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       # taz.de -- Hochradioaktiver Atommüll: Castortransport in Schwierigkeiten
       
       > Eine „Störung der Stromversorgung“ bremst den zweiten Castor-Transport
       > mitten durch NRW aus. Atomkraftgegner:innen fordern Aufklärung.
       
   IMG Bild: Schon ganz ohne Blockade läuft der Castor-Transport nicht rund: Protest am 21. April 2026
       
       Bei den [1][Castor-Transporten mit hochradioaktivem Atommüll mitten durch
       NRW] treten immer neue technische Probleme auf. Am Dienstagabend konnte der
       zweite Spezial-Sattelzug das Forschungszentrum Jülich nach Beobachtung von
       Antiatomaktivist:innen erst mit rund 90 Minuten Verzögerung
       verlassen. Grund sei die „Störung in der externen Stromversorgung des
       Fahrzeugs im Stillstand“ gewesen, erklärte die Jülicher
       Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen (JEN) schriftlich. Der
       strahlende Abfall wird von Jülich ins Zwischenlager Ahaus transportiert
       
       Ob auch die Überwachung des Castors gefährdet war, ist unklar. In dem
       Statement heißt es, „die Transporteinheit selbst“ sei „zu keinem Zeitpunkt
       betroffen oder beschädigt“ gewesen. Am Telefon sagte ein JEN-Sprecher der
       taz aber, die unterbrochene Stromversorgung bediene zumindest indirekt eben
       doch diese Transporteinheit – den 30 Meter langen Auflieger, auf dem der
       2,70 Meter lange Atommüllbehälter steht.
       
       Die Einheit beinhalte „diverse technische Systeme“, die der Geheimhaltung
       unterlägen, so der Sprecher – und die benötigen offenbar Strom. Die
       Dichtigkeit des Behälters sei aber „jederzeit sichergestellt“ gewesen: „Der
       Castor ist völlig intakt.“
       
       Atomkritische Initiativen fordern jetzt Aufklärung – schließlich gab es
       schon zuvor Pannen: [2][2023 verlor ein unbeladener Probetransport „den
       Sichtkontakt“] zur vorausfahrenden Polizeikolonne und bog im Autobahnkreuz
       Kaiserberg falsch ab. Außerdem habe die bundeseigene Gesellschaft für
       Zwischenlagerung eingeräumt, dass es eine Woche gedauert habe, den ersten
       Jülicher Castor am Zielort Ahaus an die Behälter-Überwachung anzuschließen,
       kritisieren etwa Marita Boslar von dem Aktionsbündnis Stop Westcastor und
       Heiner Möllers von der Initiative Kein Atommüll in Ahaus.
       
       Trotzdem sollen noch 150 weitere Castoren ins dortige Zwischenlager
       gebracht werden. Die schwarz-grüne NRW-Landesregierung müsse jetzt
       aufklären, welche Folgen ein Defekt der Stromversorgung während der Fahrt
       haben könnte, fordern die Atomkraftgegner:innen. Unklar bleibe auch, ob am
       Dienstag Sicherheitsbedenken ignoriert wurden. Bei [3][jedem Transport sind
       wegen möglicher Terrorgefahr rund 2.000 Polizist:innen im Einsatz].
       
       22 Apr 2026
       
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