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       # taz.de -- momentaufnahmen: Wenn es nachts partout keine Ruhe gibt
       
       Wer um 3.30 Uhr mit dem Flixbus von Berlin nach Hamburg fahren möchte, muss
       im Sitzen schlafen können. Dutzende Male habe ich es erprobt, heute fällt
       das Einschlafen trotzdem schwer: Eine Gruppe dreier Halbstarker hängt auf
       Tiktok rum: Abwechselnd ertönen Gequatsche und Beats. Ohren zuhalten und
       ignorieren. Irgendwann gebe ich auf und versuche es mit
       Noice-Canceling-Kopfhörern. Keine Chance. Es ist nicht einmal mehr so laut.
       Doch konzentriert man sich einmal auf solche Respektlosigkeit, dreht der
       Kopf Schleife um Schleife und an Schlaf ist nicht zu denken. Auf eine
       nächtliche Konfrontation bin ich aber auch nicht aus. Ich füge mich dem
       Schicksal, wie alle im Bus. Als ich mir irgendwann selbst Musik anmache,
       dämmere ich endlich weg.
       
       Als ich erwache, da wird es schon hell, schallen immer noch Geräusche aus
       dem Handylautsprecher. Welch erstaunliches Durchhaltevermögen.
       
       Schnell wird aber klar: Hier scrollt keiner mehr. Stattdessen wispert eine
       Frauenstimme: „Ich bin sicher. Ich bin gehalten. Ich kann schlafen. Das
       Nervensystem weiß wieder, wie sich Ruhe anfühlt.“ Vielleicht brauchen die
       drei nur ein wenig Liebe. Und Kopfhörer. „Gesundheit. Gesundheit.
       Gesundheit.“ Ich schlafe wieder ein.“Birger Stepputtis
       
       16 May 2026
       
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   DIR Birger Stepputtis
       
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