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       # taz.de -- Wahlkreise in den USA: Richter erklärt Abstimmung für ungültig
       
       > Auf Betreiben von US-Präsident Trump urteilt ein Richter, die Abstimmung
       > zum Neuzuschnitt der Wahlkreise in Virginia sei verwirrend und
       > unzulässig.
       
   IMG Bild: Trump ärgern: Abstimmung über den Wahlkreiszuschnitt in Virginia
       
       dpa/afp | Im Kampf um eine bessere Ausgangslage bei den US-Zwischenwahlen
       im November haben die Demokraten in Virginia eine Niederlage vor Gericht
       kassiert. Keine 24 Stunden nachdem die Wahlberechtigten [1][für einen
       Neuzuschnitt der Wahlkreise in ihrem Bundesstaat gestimmt] hatten, erklärte
       ein Gericht die Abstimmung für ungültig.
       
       Durch den Neuzuschnitt der Wahlkreise hätten die Demokraten laut
       Medienberichten bei der Zwischenwahl die Chance bekommen, den Republikanern
       vier Sitze im Repräsentantenhaus abzunehmen. Die Republikaner wollen bei
       der Zwischenwahl ihre hauchdünne Mehrheit im Kongress verteidigen.
       
       Der Richter begründete seine Entscheidung damit, dass die Frage auf dem
       Wahlzettel „offensichtlich irreführend“ formuliert gewesen sei, wie aus den
       von dem Sender ABC News veröffentlichten Gerichtsunterlagen hervorgeht.
       Zudem sei der Vorschlag den Wählern früher vorgelegt worden, als es die
       Verfassung von Virginia vorsehe. Alle abgegebenen Stimmen seien damit
       unzulässig, ein Neuzuschnitt der Wahlkreise von Virginia dürfe nicht
       stattfinden.
       
       Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump angeblichen Wahlbetrug angeprangert.
       „Letzte Nacht hat eine manipulierte Wahl stattgefunden“, erklärte Trump am
       Mittwoch in seinem Onlinedienst Truth Social. „Den ganzen Tag über lagen
       die Republikaner vorn, die Stimmung war unglaublich, bis ganz zum Schluss,
       als es natürlich eine massive ‚Briefwahl-Stimmenflut‘ gab.“
       
       ## Gerrymandering, eine alte Praxis zur Manipulation
       
       Der demokratische Generalstaatsanwalt von Virginia, Jay Jones, kündigte an,
       das Urteil anzufechten. „Ein aktivistischer Richter sollte kein Vetorecht
       über das Votum der Bevölkerung haben“, teilte er auf der Plattform X mit.
       
       Der Neuzuschnitt von Wahlkreisen, das sogenannte Gerrymandering, hat in den
       USA eine jahrhundertealte Tradition. Hintergrund ist, dass nach dem alle
       zehn Jahre erhobenen Zensus die Wahlkreise neu zugeschnitten werden müssen,
       damit sie jeweils ähnlich viele Einwohner umfassen. In der Praxis
       [2][nutzen Parteien diesen Prozess jedoch oft, um sich Vorteile zu
       verschaffen]. So können aus einem Wahlkreisteil mit klarer Mehrheit Gebiete
       in einen anderen Wahlkreis verfrachtet werden, in dem das Rennen enger ist,
       sodass bei exakt gleichem Abstimmungsverhalten dennoch andere Mehrheiten
       entstehen.
       
       US-Präsident Trump hatte seine Partei zuvor gedrängt, eine [3][ähnliche
       Initiative in Texas] voranzutreiben. Der Neuzuschnitt dort könnte den
       Republikanern bei der Wahl im November fünf zusätzliche Sitze bescheren.
       
       Die demokratische Gouverneurin von Virginia, Abigail Spanberger,
       verteidigte den Neuzuschnitt ihres Bundesstaats als Reaktion auf Trumps
       Vorgehen. Ihrer Ansicht nach will der Präsident, dass seine Partei an die
       Wahlkreise geht, weil er die Wahl sonst nicht gewinnen kann. Bei der Wahl
       in Virginia hätten die Menschen darauf eine „laute und deutliche“ Antwort
       gegeben.
       
       23 Apr 2026
       
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