# taz.de -- Phising-Angriffe über Signal: Vizepräsidentin des Bundestags will Messenger verbieten
> Bundestagsvizepräsidentin Lindholz (CSU) fordert, Signal auf Bundesebene
> nicht mehr zu nutzen. Politiker waren zuvor von Phishing-Angriffen
> betroffen.
IMG Bild: Bundestagsvizepräsidentin Andrea Lindholz (Mitte) möchte den Messenger Signal verbieten
afp | Nach dem [1][Angriff auf die Kommunikation hochrangiger Politiker]
hat Bundestagsvizepräsidentin Andrea Lindholz (CSU) Bundesregierung und
Bundestag aufgefordert, die [2][Nutzung des US-Anbieters Signal]
einzustellen. Abgeordnete und Verwaltungen sollten vollständig auf den
europäischen Messengerdienst Wire umsteigen, sagte Lindholz der Bild
(Montagsausgabe). Dort würden Telefonnummern nicht offengelegt,
E-Mail-Adressen seien nicht sichtbar, zudem sei das Sicherheitsniveau
„wesentlich höher“, sagte Lindholz.
Zugleich solle es ein Signal-Verbot geben, forderte die
Bundestagsvizepräsidentin. „Wir sollten über ein Signal-Verbot auf
Dienstgeräten von Abgeordneten und Bundestagsmitarbeitern nachdenken“,
sagte Lindholz. Nach ihrer Darstellung seien über Wire nicht nur die Nutzer
selbst, sondern auch deren Kontakte besser geschützt. Der Bundestag stelle
ihn für dienstliche Zwecke zur Verfügung. „Jetzt müssen es aber alle auch
tatsächlich nutzen“, sagte die CSU-Politikerin.
Deutsche und ausländische Sicherheitsdienste warnen seit Monaten vor einer
sogenannten Phishing-Angriffswelle, die auf die heimliche [3][Übernahme von
Signal-Konten von Politikern], Beamten, Diplomaten, Militärs und
Journalisten abzielt. Generalbundesanwalt Jens Rommel leitete laut einer
Sprecherin der Bundesanwaltschaft bereits im Februar Ermittlungen ein,
demnach geht es um den Anfangsverdacht der Spionage.
Nach Informationen des Spiegel reicht der Hack bis in die Bundesregierung:
Bildungsministerin Karin Prien (CDU) und Bauministerin Verena Hubertz (SPD)
seien betroffen, außerdem Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU). Die
Bundesregierung vermutet Russland hinter den Angriffen.
## „Echte Gefahr für unsere Sicherheit“
Der Grünen-Fraktionsvizechef Konstantin von Notz, der auch im
Parlamentarischen Kontrollgremium der Geheimdienste sitzt, sprach gegenüber
der Süddeutschen Zeitung (Montagsausgabe) von einem „Weckruf für alle
Sicherheitsbereiche“. Moskaus Agenda hinter solchen Angriffen müsse
verstanden werden. „Die Angriffe sind real und eine echte Gefahr für unsere
Sicherheit.“ Russische Agenten spionierten und bereiteten Sabotage in
Deutschland vor.
Der Innenpolitiker, der auch im Parlamentarischen Kontrollgremium der
Geheimdienste sitzt, fürchtet zudem langfristige Folgen der Signal-Attacke.
„Geheimdienste könnten versuchen, Opfer zu diskreditieren“, sagte von Notz.
„In jedem Fall ist den Angreifern aber ein relevanter Erkenntnisgewinn
gelungen, den man nicht unterschätzen sollte.“
27 Apr 2026
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