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       # taz.de -- Russland bei der Venedig-Kunstbiennale: EU streicht der Venedig-Kunstbiennale Millionenbetrag
       
       > Es sei „moralisch falsch“, Russland an der Venedig-Kunstbiennale
       > teilnehmen zu lassen. Nach Androhung friert die EU nun Gelder an die
       > Biennale-Stiftung ein.
       
   IMG Bild: Der russische Pavillon in Venedig
       
       taz/dpa/ap Bislang war es nur die Androhung der EU-Kommission, der
       anstehenden 61. Venedig Kunstbiennale einen Zuschuss in Höhe von zwei
       Millionen Euro zu entziehen. Am gestrigen Donnerstag teilte deren Sprecher
       Thomas Regnier nun mit, dass die Gelder tatsächlich eingefroren werden.
       „Wir verurteilen aufs Schärfste die Tatsache, dass die Fondazione di
       Biennale erlaubt hat, dass der russische Pavillon wieder öffnet“,
       begründete Regnier die Entscheidung.
       
       Die Europäische Kommission hat die Stiftung der Biennale in einem Brief
       über den Förderentzug informiert. Die Biennale hat nun 30 Tage Zeit, ihre
       Entscheidung zu verteidigen, Russland erstmals seit dem Einmarsch in die
       Ukraine im Jahr 2022 wieder zuzulassen, wie Regnier erklärte. Russland
       plant, mit der Ausstellung „The Tree is rooted in the Sky“ in seinem
       Länderpavillon 50 internationale Künstler:innen auftreten zu lassen,
       darunter auch kremltreue wie das Folk-Ensemble Toloka. Als „[1][kulturelle
       Spezialoperation“] ließe sich der russische Beitrag deuten.
       
       In 30 Tagen allerdings wird in Venedig die internationale Ausstellung zu
       zeitgenössischer Kunst mit ihren 99 Länderpavillons bereits eröffnet haben.
       Für das allgemeine Publikum startet sie am 9. Mai. Hauptspielstätte sind
       die historischen Giardini. Dort steht auch der russische Pavillon. Der 1914
       in einem zaristisch-historischen Stil errichtete Bau ist im Besitz
       Russlands, das 2022 noch eine Teilnahme an der Venedig-Kunstbiennale
       geplant hatte, doch die vorgesehenen Künstler:innen zogen sich aus
       Protest gegen Putins Angriff auf die Ukraine kurzfristig zurück. 2024
       überließ Moskau das Gebäude Bolivien. [2][Hintergrund hierfür war auch ein
       Lithiumdeal. ]
       
       Die Biennale erklärte in einer Stellungnahme, sie sei „nicht befugt, ein
       Land von der Teilnahme auszuschließen. Jedes von der Italienischen Republik
       anerkannte Land kann eine Teilnahme beantragen.“ Und weiter heißt es: „La
       Biennale di Venezia lehnt jede Form des Ausschlusses oder der Zensur von
       Kultur und Kunst ab. Die Biennale ist – wie die Stadt Venedig – ein Ort des
       Dialogs, der Offenheit und der künstlerischen Freiheit, der Verbindungen
       zwischen Völkern und Kulturen fördert, in der beständigen Hoffnung auf ein
       Ende der Konflikte und des Leids“.
       
       Die Vizepräsidentin der EU-Kommission, Kaja Kallas, sieht das anders:
       „Russlands Rückkehr zur Biennale von Venedig ist moralisch falsch“, hatte
       sie kürzlich bei einem EU-Außenministertreffen in Luxemburg gesagt. Während
       Russland Museen bombardiere, Kirchen zerstöre und versuche, die ukrainische
       Kultur auszuradieren, dürfe es nicht zugelassen werden, dass es seine
       eigene Kultur ausstelle. Indes planen [3][die Kunstaktivistinnen von Pussy
       Riot zur Eröffnung des russischen Pavillons eine Protestaktion.]
       
       Die nun eingefrorenen zwei Millionen Euro sollte die EU über einen Zeitraum
       von drei Jahren der Biennale-Stiftung zur Verfügung stellen. Das Geld soll
       für Filmproduktionen und immersive Technik verwendet werden.
       
       24 Apr 2026
       
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