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       # taz.de -- Vor der Wahl in Sachsen-Anhalt: Landtag wappnet sich gegen die AfD
       
       > Um Machtmissbrauch zu verhindern, hat der Landtag in Magdeburg ein neues
       > Gesetz erlassen. Es soll unter anderem die AfD-Vetternwirtschaft
       > begrenzen.
       
   IMG Bild: Der Landtag in Magdeburg am Donnerstag. Am Redepult: Oliver Kirchner (AfD)
       
       Der Landtag von Sachsen-Anhalt hat eine Parlamentsreform beschlossen. Fünf
       Fraktionen legten den Gesetzesentwurf dafür am Donnerstag in Magdeburg
       gemeinsam vor und stimmten für die Annahme. Einzig die AfD war dagegen. Das
       [1][Gesetz] gilt ab der kommenden Sitzungsperiode nach der Landtagswahl im
       September.
       
       In einer kurzen Debatte vor der Abstimmung erklärten Abgeordnete von CDU,
       Linke, SPD, Grüne und FDP, dass die Reform den demokratischen Betrieb
       stärke und Chaos vorbeuge. Vor allem die konstituierende Sitzung [2][des
       Thüringer Landtags 2024] galt als abschreckendes Beispiel.
       
       Die Parlamentsreform in Sachsen-Anhalt sieht etwa eine Veränderung bei der
       Wahl des:der Landtagspräsident:in vor. Das Vorschlagsrecht hat
       demnach weiterhin die größte Fraktion im Landtag. Neu ist: Sollte ihr
       Vorschlag keine Mehrheit bekommen und durchfallen, können die anderen
       Fraktionen ebenfalls Vorschläge einreichen. Ansonsten hätte gedroht, dass
       der Landtag nicht arbeitsfähig ist.
       
       Hintergrund der neuen Regeln ist: Am 6. September wählt Sachsen-Anhalt ein
       neues Parlament. Derzeit [3][liegt die AfD in Umfragen bei etwa 40
       Prozent], würde mit einem solchen Ergebnis die größte Fraktion stellen. Die
       AfD selbst sagt, sie wolle eine absolute Mehrheit erlangen, um
       kompromisslos regieren zu können.
       
       ## AfD-Vetternwirtschaft verboten
       
       Während der Debatte im Landtag sagte Andreas Schumann (CDU) am Redepult in
       diesem Zusammenhang: „Unserem Bundesland droht ein [4][tiefgreifender Umbau
       des Staates].“ Es zeichne sich ab, dass demokratische Institutionen
       geschwächt und Vielfalt eingeschränkt werde.
       
       Es sei ein gutes Zeichen, dass parteiübergreifend zum Schutz der Demokratie
       gehandelt werde. Selbst [5][der Unvereinbarkeitsbeschluss der CDU mit den
       Linken] ist da offenbar überwindbar.
       
       Kurz danach trat Stefan Gebhardt von den Linken ans Redepult. Ähnlich wie
       Schumann lobte er, der gemeinsame Gesetzentwurf sichere Handlungsfähigkeit.
       Außerdem reagierten die Fraktionen auf die [6][Vorwürfe der
       Vetternwirtschaft] gegen die AfD: Überkreuzbeschäftigung von Verwandten ist
       ab der nächsten Legislatur verboten.
       
       Zudem dürfen Landtagsabgeordnete dann jeweils nur noch 5
       Mitarbeiter:innen haben. Wie die taz berichtete, hatte die
       AfD-Abgeordnete [7][Nadine Koppehe zuletzt 16 Mitarbeiter:innen].
       
       Für die AfD kritisierte schon zu Beginn der Debatte der
       Fraktionsvorsitzende Oliver Kirchner den Gesetzentwurf. Er zog Parallelen
       zur DDR. Gleichzeitig zur Ablehnung des Entwurfs zeigte sich der AfDler
       betont selbstsicher. Kirchner rückte am Redepult im Landtag seine Brille
       zurecht. „Was Sie dabei nicht bedacht haben, ist, dass all das, was Sie
       sich hier beschließen, bei einer absoluten Mehrheit der AfD im Parlament,
       uns in die Karten spielt.“
       
       Aber so ganz sicher ist die AfD offenbar nicht, dass sie diese Mehrheit
       erhält. Zu jedem Redebeitrag meldeten sich Abgeordnete der extrem rechten
       Partei zu Wort. Als etwa Olaf Meister (Grüne) lobte, dass der Gesetzentwurf
       eine Blockade des Landtags bei der Wahl des:der Landtagspräsident:in
       verhindere, intervenierte Hans-Thomas Tillschneider (AfD).
       
       Die anderen könnten den AfD-Vorschlag für das Landtagspräsidium ja einfach
       wählen, argumentierte Tillschneider, dann gebe es keine Blockade. Meister
       reagierte mit einem Lächeln auf den Lippen. „Sie haben ein merkwürdiges
       Demokratieverständnis.“ Ein Vorschlag müsse die Mehrheit der Abgeordneten
       überzeugen. Wenn er nicht überzeuge, habe er auch kein Recht darauf,
       gewählt zu werden.
       
       23 Apr 2026
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] https://padoka.landtag.sachsen-anhalt.de/files/drs/wp8/drs/d6653wge.pdf
   DIR [2] /AfD-blockiert-Landtag-in-Thueringen/!6036651
   DIR [3] /AfD-Landesparteitag-in-Sachsen-Anhalt/!6169872
   DIR [4] /AfD-Parteitag-in-Sachsen-Anhalt/!6169128
   DIR [5] /Unvereinbarkeitsbeschluss-der-Union-/!6087226
   DIR [6] /Filz-und-Rechtsextremismus-in-der-AfD/!6158192
   DIR [7] /Vetternwirtschaft-in-der-AfD/!6156430
       
       ## AUTOREN
       
   DIR David Muschenich
       
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