# taz.de -- +++ Nachrichten im Irankrieg +++: Rätselraten um den Fortgang der Gespräche in Pakistan
> Irans Außenminister ist gerade in Islamabad und auch eine US-Delegation
> wird dort erwartet. Unklar bleibt, wie es weitergeht. Ein US-kuwaitischer
> Kriegsberichterstatter ist nach wochenlanger Haft wieder frei.
IMG Bild: Vorglühen für einen Talk mit US-Delegierten? Der iranische Außenminister Abbas Araktschi (l.) trifft auf Pakistans Armeechef, Feldmarschall Asim Munir
## Wieder kommerzielle Flüge vom Flughafen Teheran
Zum ersten Mal seit Beginn des Irankrieges vor rund zwei Monaten sind vom
Flughafen Teheran wieder kommerzielle Flüge gestartet. Das staatliche
iranische Fernsehen berichtete, die Maschinen seien vom internationalen
Flughafen Imam Chomeini in Richtung Istanbul, Omans Hauptstadt Maskat sowie
in die saudi-arabische Stadt Medina gestartet.
Flightradar24, eine Plattform zur Flugverfolgung, zeigte an, dass am
Samstagmorgen mindestens drei Flüge mit Ziel Istanbul abhoben. Der Iran
hatte im Zuge einer Waffenruhe mit den USA seinen Luftraum bereits
teilweise wieder geöffnet. (ap)
## Irans Außenminister derzeit in Pakistan, US-Sondergesandte bald auch
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hat in Pakistan Gespräche für
eine Beilegung des Konflikts mit den USA aufgenommen. Laut Angaben des
Staatssenders Irib traf sich Araghtschi in Islamabad mit dem pakistanischen
Verteidigungsminister, Feldmarschall Asim Munir, [1][der eine
Schlüsselrolle in den Vermittlungen spielt].
Im weiteren Verlauf werden die US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared
Kushner ebenfalls zu Gesprächen in Pakistan erwartet. Laut dem iranischen
Außenamtssprecher Ismail Baghaei ist bislang jedoch kein Treffen mit der
amerikanischen Seite geplant.
Wegen der abweichenden Darstellungen der beiden Seiten im Vorfeld der
Treffen [2][ist letztlich nicht klar, ob die Konfliktparteien bloß
Botschaften über pakistanische Vermittler austauschen oder vielleicht doch
direkte Verhandlungen führen werden].
Eine angebliche Bitte des Irans um ein persönliches Treffen, von der
US-Regierungssprecherin Karoline Leavitt sprach, bezeichnete die
Nachrichtenagentur Tasnim als falsch. Sie gilt als Sprachrohr der
Revolutionsgarden, der iranischen Elitestreitmacht.
Außenminister Araghtschi betonte auf der Plattform X, er wolle sich
lediglich mit den pakistanischen Partnern abstimmen. Aus pakistanischen
Sicherheitskreisen verlautete, der iranische Chefdiplomat plane, einen
Gegenvorschlag für die Verhandlungen mit den USA zu erörtern. Laut Tasnim
will der Außenminister die Standpunkte des Irans für ein Kriegsende
darlegen.
Experten argwöhnen jedoch, dass der Minister gar nicht den nötigen
Handlungsspielraum habe. Es wird vermutet, [3][dass die einflussreichen
Revolutionsgarden die Verhandlungslinie in Teheran maßgeblich bestimmen].
Sie haben nach Einschätzung vieler Iran-Kenner derzeit das Sagen in
Teheran. (dpa)
## US-kuwaitischer Journalist nach wochenlanger Haft wieder frei
Nach wochenlanger Haft wegen seiner Berichterstattung über den Irankrieg
ist ein US-kuwaitischer Journalist freigelassen worden. Ahmed Shihab-Eldin,
der unter anderem für die New York Times, die US-Sendergruppe PBS und das
englischsprachige Programm des katarischen Nachrichtensenders Al Jazeera
berichtet, sei „sicher aus Kuwait abgereist“, sagte ein Vertreter des
US-Außenministeriums, der nicht namentlich genannt werden wollte, am
Freitag (Ortszeit) der Nachrichtenagentur AFP.
Shibab-Eldin war während eines Besuchs bei seiner Familie in Kuwait am 3.
März wegen angeblicher Verbreitung von Falschinformationen und Gefährdung
der nationalen Sicherheit festgenommen worden. Während seiner Haft habe das
State Department zu ihm Kontakt gehalten und ihm konsularische
Unterstützung geleistet, erklärte der US-Beamte. Die Organisation Committee
to Protect Journalists hatte am Donnerstag erklärt, nach 52 Tagen Haft
seien alle Anklagepunkte gegen Shibab-Eldin fallengelassen worden.
Eine der letzten Online-Posts von Shibab-Eldin vor seiner Festnahme hatte
ein Video mit Ortungsdaten von einem US-Kampfjet gezeigt, der in der Nähe
eines US-Stützpunktes in Kuwait abgestürzt war. Wegen der Veröffentlichung
von Bildern von Angriffen im Zuge des Irankriegs waren in der Golfregion
hunderte Menschen festgenommen worden. (afp)
## Hinrichtung eines angeblichen Spions in Iran
Im Iran ist ein Mann wegen angeblicher Spionage für den israelischen
Geheimdienst Mossad und Gewalt bei landesweiten Protesten hingerichtet
worden. Die halbstaatliche Nachrichtenagentur Tasnim meldet, der Iraner
Erfan Kiani sei am frühen Morgen gehängt worden, nachdem der Oberste
Gerichtshof das Todesurteil bestätigt habe. Kiani wurde den Angaben zufolge
vorgeworfen, als „angeheuerter Schläger des Mossad“ in der
zentraliranischen Stadt Isfahan öffentliches und privates Eigentum
zerstört und in Brand gesetzt zu haben. Die Vorwürfe stehen im Zusammenhang
mit den landesweiten Protesten in diesem Jahr. In den vergangenen Wochen
wurden im Iran immer wieder Menschen unter ähnlichen Vorwürfen exekutiert.
(rtr)
## Pistorius: Bedarf an Luftabwehrsystemen steigt weltweit
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat vor einem massiv
gestiegenen Bedarf an Luftabwehrsystemen infolge des Irankriegs gewarnt.
„Der Bedarf an Luftverteidigungssystemen ist durch den Irankrieg weltweit
noch einmal weiter gestiegen“, [4][sagte der SPD-Politiker der Rheinischen
Post]. Die Industrie benötige Jahre für die Herstellung der weltweit
begehrten Patriot-Systeme. Auch bei den Lenkflugkörpern stünden die Staaten
Schlange, da die derzeitigen Produktionskapazitäten nicht ausreichten, um
die globale Nachfrage schnell zu decken.
Die deutsche Industrie habe die Lage erkannt, erklärte der Minister weiter.
Im Herbst beginne das Unternehmen MBDA, das auch den Taurus herstellt,
gemeinsam mit dem US-Konzern Raytheon die Produktion von
Patriot-Lenkflugkörpern in Deutschland. Zudem fertige Diehl Defence die
bodengestützten Iris-T-Systeme, die sich bei der Abwehr von Angriffen in
der Ukraine sehr erfolgreich bewährt hätten. Mit Blick auf bestehende
Lieferzusagen der US-Hersteller an die Bundesrepublik pochte Pistorius
auf deren Einhaltung. Ausschließen lasse sich angesichts der extrem
dynamischen Lage jedoch nichts, weshalb die Bundesregierung mit den USA
fortlaufend im Gespräch sei, sagte der Minister weiter. (rtr)
## USA friert Kryptowährungsguthaben in Verbindung zu Iran ein
Die USA haben wegen Verbindungen zum Iran Kryptowährungsguthaben in Höhe
von 344 Millionen Dollar (294 Millionen Euro) eingefroren.
US-Finanzminister Scott Bessent erklärte dazu am Freitag im Onlinedienst X,
sein Ministerium werde weiter „systematisch Teherans Fähigkeit verringern,
Guthaben zu generieren, zu transferieren und zurückzuholen“. Es würden
Sanktionen gegen „diverse Guthaben mit Verbindungen zum Iran“ verhängt, was
zu einem Einfrieren dieser Gelder führe. (rtr)
## Pistorius will deutsche Marineeinheiten ins Mittelmeer verlegen
Zur Vorbereitung eines möglichen Einsatzes in der Straße von Hormus hat
Verteidigungsminister Boris Pistorius angekündigt, deutsche Marineeinheiten
ins Mittelmeer zu verlegen. „Wir werden [5][einen Minensucher] ins
Mittelmeer verlegen und ihm ein Führungs- und Versorgungsschiff zur Seite
stellen“, sagte der SPD-Politiker der Rheinischen Post. Wann genau sie
aufbrechen sollen, sagte er nicht.
Infolge des Irankriegs ist die Straße von Hormus derzeit blockiert. Die
Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman ist eine wichtige Schifffahrtsroute
für den Ölhandel – die Blockade belastet daher die Weltwirtschaft.
Pistorius betonte, Voraussetzung für einen Einsatz sei zuallererst ein Ende
der Kampfhandlungen im Krieg der USA und Israels mit dem Iran. Zudem
erinnerte er daran, dass ein solcher Einsatz nur mit einem Mandat des
Bundestags möglich ist. „Um Zeit zu sparen, haben wir uns entschieden,
einen Teil der deutschen Einheiten frühzeitig ins Mittelmeer zu verlegen,
um dann – nach Mandatsbeschluss – keine weitere Zeit zu verlieren.“
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte angeboten, dass Deutschland sich
an einem internationalen Militäreinsatz zur Sicherung der Schifffahrt in
der Straße von Hormus beteiligen könnte. Vor gut einer Woche hieß es aus
Regierungskreisen, dass die Bundeswehr Minenjagdboote, ein Begleitschiff
und Luftaufklärung bereitstellen könnte.
„Unsere Marine ist richtig gut darin, Minen aufzuspüren und zu räumen“,
sagte Pistorius. „Das könnten wir leisten, um in der Meerenge von Hormus zu
einer freien und sicheren Schifffahrt und Navigation beizutragen.“ Damit
man dort unterstützen könne, „werden wir das Engagement an anderer Stelle
temporär sinnvoll und mit den Partnern abgestimmt reduzieren“.
Mit Blick auf die Rechtsgrundlage für einen solchen Einsatz nannte
Pistorius es eine „angemessene und denkbare Option“, das EU-Mandat für die
Marinemission „Aspides“ im Roten Meer zu erweitern. „Ein UN-Mandat wäre
sicher besser, ist aber im Augenblick nicht wahrscheinlich.“
Unter Führung Frankreichs und Großbritanniens bereitet ein internationales
Bündnis einen möglichen Marineeinsatz nach einem Ende der Kampfhandlungen
vor. Derzeit laufen diplomatische Bemühungen um eine friedliche Lösung des
Konflikts – für den Fall eines Scheiterns haben die USA und Israel weitere
Angriffe auf den Iran angedroht.
Die Deutsche Marine verfügt über zehn Minenjagdboote der
Frankenthal-Klasse, die in Kiel stationiert sind. Die Boote sind mit
Drohnen ausgerüstet, die auf verschiedene Arten Gegenstände wie Minen orten
können. Anschließend können Minentaucher die Sprengkörper unschädlich
machen. (dpa)
25 Apr 2026
## LINKS
DIR [1] /Pakistans-erstaunliche-Vermittlungsrolle/!6173030
DIR [2] /Ex-Verhandler-zu-Iran-und-USA/!6172967
DIR [3] /Machtkampf-in-Iran/!6172289
DIR [4] https://rp-online.de/politik/deutschland/pistorius-im-interview-ist-putin-oder-trump-fuer-deutschland-gefaehrlicher_aid-147321013
DIR [5] /Bundeswehr-in-der-Strasse-von-Hormus/!6170361
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