# taz.de -- +++ Nachrichten im Iran-Krieg +++: US-Delegation will Montag in Islamabad verhandeln
> Iran sieht Entwicklungen, aber noch lange keine Einigung mit den USA.
> Türkei ist „optimistisch“, dass es zu einer Verlängerung der Waffenruhe
> kommt.
IMG Bild: Ein Tanker liegt in der Straße von Hormus vor der Küste der Insel Qeschm
## US-Delegation Montag für Verhandlungen in Islamabad
Im Konflikt mit dem Iran reist nach Angaben von US-Präsident Donald Trump
wieder eine Delegation aus Washington für Verhandlungen in die
pakistanische Hauptstadt Islamabad.
Seine Vertreter würden dort am Montagabend sein, schrieb Trump auf der
Plattform Truth Social ohne Angaben zur Zeitzone zu machen. (dpa)
## Türkei „optimistisch“ bei Verlängerung der Waffenruhe
Die Türkei hat sich zuversichtlich über den Fortbestand der Waffenruhe
zwischen Iran und den USA über das für kommenden Mittwoch vorgesehene Ende
hinaus gezeigt. „Ich hoffe, es gibt eine Verlängerung. Ich bin
optimistisch“, sagte der türkische Außenminister Hakan Fidan am Sonntag in
Antalya. „Wir hoffen, dass (…) die Konfliktparteien die Waffenruhe
verlängern werden.“ Niemand wolle, dass nach dem Ende der Feuerpause
kommende Woche „ein neuer Krieg ausbricht“.
Derzeit laufen die Bemühungen um eine Friedenslösung weiter auf Hochtouren.
Vor dem Auslaufen der zweiwöchigen Waffenruhe bemühen sich die
vermittelnden Staaten Pakistan, Ägypten und die Türkei darum, eine
dauerhafte Friedenslösung zu finden. Der iranische Parlamentspräsident
Mohammed Bagher Ghalibaf sprach von Fortschritten – doch sei eine Einigung
mit den USA noch „weit“ entfernt.
Zu den Knackpunkten der Verhandlungen zählen die Öffnung der vom Iran
blockierten Straße von Hormus sowie die iranischen Vorräte an
angereichertem Uran. Westliche Staaten werfen Teheran seit Jahren vor, nach
Atomwaffen zu streben. Teheran bestreitet dies und versichert, sein
Atomprogramm lediglich zur zivilen Nutzung zu betreiben. (afp)
## Iran: Wenig Fortschritte in Verhandlungen mit den USA
Irans Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf, der einer der
Unterhändler ist, hat Fortschritte bei den Verhandlungen mit den USA zur
Beendigung des Krieges bekanntgegeben. Von einer Einigung seien beide
Seiten aber noch weit entfernt, sagte Ghalibaf am Samstagabend im
iranischen Fernsehen und fügte hinzu: „Wir haben in den Verhandlungen
Fortschritte erzielt, aber es gibt viele Diskrepanzen und einige
grundlegende Punkte sind nach wie vor offen.“
Ghalibaf und seine Delegation hatten am vergangenen Wochenende in der
[1][pakistanischen Hauptstadt Islamabad Gespräche mit US-Vizepräsident J.
D. Vance geführt] – es war das ranghöchste Treffen zwischen Iran und den
USA seit der Islamischen Revolution 1979. Die erste Verhandlungsrunde ging
ohne Ergebnis zu Ende, die Vermittlungsbemühungen werden aber fortsetzt.
Ein Termin für eine neue Gesprächsrunde wurde nach Angaben des iranischen
Vizeaußenministers bisher nicht festgelegt.
Ghalibaf sagte am Samstag, Iran habe den Krieg „auf dem Schlachtfeld“
gewonnen. Die USA hätten ihre Kriegsziele nicht erreicht und Iran
kontrolliere die strategisch wichtige Straße von Hormus. Iran habe auch der
Waffenruhe mit den USA nur zugestimmt, „weil sie unseren Forderungen
zugestimmt haben“.
Die am 7. April zwischen Washington und Teheran vereinbarte zweiwöchige
Waffenruhe läuft nach jetzigem Stand am kommenden Mittwoch aus. Die
Vermittler um Pakistan versuchen, eine dauerhafte Lösung zu finden und die
noch offenen Streitpunkte zwischen Washington und Teheran zu klären. (afp)
## Beschuss von Schiffen
Wegen mutmaßlichen Beschusses von zwei indisch beflaggten Handelsschiffen
bestellte das Außenministerium in Neu-Delhi laut Mitteilung den iranischen
Botschafter ein. Man habe die „tiefe Besorgnis Indiens“ über den Vorfall
übermittelt. Wie der indische Sender NDTV unter Berufung auf Quellen
berichtete, wurden die Schiffe „Jag Arnav“ und „Sanmar Herald“ von
Kanonenbooten attackiert. Niemand sei verletzt worden, auch sei kein
Sachschaden entstanden. Die Schiffe hätten jedoch umkehren müssen.
Iran müsse Schiffen die Fahrt nach Indien durch [2][die Straße von Hormus]
wieder erleichtern, hieß es. Zuvor hatte der Verfolgungsdienst
TankerTrackers.com unter Berufung auf den maritimen Notrufkanal berichtet,
iranische Revolutionsgarden hätten in der Meerenge zwei Schiffe gewaltsam
zurückgedrängt. Betroffen sei unter anderem ein Supertanker gewesen, der
zwei Millionen Barrel (rund 272.000 Tonnen) irakisches Rohöl transportiere.
Durch den Irankrieg im Persischen Golf gestrandete Kreuzfahrtschiffe haben
dagegen die Straße von Hormus durchquert und sind auf dem Weg nach Europa.
Darunter sind „Mein Schiff 4“ und „Mein Schiff 5“ von TUI Cruises und die
„MSC Euribia“ der Schweizer Gesellschaft MSC. Sie seien am Samstag im
Konvoi durch die Meerenge gefahren, sagte ein MSC-Sprecher. „Die Durchfahrt
erfolgte in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden“, hieß es weiter.
(dpa)
## Iran fordert Aufhebung der US-Seeblockade
Das US-Militär hatte zuvor mitgeteilt, weiter gegen Schiffe vorzugehen, die
Irans Häfen anlaufen oder von dort ablegen wollen. Ghalibaf nannte die
US-Blockade töricht und ignorant. „Wenn die Blockade nicht aufgehoben wird,
wird der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus zweifellos
eingeschränkt sein“, sagte der Parlamentspräsident in dem Interview. Daran
bestehe kein Zweifel.
US-Präsident Donald Trump hatte sich öffentlich von Irans Kehrtwende
unbeeindruckt gezeigt. Teheran gehe seit Jahren so vor – „damit können sie
uns nicht erpressen“, hatte er am Samstag Journalisten im Weißen Haus
gesagt. Beide Seiten würden weiter verhandeln. „Wir führen derzeit sehr
gute Gespräche. Es läuft wirklich sehr gut“, sagte der Republikaner. Anfang
April hatten sich die USA und der Iran auf eine zweiwöchige Waffenruhe
geeinigt. (dpa)
## Israelischer Soldat im Süden des Libanon getötet
Bei Kämpfen im Süden Libanons ist nach Armeeangaben ein israelischer Soldat
getötet worden. Der 31-Jährige sei „im Gefecht gefallen“, erklärten die
israelischen Streitkräfte am Sonntag, ohne nähere Angaben zu machen.
Zwischen Israel und Libanon war eigentlich in der Nacht auf Freitag eine
zehntägige Waffenruhe in Kraft getreten.
Der 31-Jährige ist der zweite israelische Soldat, der seit Beginn der
Waffenruhe getötet wurde. Er ist zugleich laut einer Zählung der
Nachrichtenagentur AFP der 15. getötete israelische Soldat seit dem
Wiederaufflammen des Konflikts zwischen Israel und der pro-iranischen
Hisbollah-Miliz im Zuge des Irankriegs.
Der Libanon war Anfang März in den Irankrieg hineingezogen worden. Damals
feuerte die Hisbollah als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen
Führers Ayatollah Ali Chamenei Raketen auf Israel ab. In der Folge griff
Israel zahlreiche Ziele im Libanon an und schickte Bodentruppen über die
Grenze. (afp)
## Klingbeil für weitere Entlastung offen
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) schließt weitere Schritte zur
Entlastung der Bürger angesichts des Irankriegs und der Energiepreiskrise
nicht aus. Klingbeil verwies auf das Entlastungspaket der Koalition und
sagte: „Über alles Weitere werden wir in der Regierung beraten.“ Am Rande
eines Kongresses sozialdemokratischer und sozialistischer Parteien in
Barcelona drückte Klingbeil zugleich die Hoffnung aus, „dass dieser Krieg
nun zu einem Ende kommt und es auch keine weitere Verschärfung gibt.“
Auch angesichts eines drohenden Mangels bei Kerosin sei die Bundesregierung
bereit, jederzeit alle möglichen Maßnahmen in der Hand zu behalten, um
reagieren zu können. Die Regierung beobachte die Lage genau und handele,
wenn es Probleme gebe, sagte Klingbeil. Wirtschaftsministerin Katherina
Reiche (CDU) hatte zuvor vor Alarmismus gewarnt, aber zugleich für den Fall
eines Kerosinmangels auch Gegenmaßnahmen angekündigt.
Klingbeil sagte, der Krieg und seine Folgen würden die Welt insgesamt noch
lange beschäftigen – bis zu möglichen Hungerfolgen im globalen Süden.
„Deswegen ist es gut, dass es immer mehr gibt, die deutlich diesem Krieg
widersprechen.“
Seinen Auftritt auf dem Kongress nutzte der SPD-Chef für einen Aufruf zum
gemeinsamen Kampf gleichgesinnter Kräfte. „Lasst uns für die Demokratie
kämpfen“, sagte Klingbeil. Die Versammlung mit nach Veranstalterangaben bis
zu 5.000 Teilnehmenden hatte das Ziel, sogenannte progressive Kräfte
weltweit zu verbinden und zu stärken – auch als Gegengewicht zu
US-Präsident Donald Trump, der hier als „Aushängeschild der globalen
Rechten“ betrachtet wurde. (dpa)
19 Apr 2026
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