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       # taz.de -- Geplantes Sparpaket für Krankenkassen: SPD setzt Nadelstiche gegen Union
       
       > Die Regierung soll am Mittwoch einen Sparentwurf für die Krankenkassen
       > vorlegen. Die SPD bereitet sich auf Auseinandersetzungen im Parlament
       > vor.
       
   IMG Bild: Nach dem Streit ist vor dem Streit: Die SPD hat weiteren Redebedarf bei der Reform der Krankenkassen
       
       Während die Bundesregierung noch um den Entwurf für ein Sparpaket für die
       gesetzlichen Krankenkassen ringt, bereitet sich die SPD schon auf die
       anschließenden Verhandlungen im Bundestag vor. „Die Versicherten sind über
       die Jahre mit vielen Milliarden in Vorleistung gegangen“, sagte die
       stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende, Dagmar Schmidt, am Dienstag der
       taz. Deutschland verfüge über eines der teuersten Gesundheitssysteme der
       Welt, doch der „Output“ sei nur mittelmäßig. „Die Versicherten dürfen
       deshalb nicht weiter belastet werden.“
       
       Am Mittwoch möchte Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) [1][ihren
       Gesetzentwurf für ein Sparpaket] in Höhe von etwa 19,6 Milliarden Euro für
       das Jahr 2027 vorstellen. Hintergrund ist, dass die gesetzlichen
       Krankenkassen etwa [2][wegen hoher Kosten in der Pflege oder der
       gestiegenen Arzneimittelpreise] auf ein milliardenschweres Defizit
       zusteuern. Damit die Krankenkassenbeiträge für die Versicherten nicht immer
       weiter steigen, sollen Kliniken, Praxen aber auch Pharmahersteller über
       Vergütungsobergrenzen und Einsparungen weniger Geld ausgeben. Auf diese
       Weise könnten schätzungsweise 11,8 Milliarden Euro gespart werden.
       
       Doch die Überlegungen sehen auch vor, dass Versicherte künftig auf
       bestimmte Leistungen verzichten oder mehr dafür bezahlen müssen. So könnte
       etwa das Krankengeld bei einer mehr als sechswöchigen Arbeitsunfähigkeit um
       fünf Prozentpunkte reduziert werden. Derzeit beträgt es rund 70 Prozent des
       Bruttolohns, höchstens aber 90 Prozent des Nettolohns.
       
       Weitere Vorschläge sehen vor, dass Gutverdienende mehr zu den gesetzlichen
       Krankenkassen beitragen. Dafür soll die sogenannte
       Beitragsbemessungsgrenze, also das Lohnniveau, ab dem die Abgaben nicht
       weiter steigen, leicht angehoben werden. Auch die Zuzahlungen für
       Arzneimittel sollen steigen. Durch diese Zusatzbelastungen für Versicherte
       sollen die Kassen rund 3,8 Milliarden Euro einsparen.
       
       ## Die Union möchte auf die Tube drücken
       
       Die SPD will das so nicht stehenlassen und setzt im Laufe des
       Gesetzgebungsverfahrens im Bundestag auf weitere Verhandlungen. „Wir machen
       auch Sparvorschläge, sehen aber vor allem diejenigen in der Verantwortung,
       die in den letzten Jahren auch gut verdient haben“, sagte Schmidt, die auch
       Co-Sprecherin der parlamentarischen Linken in der SPD ist. Bei den
       Pharmakonzernen und bestimmten Krankenhausgesellschaften müsse „die Dynamik
       begrenzt werden“.
       
       Das Krankengeld bezeichnet sie als „konstitutiv“ für die Versicherung.
       Niemand dürfe seine Existenzgrundlage verlieren, nur weil er oder sie krank
       sei. Auch der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD, Dirk Wiese,
       kündigte eine Auseinandersetzung im Bundestag an. Seine Fraktion werde sich
       den Entwurf „im parlamentarischen Verfahren bis zur Sommerpause noch mal
       anschauen“, sagte er dem ARD-„Morgenmagazin“. Die Reform müsse sozial
       gerecht und ausgewogen sein.
       
       Die Bundesregierung möchte die Einsparungen bei den gesetzlichen
       Krankenkassen eigentlich schnell über die Bühne bringen, um
       Handlungsfähigkeit zu demonstrieren. Das hatte bei der SPD für Verstimmung
       gesorgt. Generalsekretär Tim Klüssendorf hatte noch vergangene Woche
       gesagt, dass man sich auf keinen der Vorschläge aus Warkens Ministerium
       geeinigt habe.
       
       Die Unionsfraktion wiederum reagierte ungeduldig auf die Bedenken aus der
       SPD. „Wir müssen zu politischen Entscheidungen kommen“, forderte
       Unions-Fraktionschef Jens Spahn am Montag. Bundeskanzler Friedrich Merz
       sprach am selben Tag davon, dass der Entwurf „praktisch fertig und
       verabschiedungsreif“ sei.
       
       Dirk Wiese gibt sich betont gelassen und spricht davon, dass sich die
       Koalition aufeinander zu bewege. „Wir haben das klare Ziel, eine Einigung
       zu finden.“ Die SPD wolle die GKV-Reform „gemeinsam mit unserem
       Koalitionspartner“ bis zum Sommer im Bundestag beschließen.
       
       28 Apr 2026
       
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