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       # taz.de -- Was geht am 1. Mai in Berlin?: Die ganze Scheiße soll zerfallen
       
       > Von den Attacken auf den Sozialstaat bis zur Aufrüstung: Gründe, am 1.
       > Mai auf die Straße zu gehen, gibt es genug. Die taz-Übersicht zu den
       > Revolutionsterminen.
       
   IMG Bild: Die Revolution zieht am 1. Mai in Berlin immer noch die Massen
       
       8-Stunden-Tag? Bruttoinlandsprodukt-Zersetzung! Erkältet? Schluss mit der
       elenden Blaumacherei, zurück an die Arbeit! 40-Stunden-Woche? Das riecht
       doch förmlich nach kommunistischem Landesverrat!
       
       Man hätte es nicht ahnen können: Seit der ehemalige Blackrock-Funktionär
       und [1][Multimillionär Friedrich Merz] im Bundeskanzleramt sitzt, reißen
       die Attacken auf die Erfolge vergangener sozialer Kämpfe nicht ab. Das Geld
       für Soziales soll schließlich in Waffen gesteckt werden – und weil die
       Waffen mehr junge Menschen brauchen, die damit schießen, wird an der
       Wiedereinführung der Wehrpflicht gearbeitet. Währenddessen wird in Berlin
       [2][die KI-gestützte Videoüberwachung ausgebaut] und im Görlitzer Park mit
       dem Leid von Junkies rassistische Ausgrenzungspolitik betrieben.
       
       Gründe genug, am 1. Mai auf die Straße zu gehen, gibt es allemal. Und wie
       im jeden Jahr steht den revolutionsgeneigten Berliner:innen ein breites
       Spektrum an Protesten zur Verfügung.
       
       ## Auftakt in der Walpurgisnacht
       
       Los geht es schon am Vorabend, in der Walpurgisnacht. Mit der [3][„Take
       Back The Night“-Demonstration] hat sich ein autonomer, queerfeministischer
       Protest etabliert, der sich in den vergangenen Jahren ausschließlich an
       Flinta* richtete. In diesem Jahr schmeißt das Bündnis das Label allerdings
       aus dem Fenster. Der Begriff sei „gentrifiziert“, sagen die
       Organisator:innen, weil er häufig trans*-exkludierend verwendet würde. In
       diesem Jahr richte sich die Demo deshalb ausdrücklich an alle
       „Feminist:innen, trans Personen und queere Menschen“. Los geht es um 20 Uhr
       am Zickenplatz (Hohenstaufenplatz).
       
       Am 1. Mai selbst startet der Tag mit der [4][traditionellen DGB-Demo]. Um
       11 Uhr geht es hier am Strausberger Platz los. Das Ziel: eine geeinte
       Arbeiter:innenbewegung, um der systematischen Umverteilungskampagne der
       Merz-Clique etwas entgegenzusetzen. Wer dieses Ziel teilt, aber beim
       offiziellen DGB-Motto „Erst unsere Jobs – dann Eure Profite!“ revolutionäre
       Bauchschmerzen verspürt, kann beim klassenkämpferischen Block
       vorbeischauen.
       
       Der Görlitzer Park ist inzwischen ein Symbol für die rassistische
       Sündenbockpolitik des Wegner-Senats geworden. Ab 12 Uhr veranstaltet hier
       das Kulturkollektiv [5][„Rave Against The Zaun“ mit weiteren Gruppen eine
       Protestsause], zu der ein „mysteriöser, stadtbekannter Secret-Act“
       eingeladen wurde. Abends soll es dann auf die 18-Uhr-Demo gehen. Übrigens:
       Als deeskalierende Maßnahme lässt der Senat den Görli am 1. Mai offen –
       mindestens eine Grenze hat der Protest also schon einmal niedergerissen.
       
       ## Der Grunewald wird gesprengt
       
       Ebenfalls zu deeskalieren hat sich offenbar das My-Gruni-Bündnis
       vorgenommen. Insofern jedenfalls, als die hedonistischen
       Klassenkämpfer:innen im Villenviertel Grunewald jede Menge sozialen
       Sprengstoff entdeckt haben, der droht, die ganze Gesellschaft in die Luft
       zu jagen. Die pragmatische Lösung: d[6][ie Bombe da hochgehen lassen, wo
       sie herkommt.] Ab 13 Uhr geht es rund um den Johannaplatz im Grunewald los
       mit viel Bum-Bum und explosiven Reden. Wie immer gibt es auch [7][mehrere
       Fahrrad-Zubringer-Demos].
       
       Neu in diesem Jahr: Die [8][Tagsüber-Demo von der feministischen
       Antifa-Gruppe F_AJOC. ] Um 13.12 Uhr startet am Henriettenplatz am
       S-Bahnhof Halensee die Demo gegen alle Facetten patriarchaler Gewalt – von
       steigenden Preisen über das kaputte Gesundheitssystem bis hin zu
       imperialistischen Kriegen. „Scheiß auf Eure Blumen, leere Versprechungen
       und Girl-Boss-Feminismus. Wir verlangen Veränderung“, heißt es im Aufruf.
       
       Der unangefochtene Star des Abends ist und bleibt aber die
       [9][Revolutionäre 18-Uhr-Demonstration.] Die größte linksradikale Demo der
       Republik wird auch in diesem Jahr wieder Zehntausende anziehen, die vom
       Oranienplatz zum Görli und dann über die Sonnenallee zum Südstern laufen
       werden. Die Themen reichen von Repressionen gegen Antifas und
       Palästina-Solidarität über KI-Überwachung, Aufrüstung und steigende Mieten.
       Oder, wie es der antiautoritäre Block formuliert: „Alles Würg! Deshalb soll
       die ganze Scheiße zerfallen.“
       
       27 Apr 2026
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] https://www.vermoegenmagazin.de/friedrich-merz-vermoegen/
   DIR [2] /KI-Videoueberwachung-in-Berlin/!6160851
   DIR [3] https://www.instagram.com/p/DXE_zWhjFNC/
   DIR [4] https://stressfaktor.squat.net/node/326341
   DIR [5] https://www.instagram.com/p/DXPD4YwCGGI/?img_index=1
   DIR [6] https://mygruni.de/
   DIR [7] https://mygruni.de/transport-hin-und-weg/
   DIR [8] https://fantifacharlottenburg.noblogs.org/01-05-2026-feministische-demonstration-s-halensee/
   DIR [9] https://1maiberlin.noblogs.org/
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Timm Kühn
       
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