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       # taz.de -- Warkens Sparpaket: Riskanter Rückschritt
       
       > Die Hautkrebsfrüherkennung könnte bald aus dem Leistungskatalog
       > gestrichen werden. Warum diese Entscheidung am Ende teuer werden kann.
       
   IMG Bild: Bisher Kassenleistung: Hautkrebsscreening
       
       Nina Warken spart an der falschen Stelle. Die Bundesgesundheitsministerin
       will [1][im Rahmen des Sparpakets] das Hautkrebsscreening als
       Kassenleistung abschaffen. Das ist absolut kontraproduktiv: Kurzfristig mag
       das Geld sparen, langfristig wird es jedoch teurer.
       
       Seit 2008 können gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren alle zwei Jahre am
       Hautkrebsscreening teilnehmen. Warkens Argumentation, das
       Hautkrebsscreening sei anlasslos und die Zahl gefährlicher
       Hautkrebserkrankungen sei nicht zurückgegangen, greift zu kurz. Zwar ist
       die Zahl der Neuerkrankungen nach Einführung des Screenings im Jahr 2008
       gestiegen. Doch das spricht nicht gegen das Screening, sondern für seinen
       eigentlichen Zweck: Es soll Krebs nicht verhindern, sondern ihn frühzeitig
       erkennen.
       
       Entscheidend ist, dass rund 67 Prozent der Hautkrebsfälle seitdem in einem
       frühen Stadium entdeckt werden. Das bedeutet geringere Behandlungskosten
       und eine bessere Lebensqualität für die Betroffenen. Dass Einsparungen an
       dieser Stelle langfristig teurer werden, zeigen auch die Zahlen. Im Jahr
       2023 erkrankten in Deutschland rund 27.000 Menschen an schwarzem Hautkrebs.
       Hinzu kamen etwa 230.000 Neuerkrankungen an weißem Hautkrebs.
       
       Damit ist [2][Hautkrebs] fünfthäufigste Krebsart in Deutschland. Weißer
       Hautkrebs ist zwar meist weniger aggressiv, kann aber dennoch
       schwerwiegende Folgen haben, besonders bei Menschen mit geschwächtem
       Immunsystem. Beim schwarzen Hautkrebs bilden sich in fortgeschrittenem
       Stadium deutlich häufiger Metastasen. Diese zu behandeln ist teuer. Die
       Jahrestherapiekosten für ein Medikament wie Nivolumab liegen bei rund
       76.000 Euro pro Patient:in, während ein Hautkrebsscreening unter 100 Euro
       kostet.
       
       Wer beim Hautkrebsscreening spart, spart also nur kurzfristig. Langfristig
       werden Kosten in deutlich teurere Behandlungen verschoben – und es wird in
       Kauf genommen, dass aus einem früh erkennbaren Befund eine
       lebensbedrohliche Erkrankung werden kann. Das ist keine nachhaltige
       Gesundheitspolitik, sondern ein riskanter Rückschritt.
       
       23 Apr 2026
       
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