# taz.de -- Emissionen der Fossil-Konzerne: Industrie verstößt laut Umwelthilfe gegen Methanverordnung
> Laut den Umweltschützer*innen liefern die wenigsten Konzerne Daten,
> geschweige denn nachvollziehbare. Es gibt aber auch positive Beispiele.
IMG Bild: Ein Erdgasförderplatz von Exxonmobil – eingereichte Daten des Konzerns seien unvollständig und methodisch intransparent
Nur ein Prozent der deutschen Betreiber von Öl- und Gasinfrastruktur
schaffen vorschriftsgerecht Transparenz über ihre eigenen
[1][Methanemissionen]. Das geht aus einem Bericht der Deutschen Umwelthilfe
(DUH) hervor.
[2][Methan ist der Hauptbestandteil von Erdgas und ein sehr potentes
Treibhausgas.] Zwar hat es eine vergleichsweise kurze Verweildauer in der
Atmosphäre, ist aber über den Zeitraum von 20 Jahren [3][80-mal so
klimaschädlich wie CO2]. Eine wichtige Quelle ist die fossile
Energiewirtschaft. Methan entweicht oft unbeabsichtigt aus Bohrlöchern der
Gas- und Ölindustrie sowie beim Kohleabbau, außerdem etwa aus Leckagen in
Erdgas-Pipelines oder anderen Anlagen der Industrie.
Dagegen soll die 2024 verabschiedete EU-Methanverordnung helfen. Mit ihr
gibt es erstmals einen verbindlichen Rechtsrahmen, durch den Betreiber
gezwungen sind, jährlich ihre Methanemissionen transparent zu machen. Das
Ziel: Emissionen und Leckage besser erfassen, damit sie beseitigt werden
können – für Klimaschutz und Versorgungssicherheit.
Laut der DUH wurde etwa ein Drittel der Berichte, die für 2024 und 2025
verpflichtend gewesen wären, nicht eingereicht. Andere sind laut den
Umweltschützer*innen unvollständig, fehlerhaft oder nicht
nachvollziehbar. Bei 72 Prozent der 2025 eingereichten Berichte wurde die
Pflicht ignoriert, eigene Messungen durchzuführen. 27 Prozent der Berichte
gaben an, dass eigene Messungen stattgefunden hatten – doch diese waren
laut DUH nicht nachvollziehbar.
## Auch eine Frage der Versorgungssicherheit
Die Tatsache, dass Methan oft unkontrolliert entweiche, sei „total absurd“,
meint Constantin Zerger von der Umwelthilfe. Mehr Transparenz über die
Emissionen sei einer der wichtigsten Hebel, um die Klimakrise zu bremsen.
„Wer Öl- und Gasinfrastruktur betreibt, muss wissen, ob sie dicht ist“, so
Zerger. Das habe auch ein energiewirtschaftlich extrem hohes Potenzial. Wer
Erdgas nicht entweichen lässt, kann es schließlich verkaufen.
Laut der internationalen Energieagentur könnten 200 Milliarden Kubikmeter
Gas jährlich durch konsequente Maßnahmen verfügbar gemacht werden – wenn
die verantwortlichen Betriebe ihre Emissionen besser prüfen würden. Gerade
während einer globalen Energiekrise trage das Einhalten der
Methanverordnung auch zur Versorgungssicherheit bei.
Auch globale Energieriesen, die in Deutschland tätig sind, verstoßen laut
Bericht gegen die Methanverordnung. Die von dem US-Ölkonzern Exxonmobil
eingereichten Daten seien beispielsweise unvollständig und methodisch
intransparent. Bis Redaktionsschluss meldete sich der Konzern bei der taz
nicht mit einer Stellungnahme zurück.
Die Umwelthilfe kritisiert auch die Politik. In Deutschland würden
beispielsweise die Kontrollbehörden fehlen. 10 Bundesländer haben noch
keine solchen Ämter benannt. „Es gibt in diesen Ländern immer noch keine
Bereitschaft, einen vernünftigen Vollzugsrahmen für das zweitwichtigste
Treibhausgas zu schaffen. Das darf nicht sein“, so Zerger.
„Unsere erste Forderung ist, dass all diese Unternehmen ihre Hausaufgaben
machen und die gesetzlichen Forderungen erfüllen“, sagte Zerger. Dass das
geht, würden die Beispiele des Pipeline-Betreibers Bayernets und der
Regionalwerke Neckar-Kocher zeigen, die trotz niedrigerer Budgets laut DUH
in puncto Transparenz geliefert haben.
4 May 2026
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## AUTOREN
DIR Evke Bakker
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