
       > In der Nordukraine lebt eine Herde Hausrinder. Wie schlagen sie sich in
       > der Wildnis? Und was lernen wir daraus für unsere dystopischen Fantasien?
       
   IMG Bild: In Tschernobyls Sperrzone lebt eine wilde Kuhherde
       
       Der Schrecken von Atombomben und Strahlungsunglücken prägt die Popkultur
       seit Jahrzehnten. Filme wie „Godzilla“ greifen die Angst vor nuklearer
       Zerstörung auf: Ein durch Strahlung mutiertes Monster verwüstet Städte –
       inspiriert von Hiroshima, Nagasaki und Atomtests im Pazifik.
       
       Auch „Formicula“ (Originaltitel: „Them!“) zeigt mit riesigen Ameisen aus
       New Mexico typische Strahlungsfantasien. In neueren Formaten wie [1][„The
       100“] müssen Menschen in einer postapokalyptischen Welt mit [2][mutierten
       Lebewesen] wie giftigen Pflanzen oder veränderten Tieren überleben.
       
       Abseits dieser Fiktionen stellt sich die Frage, [3][wie Tiere tatsächlich
       in radioaktiv belasteten Gebieten leben]. Ein reales Beispiel bietet die
       Sperrzone von Tschornobyl, heute ein Biosphärenreservat, in dem sich Flora
       und Fauna seit der Nuklearkatastrophe vor rund 40 Jahren entwickeln.
       
       Eine ungewöhnliche Langzeitbeobachtung begann vor etwa zehn Jahren: Nach
       dem Tod eines Bauern nahe Lubjanka (Ukraine) wurden sieben Milchkühe in die
       Wildnis entlassen und seitdem wissenschaftlich per Kamera und Feldstudien
       begleitet.
       
       ## Wie die Auerochsen
       
       Eine im Fachjournal Mammal Research veröffentlichte Zwischenbilanz zeigt:
       Die Tiere kommen erstaunlich gut zurecht. Sie passen sich ihrer Umgebung an
       und zeigen Verhaltensweisen, die an ihre wilden Vorfahren, [4][die
       berühmten Auerochsen, erinnern.] Die Herde wuchs zeitweise auf etwa 20
       Tiere an und entwickelte typische Abwehrmechanismen.
       
       Dennoch gibt es Einschränkungen: Die isolierte Lebensweise der Rinder wirft
       Fragen zur langfristigen genetischen Vielfalt der Population auf. Trotz
       radioaktiver Belastung zeigt das Beispiel, dass große Säugetiere unter
       extremen Bedingungen überleben und sich anpassen können – ob nicht
       langfristig gigantische Riesenkühe mit zwei Köpfen entstehen, muss
       natürlich noch weiter beobachtet werden.
       
       26 Apr 2026
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] https://de.wikipedia.org/wiki/The_100
   DIR [2] /Forschung-ueber-Kriegsschaeden/!5890269
   DIR [3] /Verstrahlte-Nashoerner-in-Suedafrika/!6027801
   DIR [4] /Kinder-fragen-die-taz-antwortet/!5754189
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Ann-Kathrin Leclère
       
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