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       # taz.de -- Böden als Klimaretter: Eine Lösung für die Erderhitzung liegt uns zu Füßen
       
       > In unseren Böden schlummert ein bislang ungenutztes Potenzial: Im Kampf
       > gegen die Erderwärmung könnten sie zur natürlichen Klimaanlage werden.
       
   IMG Bild: Gesunde Böden könnten zur natürlichen Klimaanlage werden
       
       Die Wiederherstellung von degradierten Böden könnte einen kühlenden Effekt
       auslösen, der bis zu dreimal stärker ist als die durch Treibhausgase
       verursachte Erwärmung. Das zeigt ein Report der globalen
       Bodenschutz-Initiative Save Soil.
       
       „Wenn es um Klimaschutz geht, schaut die Welt eigentlich nur auf die
       Energie- und Industriebranche“, erklärt Rico Rau, Politik- und
       Forschungsberater bei Save Soil. Die Politik konzentriere sich darauf,
       CO₂-Emissionen zu vermindern. Dieser Ansatz sei leichter zu verstehen und
       zu verwirtschaften als natürliche Prozesse. Obwohl eine Reduktion von
       Emissionen im Kampf gegen die Klimakrise absolut notwendig sei, würden
       andere wirkungsvolle Ansätze vernachlässigt – [1][etwa gesunde Böden und
       Wasserkreisläufe.]
       
       Dabei haben diese ein immenses Potenzial. Ein intakter Boden kann Wasser
       wie einen Schwamm aufsaugen und an die auf ihm wachsenden Pflanzen abgeben.
       Durch die natürliche Verdunstung von bewachsenen Bodenoberflächen, auch
       Evapotranspiration genannt, entsteht ein kühlender Effekt. „Eine natürliche
       Klimaanlage“, erklärt Rau.
       
       ## „Dem Boden wird das Leben entzogen“
       
       Der Haken: Allein in Europa zählen bis zu 70 Prozent der Landflächen als
       degradiert. Dasselbe gilt für 52 Prozent der weltweiten
       Landwirtschaftsflächen. Wasser kann dadurch schlechter gespeichert werden.
       Es kommt zu Hitzewellen, Trockenheit, einem Rückgang der Bodenfeuchtigkeit
       und dadurch zu einem Verlust des natürlichen Kühlungsmechanismus.
       
       Menschliche Eingriffe sind neben dem Klimawandel der Haupttreiber: „Durch
       die intensive Nutzung des Landes wird dem Boden das Leben entzogen. Dadurch
       wird er langsam aber sicher zu Sand.“ Eine vermehrte Wüstenbildung ist die
       Folge. Besonders der Mittelmeerraum habe damit zu kämpfen.
       
       Durch Bodenschutz- und Regenerierung ließen sich gleich mehr als zwei
       Fliegen mit einer Klappe schlagen, erklärt Rau. Gesunde Böden sorgen nicht
       nur für einen lokalen Kühlungseffekt, sondern könnten auch CO₂ aus der
       Atmosphäre ziehen und so dem Klimawandel entgegenwirken. Gleichzeitig werde
       verhindert, dass degradierte Böden gespeichertes CO₂ freisetzen.
       
       [2][Um den Bodenschutz voranzutreiben, muss sich vor allem in der
       Landwirtschaft etwas bewegen]: weg von konventionellen, hin zu nachhaltigen
       Praktiken. Letztere tragen ihrerseits zur Senkung von Emissionen bei. Mit
       diesem Wandel dürften Landwirt*innen allerdings nicht alleingelassen
       werden: „Es muss finanzielle und wirtschaftliche Anreize geben“, sagt Rau.
       Save Soil macht sich daher für einen Richtungswechsel in der Politik stark.
       
       Ein Schritt in die richtige Richtung laut Rau: das neue Programm zur
       Wiedervernässung landwirtschaftlich genutzter Moorböden, das
       Umweltbundesminister Carsten Schneider (SPD) Ende April vorstellte.
       
       27 Jun 2026
       
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