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       # taz.de -- Deutsch-amerikanische Beziehungen: Trump droht wieder mit Abzug der US-Truppen aus Deutschland
       
       > Der US-Präsident spricht davon, die Armee der USA in Deutschland zu
       > reduzieren: ein Tritt gegen Merz. Davon wären Tausende Arbeitsplätze
       > betroffen.
       
   IMG Bild: US Air Force Lockheed C5 Galaxy der US-amerikanischen Luftwaffe vor dem Start auf der Ramstein Air Force Base
       
       rtr/dpa | US-Präsident Donald Trump bringt erneut die Möglichkeit eines
       Teilabzugs amerikanischer Streitkräfte aus Deutschland ins Spiel. Die USA
       prüften und bewerteten eine mögliche Reduzierung der Truppen, es werde in
       Kürze eine Entscheidung getroffen, schrieb Trump am Mittwoch auf der
       Plattform Truth Social.
       
       Trump hatte [1][Deutschland und andere Nato-Verbündete dafür kritisiert],
       dass sie keine Marineschiffe zur Sicherung der Straße von Hormus entsandt
       hätten. Die Deutsche Botschaft in Washington kommentierte die Aussagen
       zunächst nicht. Das US-Verteidigungsministerium verwies auf das
       Präsidialamt, das ebenfalls ‌keine Stellungnahme abgab. Bereits Anfang des
       Monats hatte ein hochrangiger US-Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur
       Reuters gesagt, Trump habe intern über einen teilweisen Truppenabzug aus
       Europa diskutiert.
       
       Die Ankündigung fällt in eine [2][Zeit diplomatischer Spannungen zwischen
       Washington und Berlin.] Bundeskanzler Merz hatte Trump im Umgang mit dem
       Iran Planlosigkeit vorgeworfen und gesagt, die USA würden von den
       Machthabern in Teheran gedemütigt. Er sei [3][„desillusioniert“, so der
       Kanzler]. „Er hat keine Ahnung, wovon er spricht!“, schrieb Trump daraufhin
       am Dienstag auf Truth Social mit Blick auf den CDU-Vorsitzenden. Er warf
       dem Kanzler vor, damit einverstanden zu sein, dass der Iran über Atomwaffen
       verfüge.
       
       ## Militärs aus den USA und Deutschland treffen sich
       
       Die USA und Israel hatten ihren völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen
       Iran Ende Februar begonnen, ohne vorher ihre Nato-Partner einzubeziehen.
       Die Verbündeten hatten Trump daraufhin die geforderte [4][Unterstützung
       verweigert]. Das [5][führte zum offenen Bruch].
       
       Ungeachtet der politischen Differenzen treffen sich hochrangige Militärs
       beider Länder. Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Carsten Breuer, kam am
       Mittwoch in Washington mit dem Staatssekretär im
       US-Verteidigungsministerium, Elbridge Colby, zusammen. Thema war die
       [6][neue deutsche Militärstrategie], die erste außerhalb des ⁠Nato-Rahmens
       seit dem Zweiten Weltkrieg.
       
       Colby lobte das Dokument, das den Aufbau der größten konventionellen
       Streitmacht Europas zum Ziel hat, auf der Plattform X und erklärte, es
       zeige einen „klaren Weg nach vorn“. Trump habe zu Recht gefordert, dass
       Europa mehr tun müsse. Breuer ‌sagte vor Journalisten, Colby habe große
       Wertschätzung für die deutsche Strategie, den Führungsanspruch in der Nato
       ⁠und die damit verbundenen finanziellen Zusagen gezeigt. Hinweise auf einen
       möglichen US-Truppenabzug habe es in den Gesprächen nicht gegeben.
       
       ## Tausende Arbeitsplätze hängen an US-Stützpunkten
       
       Aktuell sind nach Angaben des US-Militärs von Mitte April rund 86.000
       Soldaten in Europa stationiert – davon rund 39.000 in Deutschland. In
       Deutschland gibt es neben dem [7][Flugplatz Ramstein in Rheinland-Pfalz]
       etwa das US-Oberkommando für Europa (EUCOM) in Stuttgart. Die Zahl
       verändert sich regelmäßig, auch wegen Rotationen und Übungen.
       
       Die US-Truppen galten in der Zeit des Kalten Krieges als Sicherheitsgarant
       für die Bundesrepublik und sind zu einem [8][wichtigen Wirtschaftsfaktor
       für die Regionen rund um die Stützpunkte] geworden. Tausende Ortskräfte
       werden vom US-Militär beschäftigt, daneben hängen vor allem in
       Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern Tausende weitere
       Arbeitsplätze von den US-Truppen ab.
       
       Allein der riesige [9][Luftwaffenstützpunkt Ramstein bei Kaiserslautern]
       mit der größten US-Militärgemeinde außerhalb der Vereinigten Staaten
       generiert Schätzungen zufolge jedes Jahr Hunderte Millionen Euro an Löhnen,
       Gehältern, Mieten und Aufträgen in der regionalen Wirtschaft. Nahe dem
       Stützpunkt entsteht zurzeit das größte US-Militärkrankenhaus außerhalb der
       USA.
       
       ## Dutzende große US-Militärstützpunkte in Europa
       
       In Europa gibt es seit Jahrzehnten Dutzende große US-Militärstützpunkte,
       die bei den weltumspannenden Einsätzen der Amerikaner – etwa im Nahen Osten
       – von enormer Bedeutung sind. Sie dienen der Stationierung von Truppen,
       Waffen, Schiffen und Flugzeugen, Drohnen werden von dort aus gesteuert und
       auch Verletzte versorgt.
       
       Merz ist [10][nicht der erste Spitzenpolitiker in Europa, den Trump massiv
       attackiert]. So sind auch der britische Premierminister Keir Starmer und
       der französische Präsident Emmanuel Macron bei dem Republikaner in Ungnade
       gefallen. Zuletzt krachte es nach der Kritik des US-Präsidenten am Papst
       sogar zwischen ihm und der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia
       Meloni.
       
       Nimmt man Trumps jüngste Äußerungen zum Maßstab, scheint das persönliche
       Verhältnis zu Merz an einem Tiefpunkt angelangt zu sein. Merz trat diesem
       Eindruck am Mittwoch entgegen. „Das persönliche Verhältnis zwischen dem
       amerikanischen Präsidenten und mir ist – jedenfalls aus meiner Sicht –
       unverändert gut“, sagte er. „Wir sind nach wie vor in guten Gesprächen
       miteinander.“
       
       ## Die Drohung gab es schon einmal
       
       Trump hatte [11][bereits in seiner ersten Amtszeit (2017 bis 2021) mit
       einer Reduzierung des Truppenkontingents in Deutschland gedroht]. Damals
       hatte er einige Monate vor seinem Abschied aus dem Weißen Haus angekündigt,
       er wolle 12.000 der damals rund 35.000 US-Soldaten aus Deutschland
       abziehen. Mehrere Tausend davon sollten innerhalb von Europa verlegt
       werden, andere in die USA zurückkehren. Trump beschrieb das Vorhaben damals
       als Strafe für die aus seiner Sicht zu geringen deutschen Militärausgaben.
       [12][Sein Nachfolger Joe Biden stoppte die Pläne] dann nach seinem
       Amtsantritt.
       
       30 Apr 2026
       
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