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       # taz.de -- +++ Nachrichten im Ukrainekrieg +++: Kredit für die Ukraine, Sanktionen für Russland
       
       > Nun ist es offiziell: Die EU macht den Weg frei für einen
       > Milliardenkredit für die Ukraine. Und auch neue Russland-Sanktionen wird
       > es geben.
       
   IMG Bild: Nicht immer beste Freunde: Die europäischen Staats- und Regierungschefs bei einem der letzten EU-Gipfel in Brüssel
       
       ## EU beschließt Russland-Sanktionen und Kredit für Ukraine
       
       Die EU hat neue Russland-Sanktionen beschlossen und den Weg für ein 90
       Milliarden schweres Unterstützungsdarlehen für die Ukraine freigemacht.
       Einen Tag nach dem Ende der Blockade des ungarischen Ministerpräsidenten
       Viktor Orbán gab die zyprische EU-Ratspräsidentschaft den erfolgreichen
       Abschluss der formellen Entscheidungsverfahren für die beiden Projekte
       bekannt. Damit können die neuen Sanktionen in Kraft gesetzt und die
       Auszahlung der ersten Darlehensbeträge an die Ukraine geplant werden.
       
       Für die Ukraine ist vor allem das Geld wichtig. Es soll dem Land die
       Fortsetzung seines Abwehrkampfes gegen die russischen Invasionstruppen
       ermöglichen und es vor einer Staatspleite bewahren. Das neue Sanktionspaket
       zielt unterdessen besonders darauf ab, Russlands Einnahmen aus dem Verkauf
       von Gas und Öl weiter zu reduzieren. Zudem sollen weitere Finanzinstitute
       vom internationalen Zahlungsverkehr abgeschnitten und zusätzliche
       Handelsbeschränkungen erlassen werden. Das Paket war von Ungarn sowie der
       Slowakei blockiert worden.
       
       Um Orbán und den slowakischen Regierungschef Robert Fico zur Aufgabe ihrer
       Vetos zu bewegen, hatte die Ukraine am Dienstag die Wiederaufnahme des
       Betriebs der Druschba-Pipeline ermöglicht. Über diese wird russisches Öl
       über das ukrainische Staatsgebiet nach Ungarn und in die Slowakei
       geliefert. (dpa)
       
       ## Slowakische Ministerin bestätigt: Druschba-Öl fließt wieder
       
       Die slowakische Wirtschaftsministerin Denisa Sakova hat bestätigt, dass
       über die Druschba-Pipeline wieder russisches Öl in die Slowakei fließt.
       „Heute ab 2.00 Uhr Früh wurde die Lieferung von Erdöl über die
       Druschba-Ölleitung wieder erneuert“, schrieb die Sozialdemokratin auf
       Facebook. Der aktuelle Durchfluss erfolge „in Übereinstimmung mit dem
       vereinbarten Plan“.
       
       Nach ukrainischer Darstellung war die Druschba-Pipeline am 27. Januar durch
       russische Drohnenangriffe beschädigt worden, weshalb kein Öl mehr nach
       Ungarn und in die Slowakei geliefert werden konnte. Der linksnationale
       slowakische Ministerpräsident Robert Fico äußerte jedoch ebenso wie der
       scheidende ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán Zweifel an der
       Begründung. Wie Budapest verlangte auch Bratislava eine unabhängige
       Inspektion der Pipeline. (dpa)
       
       ## Slowakisches Veto gegen EU-Sanktionspaket
       
       Wegen des ausbleibenden Öltransits legte sich die Slowakei zugleich mit
       Ungarn gegen das 20. EU-Sanktionspaket gegen Russland quer. Im Unterschied
       zu Ungarn legte die Slowakei jedoch kein Veto gegen einen zugleich auf dem
       Tisch liegenden EU-[1][Hilfskredit von 90 Milliarden Euro] für die Ukraine
       ein. Das Veto gegen die EU-Sanktionen werde man aufgeben, sobald das Öl
       wieder fließe, hieß es stets aus Bratislava. Am Mittag sollen die formellen
       Beschlüsse für den Hilfskredit sowie das neue Sanktionspaket abgeschlossen
       werden.
       
       Die Slowakei ist noch immer weitgehend von russischen Öllieferungen
       abhängig und hat daher eine auch mit Kyjiw vereinbarte Ausnahme von den
       EU-Sanktionen gegen Russland zugestanden bekommen. Nach dem Stopp der
       Öllieferungen über die Druschba rief die slowakische Regierung schon Mitte
       Februar einen „Erdölnotstand“ aus. Das erlaubte ihr Preiseingriffe und die
       Freigabe von Öl aus staatlichen Notreserven, damit die Versorgung der
       Tankstellen nicht zusammenbrach. (dpa)
       
       ## Russische Ölanlagen erneut im Fokus ukrainischer Angriffe
       
       Die Ukraine hat in der Nacht erneut mit Drohnen Ölanlagen tief im
       Hinterland Russlands attackiert. In Nowokyjbyschew sei bei einem Angriff
       auf ein Industrieobjekt ein Mensch ums Leben gekommen, schrieb der
       Gouverneur der Region Samara, Wjatscheslaw Fedorischtschew, bei Telegram.
       Zwei weitere Personen wurden demnach verletzt. Medienberichten zufolge
       handelt es sich bei dem Objekt um eine zum Ölkonzern Rosneft gehörende
       Chemiefabrik.
       
       Nach Angaben Fedorischtschews fielen Drohnentrümmer zudem auf ein Wohnhaus
       in Samara. Ein Passant sei durch die herabfallenden Teile verletzt worden,
       schrieb er.
       
       ## Große Ölpumpstation an der Wolga attackiert
       
       In der ebenfalls an der Wolga gelegenen Nachbarregion Nischni Nowgorod
       wurde nach Angaben des Internetportals Astra nahe der Stadt Kstowo eine
       Ölpumpstation getroffen und in Brand gesetzt. Diese gehöre zu den größten
       Knotenpunkten des russischen Pipelinebetreibers Transneft in der Region,
       schrieb Astra. Über mögliche Opfer ist nichts bekannt. Die russischen
       Behörden haben den Vorfall bislang nicht bestätigt.
       
       Seit mehr als vier Jahren führt Russland Krieg gegen die Ukraine.
       Regelmäßig beschießen inzwischen beide Seiten auch das Hinterland des
       Gegners. Kyjiw zielt dabei neben militärischen Anlagen speziell auf Objekte
       der Treibstoffindustrie. Die Zahl der Opfer und die verursachten Schäden
       stehen aber in keinem Verhältnis zu dem Ausmaß der von Russland
       angerichteten Zerstörungen in der Ukraine. (dpa)
       
       ## Tote und Verletzte nach russischem Angriff auf Dnipro
       
       Ein nächtlicher russischer Drohnenangriff auf die ukrainische
       Industriestadt Dnipro hat nach Behördenangaben mindestens zwei Tote
       gefordert. Weitere neun Personen, darunter zwei Kinder, seien verletzt
       worden, teilte Gouverneur Olexander Hanscha auf Telegram mit. Die Opfer
       lebten demnach in einem 13-stöckigen Wohnhaus. Das Gebäude brannte nach dem
       Drohneneinschlag auf mehreren Etagen aus.
       
       Insgesamt sei die Region rund 20-mal attackiert worden, schrieb Hanscha.
       Neben der Gebietshauptstadt Dnipro traf es demnach auch den Landkreis
       Nikopol, wo eine 64-Jährige verletzt wurde, und die Großstadt Krywyj Rih.
       Dort sei ein Infrastrukturobjekt bei einem Brand beschädigt worden. (dpa)
       
       ## Prinz Harry zu Überraschungsbesuch in Kyjiw eingetroffen
       
       Der britische Prinz Harry ist zu einem Überraschungsbesuch nach Kyjiw
       gereist. Harry sei am Donnerstagmorgen „zu einem unangekündigten Besuch“ in
       der ukrainischen Hauptstadt eingetroffen, erklärte die ukrainische
       Regierungsbehörde zur Bekämpfung von Desinformation. Ein von der
       ukrainischen Bahn veröffentlichtes Video zeigt, wie der britische Prinz bei
       seiner Ankunft in Kyjiw aus einem Zug steigt.
       
       Harry ist bereits mehrfach in die Ukraine gereist, um seine Unterstützung
       für Kyjiw anlässlich des seit über vier Jahren andauernden russischen
       Angriffskriegs zu bekunden und verletzte Soldaten zu unterstützen. Prinz
       Harry diente selbst lange in der britischen Armee. 2014 gründete er die
       Invictus Games, eine Sportveranstaltung für verletzte Soldaten und
       Veteranen. (afp)
       
       23 Apr 2026
       
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