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       # taz.de -- Zollpolitik der USA: Juristische Niederlage für Donald Trump
       
       > Ein Gericht erklärt Zölle in Höhe von zehn Prozent für ungültig. Die
       > Regierung dürfte gegen die Entscheidung in Berufung gehen.
       
   IMG Bild: Präsident Trump bei einem Pressetermin in Washington am 7. Mai
       
       US-Präsident Donald Trump muss eine weitere juristische Niederlage
       hinnehmen. Erneut hat ein amerikanisches Gericht entschieden, dass seine
       weltweiten Zölle von 10 Prozent ungültig sind. [1][Bereits im Februar hatte
       der Supreme Court Trumps geplante Zölle von bis 50 Prozent für ungültig
       erklärt].
       
       Zwei der drei Richter des US-Gerichts für internationalen Handel
       entschieden am Donnerstag, dass die neuen Zölle rechtswidrig seien, und
       untersagten der Regierung, weitere Abgaben von den Klägern einzufordern.
       Geklagt hatten der US-Bundesstaat Washington sowie zwei Firmen.
       
       Da sich das Gericht in seiner Entscheidung lediglich auf die vorliegende
       Klage bezog, bedeutet dies, dass alle anderen Importeure vorerst weiter die
       Zölle in Höhe von 10 Prozent abführen müssen. Das Urteil der Handelsrichter
       ist dennoch wichtig, da sich andere Firmen in möglichen Klagen darauf
       beziehen könnten, um ebenfalls eine Befreiung von den Abgaben zu erreichen.
       
       Die im Februar von Trump erlassenen 10-Prozent-Zölle seien „ungültig“ und
       die den Klägern auferlegten Zölle „rechtswidrig“, schrieben die Richter
       Mark Barnett und Claire Kelly, die beide von Ex-Präsident Barack Obama
       ernannt worden waren. Timothy Stanceu, ein von George W. Bush ernannter
       Richter, stimmte dagegen.
       
       ## „Deutliche Zurückweisung“
       
       Obwohl die meisten Firmen und Importeure weiter die Zölle werden abführen
       müssen, solange das Berufungsverfahren läuft, dürfte die Entscheidung als
       eine „deutliche Zurückweisung“ von Trumps Zollpolitik bezeichnet werden,
       erklärte Tim Brightbill, ein Handelsanwalt der Kanzlei Wiley Rein,
       gegenüber Politico. „Die Regierung wird gegen diese Entscheidung mit
       Sicherheit Berufung einlegen“, sagte er.
       
       Im Falle einer Berufung würde das Verfahren an das zuständige
       Berufungsgericht weitergeleitet werden. Das Gericht hatte bereits zuvor
       gegen separate Zölle entschieden, die Trump unter „Notstands“-Befugnissen
       verhängt hatte.
       
       Als rechtliche Grundlage für die 10-Prozent-Zölle bezog sich die Regierung
       auf Paragraf 122 des US-Handelsgesetzes von 1974. Dieser erlaubt es dem
       Präsidenten, vorübergehende Einfuhrzölle von bis zu 15 Prozent für maximal
       150 Tage zu erheben, wenn die Vereinigten Staaten mit „grundlegenden
       internationalen Zahlungsproblemen“ konfrontiert sind. Dazu zählen auch
       „schwerwiegende Zahlungsbilanzdefizite“.
       
       ## Juristisch umstritten
       
       Trumps Versuch, dieses Gesetz für die Ersatzzölle zu nutzen, war von Anfang
       an juristisch umstritten. Obwohl 24 von den Demokraten geführte
       Bundesstaaten, der Gewürzimporteur Burlap and Barrel sowie der
       Spielzeughersteller Basic Fun gegen die Richtlinie geklagt hatten, stellte
       das Gremium fest, dass nur der Bundesstaat Washington und die beiden
       genannten Unternehmen juristisch zu einer Klage befugt waren. Dadurch blieb
       die einstweilige Verfügung auf diese Kläger beschränkt.
       
       „Wir haben heute zurückgeschlagen und gewonnen, wir sind überglücklich“,
       sagte Jay Foreman, Geschäftsführer von Basic Fun, am Donnerstag gegenüber
       Journalisten.
       
       Die Trump-Regierung versucht derweil weiterhin, die weltweiten Zölle wieder
       einzuführen. Im März leitete das Büro des US-Handelsbeauftragten
       Untersuchungen gegen Dutzende von Ländern auf der Grundlage einer separaten
       Rechtsgrundlage – Paragraf 301 des Handelsgesetzes von 1974 – ein. Diese
       werden voraussichtlich im Sommer zu weitreichenden Zöllen führen. Zu der
       jüngsten Gerichtsentscheidung hat sich US-Präsident Trump bisher nicht
       geäußert.
       
       8 May 2026
       
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