# taz.de -- +++ Nachrichten im Ukrainekrieg +++: Russische Drohne in Rumänien abgestürzt
> Bukarest verurteilt das „unverantwortliche Vorgehen“ der Streitkräfte
> Moskaus. Russische Drohnenangriffe auf die Stadt Dnipro kosten fünf
> Menschenleben. Putins Biker sind unterwegs auf „Siegesfahrt“.
IMG Bild: Verwüstung in Dnipro nach russischen Drohnenangriffen in der Nacht zum Samstag
## Putins Bikertrupp „Nachtwölfe“ startet jährliche „Siegesfahrt“
Die wegen ihrer Nähe zu Kremlchef Wladimir Putin bekannten Biker des
russischen Motorradclubs „Nachtwölfe“ haben nach eigenen Angaben in
Deutschland und anderen Ländern immer mehr Zulauf. Die Zahl der „Wölfe“
steige trotz „antirussischer Propaganda“ und in den Moskau nicht freundlich
gesinnten Ländern, sagt der Präsident des Clubs, Alexander Saldastanow,
genannt „Chirurg“. Auch in Großbritannien und in den USA suchten Bürger so
die Nähe zu Russland.
Den Trend sieht auch der Vertreter der „Nachtwölfe“ („Notschnyje Wolki“) in
Deutschland, Denis Naletow. Er nennt zwar keine Zahlen. Aber trotz
möglicher Beobachtung durch deutsche Behörden und Sanktionen werde in
diesem Jahr mit der internationalen Bikertour „Wege des Sieges“ an den
Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs erinnert. Das sagte er in einer
von der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass organisierten
Videoschalte.
Einige ultranationalistische Mitglieder des Clubs sind wegen ihrer
Unterstützung des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine mit
Sanktionen belegt.
Naletow sagt, dass es darum gehe, die für die Befreiung Europas gefallenen
Soldaten der Roten Armee zu ehren. Anders als in anderen Bundesländern
hätten sich die Biker in Berlin in der Vergangenheit von der Polizei daran
gehindert gefühlt. „Natürlich haben unsere Leute Angst, an solchen Aktionen
teilzunehmen“, sagt er. „Wir verstoßen aber nicht gegen die Gesetze.“
In Moskau starteten die [1][„Nachtwölfe“ am Samstag ihre Bikersaison und
zugleich die „Siegesfahrt“]. Die Tour soll am 9. Mai – zum landesweit in
Russland groß gefeierten Tag des Sieges der Sowjetunion über
Hitlerdeutschland – in Pjatigorsk im Nordkaukasus enden.
Die Biker aus Deutschland wollen Erde von Gedenkstätten, die an gefallene
Sowjetsoldaten erinnern, dorthin bringen. „Wir hoffen, dass es keine
Probleme an der Grenze gibt“, sagt Naletow. Angaben zur geplanten
Reiseroute Richtung Russland macht er nicht.
Die „Nachtwölfe“ kommen auch prominent in dem gerade in deutschen Kinos
laufenden Film „Der Magier im Kreml“ mit Jude Law in der Rolle des
Kremlchefs vor. Saldastanow wird da mit Klarnamen als jemand gezeigt, der
im Auftrag des Kreml und gegen Bezahlung mit seinem Bikerclub russische
Patrioten und Nationalisten auf Linie halten soll.
Gesehen hat er den in Russland nicht öffentlich gezeigten Film nicht, wie
Saladastanow der Deutschen Presse-Agentur sagt. „Ich erwarte nichts Gutes
von solch einem Film“, sagt er. Westliches Kino bediene immer wieder
„russenfeindliche“ Klischees. (dpa)
## Russische Drohne stürzt in Rumänien ab
In Rumänien ist im Zuge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine
eine Drohne abgestürzt. Das Geschoss ging über der Grenzstadt Galați Galați
nieder und traf das Nebengebäude eines Wohnhauses sowie einen Strommast,
wie das rumänische Verteidigungsministerium mitteilte. Verletzt wurde
niemand, die Schäden seien als gering zu bezeichnen, hieß es in der
Mitteilung weiter.
Die Drohne sei mit Sprengstoff beladen gewesen, gab der Katastrophenschutz
in Galați bekannt. Um sie sicher zu bergen und den offensichtlich nicht
explodierten Sprengkörper zu entschärfen, wurden alle Menschen im Umkreis
von 200 Metern rund um die Absturzstelle evakuiert.
Galați liegt an der Donau, die an dieser Stelle die Grenze zur Ukraine
bildet. Den Angaben des rumänischen Verteidigungsministeriums zufolge war
die Drohne Teil eines Drohnenschwarms, der zivile Ziele auf der
ukrainischen Seite der Grenze angriff. Zwei britische Kampfjets, die auf
dem rumänischen Luftstützpunkt Fetești stationiert waren, stiegen auf, wie
es hieß. Der Pilot des einen Flugzeugs habe die Genehmigung zum Abschuss
einer der Drohnen über ukrainischem Gebiet erhalten.
Das rumänische Verteidigungsministerium verurteilte das „unverantwortliche
Vorgehen“ der russischen Streitkräfte. „Derartige Vorfälle bezeugen die
Missachtung des Völkerrechts durch die Russische Föderation und gefährden
nicht nur die Sicherheit der Bürger Rumäniens, sondern auch die kollektive
Sicherheit der Nato“, hieß es in einer Mitteilung.
Russland greift immer wieder den ukrainischen Donauhafen Reni an, der
Galați gegenüberliegt. Dabei kommt es immer wieder vor, dass Drohnen oder
Drohnenteile über rumänischem Gebiet niedergehen. (dpa)
## Fünf Menschen bei russischen Angriffen auf Dnipro getötet
Bei [2][russischen Angriffen] auf die ostukrainische Stadt Dnipro sind
ukrainischen Angaben zufolge mindestens fünf Menschen getötet und mehr als
30 weitere Menschen verletzt worden. Der Gouverneur der Region
Dnipropetrowsk, Oleksandr Hanscha, erklärte am Samstag im Onlinedienst
Telegram, bei einem nächtlichen Angriff sei ein Gebäude in Dnipro zerstört
worden. Hanscha sprach von vier Toten und 27 Verletzten; unter den
Verletzten seien ein neunjähriger Junge und eine 17-Jährige.
Der Gouverneur veröffentlichte Fotos und Videos, die ein weitgehend
zerstörtes Gebäude zeigten. Zu sehen waren auch Einsatzkräfte mit einem
schwarzen Leichensack sowie ein Bagger.
Später schrieb Gouverneur Hanscha, bei einem weiteren russischen Angriff
auf ein Wohngebäude im selben Stadtteil sei mindestens ein Mensch getötet
worden. Sieben weitere Menschen seien verletzt worden. „Ein mehrstöckiges
Gebäude ist schwer beschädigt worden“, schrieb Hanscha. „Die Russen haben
denselben Stadtteil angegriffen wie während der Nacht.“
Bei Angriffen auf [3][Cherson] wurden mindestens zwei Menschen verletzt,
teilte die Militärverwaltung der Stadt mit. Eine 60-Jährige und ein
57-Jähriger seien verletzt worden. Beamte in Charkiw gaben an, dass ein
54-jähriger Mann und ein Kleinkind bei Drohnenangriffen verletzt worden
seien.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte indes, bei
nächtlichen russischen Angriffen seien in der gesamten Ukraine vier
Menschen getötet und etwa 30 verletzt worden. „Jeder solcher Angriff sollte
unseren Partnern vor Augen führen, dass die Lage ein sofortiges und
entschlossenes Handeln sowie eine rasche Verstärkung unserer Luftabwehr
nötig macht“, betonte der Präsident.
Er forderte: „Wir müssen auch das 21. EU-Sanktionspaket gegen Russland auf
den Weg bringen. Die durch die Blockade des 20. Pakets verursachte Pause
hat dem Aggressor zusätzliche Zeit verschafft – es ist wichtig, dem
entgegenzuwirken.“
Bei einem Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs am Donnerstag war ein
20. Sanktionspaket gegen Russland verabschiedet worden, das auf den
Bankensektor abzielt und neue Beschränkungen für den Export von russischem
Öl vorsieht. Nach monatelanger Blockade durch Ungarn genehmigte die EU
zudem ein Darlehen für die Ukraine in Höhe von 90 Milliarden Euro.
Moskau hat seit Beginn des seit vier Jahren andauernden Krieges fast jede
Nacht Hunderte Drohnen auf das Nachbarland abgefeuert. Kyjiw fliegt als
Reaktion regelmäßig Angriffe auf russisches Gebiet.
Das russische Verteidigungsministerium teilte am Samstag mit, es habe in
der Nacht zum Samstag [4][127 ukrainische Drohnen abgefangen].
Seit Russlands Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 sind bereits
zehntausende Zivilisten getötet worden. Von den USA vermittelte Gespräche
über eine Beendigung des Konflikts haben keine Fortschritte gebracht, die
Verhandlungen sind seit Wochen festgefahren. (afp)
## Lawrow wift den USA vor, diplomatische Konventionen aufzugeben
Der russische Außenminister Sergei Lawrow wirft den USA vor, anerkannte
diplomatische Konventionen aufzugeben, um ihre eigenen Interessen
durchzusetzen. Washington gehe es vor allem um die Vorherrschaft auf den
Energiemärkten, sagt Lawrow in einem vom russischen Staatsfernsehen
ausgestrahlten Interview.
Die USA seien bereit, ihren Wohlstand mit allen Mitteln zu verteidigen,
einschließlich Putschen, Entführungen oder Attentaten auf ausländische
Staatschefs. Lawrow spielt damit auf die Gefangennahme des venezolanischen
Präsidenten Nicolás Maduro und die Tötung des iranischen Staatsoberhaupts
Ajatollah Ali Chamenei an. Zudem hätten die USA Europa von Russland
„abgeschnitten“, indem sie europäische Staaten zur Aufgabe der
Nord-Stream-Pipeline gedrängt und sich gegen russische Gaslieferungen an
Ungarn und die Slowakei gestellt hätten. Auch bei der Suche nach einer
Lösung für den Krieg in der Ukraine stünden für die USA wirtschaftliche
Chancen im Vordergrund, erklärt Lawrow weiter. (rtr)
## Gefälschte BBC-Reportage bringt Selenskyj mit Gemälderaub in Verbindung
Im Internet ist eine gefälschte BBC-Reportage aufgetaucht, die einen
Gemäldediebstahl in Italien in Verbindung bringt mit dem ukrainischen
Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Erzählt wird in dem Video, dass ein Ende
März aus einem Museum in der Nähe von Parma gestohlenes Bild von Paul
Cézanne im Präsidialamt Selenskyjs hänge. Behauptet wird, dass Selenskyj
das Gemälde von der Mafia bekommen habe. Allerdings ist die gesamte
Reportage gefälscht, wie die Sender France 24 und Euronews berichten.
So hat die BBC nie eine solche Reportage gemacht und das in den Videos
präsentierte „Beweismaterial“ ist unecht. So wurde das Cézanne-Bild in eine
der Selenskyj-Videobotschaften hinein retuschiert. Im Original hängt nach
Angaben der Investigativjournalisten ein Werk des ukrainischen Künstlers
Andrij Tschebotaru an der Stelle.
Die Fälschung soll den Recherchen zufolge von einem dem russischen
Militärgeheimdienst nahestehenden Netzwerk produziert und verbreitet worden
sein. Tatsächlich wurde das Material durch ein Matrjoschka genanntes Netz
von kremlnahen Bots gestreut, die schon in der Vergangenheit mit der
Verbreitung von gefälschten Meldungen renommierter westlicher Medien
aufgefallen sind. (dpa)
## Ukrainischer Kommandeur, der Soldaten hungern ließ, ist gefeuert
Die ukrainische Armee hat einen Kommandeur gefeuert, dessen Soldaten in
einer Frontstellung im Osten des Landes offenbar monatelang ohne
ausreichende Versorgung mit Wasser oder Lebensmitteln ausharren mussten.
Die Armeeführung warf dem Befehlshaber der Brigade am Freitag in
Online-Netzwerken vor, die „tatsächliche Situation verschleiert“ zu haben.
„Einige Stellungen sind verloren gegangen und bei der Versorgung der
Soldaten kam es zu einer Reihe von Fehlern“, hieß es. Ein weiterer
Kommandeur wurde degradiert.
Eine Frau, bei der es sich ukrainischen Medienberichten zufolge um die
Ehefrau eines der Soldaten handelt, hatte einen landesweiten Aufschrei
ausgelöst, als sie am Dienstag Fotos von drei Soldaten im Online-Netzwerk
Facebook veröffentlichte, auf denen die Männer ausgemergelt, mit freiem
Oberkörper und langen Bärten zu sehen waren.
Ihren Angaben zufolge waren die Männer seit dem 25. August an der Front
stationiert, Nachschub an Lebensmitteln und Brennstoffen sei nur
unregelmäßig alle zehn bis 15 Tage gekommen. Im Winter hätten die Männer
Schnee geschmolzen und Regenwasser getrunken.
Die Journalistin Anna Kaliuschna schrieb in Onlinenetzwerken: „Ich hätte
niemals gedacht, dass unsere Militärführung so eine Schande über unsere
Armee bringen würde. Unsere Infanteristen sehen aus wie diejenigen, die aus
russischer Gefangenschaft zurückkehren.“
Die Einheit kämpft in der heftig umkämpften Region Kupjansk am Fluss Oskil
im Nordosten der Ukraine. Die Soldaten werden in dem Frontabschnitt
[5][über Drohnen und mit Booten versorgt], die nach ukrainischen
Armeeangaben unter „systematischem“ russischem Beschuss standen. Am Freitag
teilte die Armee mit, dass unlängst Lebensmittel geliefert worden seien und
die Soldaten evakuiert würden, „wenn es die Umstände erlauben.“
Der neue Kommandeur der Brigade, Taras Maximow, setzte sich bereits mit den
Männern in einem Online-Anruf in Verbindung und versprach ihnen, sie würden
so bald wie möglich abgelöst, wie aus einem bei Facebook veröffentlichtem
Video hervorgeht. Ukrainischen Medien zufolge sagte einer der Soldaten:
„Helft uns, dass wir hier rauskommen, dann ist alles in Ordnung.“ (afp)
25 Apr 2026
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