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       # taz.de -- Fehlende Alterschecks: EU-Kommission rügt Facebook und Instagram
       
       > Die EU-Kommission wirft dem Meta-Konzern vor, dass sich Kinder auf
       > Instagram und Facebook leicht als älter ausgeben können. Der Konzern
       > kündigt neue technische Maßnahmen an.
       
   IMG Bild: Facebook und Instagram sind nicht für Minderjährige unter 13 Jahren bestimmt
       
       In der Debatte über ein Mindestalter für die Nutzung von
       Social-Media-Diensten verschärft die EU-Kommission ihre Gangart gegen viel
       genutzte Plattformen. Der US-Konzern Meta lasse es zu, dass Facebook und
       Instagram von unter 13-Jährigen genutzt werden, bemängelte die Brüsseler
       Behörde nach einer eingehenden Untersuchung. Das verstoße gegen das Gesetz
       für digitale Dienste (Digital Services Act, DSA).
       
       „Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Meta weisen darauf hin, dass ihre
       Dienste nicht für Minderjährige unter 13 Jahren bestimmt sind“, sagte
       Digitalkommissarin Henna Virkkunen. Der DSA verpflichte Plattformen zur
       Durchsetzung ihrer eigenen Regeln. Sollte Meta keine Änderungen vornehmen,
       so kann die EU-Kommission Strafen von bis zu 6 Prozent des Jahresumsatzes
       verhängen.
       
       Meta wies die Vorwürfe zurück. Instagram und Facebook hätten bereits
       Maßnahmen getroffen, um Konten von Personen unter 13 Jahren zu erkennen und
       zu löschen, teilte eine Sprecherin auf Anfrage der Katholischen
       Nachrichten-Agentur (KNA) mit. Außerdem kündigte der Konzern neue
       technische Maßnahmen an, um minderjährige Nutzer zu identifizieren und den
       Zugang zu sperren.
       
       Der EU-Kommission dürfte das nicht gefallen, denn sie hat eine eigene App
       zur Alterskontrolle entwickelt. Der Prototyp, den Kommissionspräsidentin
       Ursula von der Leyen als sicher angepriesen hat, wurde zwar schon nach zwei
       Minuten gehackt. Die Kommission kündigte jedoch eine verbesserte Version an
       und drängte die EU-Staaten, sie möglichst flächendeckend einzuführen.
       
       Eine effiziente Altersverifikation sei „das nächste Puzzleteil“ zur
       Schaffung eines sicheren Online-Umfeldes für Kinder, sagte Virkkunen. Sie
       forderte die Mitgliedsländer auf, die EU-App zu übernehmen und nach ihren
       Bedürfnissen anzupassen, etwa in Form einer digitalen Brieftasche
       („Wallet“). Grüne und Liberale im Europaparlament signalisierten
       Unterstützung.
       
       Allerdings gibt es auch Kritik. Die App zum Alterscheck stoße auf
       „ernsthafte Bedenken“, sagte die grüne Digitalexpertin Alexandra Geese.
       „Die Gefahr, dass biometrische Daten zur Überwachung, für Betrugszwecke
       oder für sexualisierte Bilder genutzt werden, ist zu groß“. Ähnlich haben
       sich Datenschützer und Internetaktivisten wie der frühere EU-Abgeordnete
       Patrick Breyer geäußert.
       
       Streit gibt es auch über die Frage der Zuständigkeit. Bisher kümmern sich
       die EU-Staaten in nationaler Eigenregie um den Jugendschutz im Internet.
       
       29 Apr 2026
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Eric Bonse
       
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