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       # taz.de -- Bundesrat stimmt zu: Neue private Altersvorsorge löst Riester-Rente ab
       
       > Die Reform der privaten Altersvorsorge nimmt die letzte parlamentarische
       > Hürde: Riester wird 2027 durch ein staatlich gefördertes Vorsorgemodell
       > ersetzt.
       
   IMG Bild: Kann weg beziehungsweise umgewandelt werden: die Riester-Rente
       
       afp | Das [1][Gesetz zur neuen privaten Altersvorsorge] hat die letzte
       Hürde genommen: Der Bundesrat gab am Freitag grünes Licht für die Vorlage
       aus dem Bundesfinanzministerium, damit kann das Gesetz in Kraft treten.
       Ziel ist, die bisherige Riester-Rente ab 2027 durch ein neues, staatlich
       gefördertes Vorsorgemodell abzulösen. Die [2][Neuregelung] soll mehr
       Menschen ermuntern, privat Geld für die Rente zurückzulegen.
       
       Warum soll die Riester-Rente abgelöst werden?
       
       Bei der 2002 eingeführten Riester-Rente handelt es sich um eine private
       Altersvorsorge, die durch staatliche Zulagen und Steuervorteile gefördert
       wird und die Auszahlung einer lebenslangen monatlichen Rente garantiert.
       Der Nachteil: Die Regelungen sind kompliziert und für Verbraucherinnen und
       Verbraucher teils schwer verständlich.
       
       Die Verwaltungskosten gelten zudem als hoch. Auch kann nur ein kleiner Teil
       der Beiträge risikoorientiert angelegt werden. Hohe Renditen sind damit
       kaum möglich.
       
       Seit 2018 ist die Gesamtzahl der privaten Altersvorsorgeverträge vor diesem
       Hintergrund rückläufig. Die steuerlich geförderte private Altersvorsorge
       sei „aktuell zu kompliziert und wird zu wenig genutzt“, konstatiert das
       Finanzministerium. Sie solle nun „deutlich einfacher, günstiger und
       flexibler werden“.
       
       Was soll sich ändern?
       
       Die Bundesregierung will ab dem 1. Januar 2027 [3][ein leicht
       verständliches Standardprodukt] einführen, das jeder Anbieter – also
       Banken, Sparkassen und Versicherungen – im Portfolio haben muss und das den
       Einsteig in die private Vorsorge erleichtern soll. Neben Produkten mit
       garantierter Auszahlungssumme soll es auch Altersvorsorge-Depots ohne
       Garantie geben, bei denen etwa in Fonds oder andere Anlageklassen
       investiert werden kann.
       
       Abschluss- und Verwaltungskosten sollen über die gesamte Vertragslaufzeit
       verteilt werden, außerdem soll es für das Standardprodukt einen
       Kostendeckel von 1 Prozent geben.
       
       Neu ist auch die Aufnahme von Selbstständigen in den Kreis der
       förderfähigen Erwerbstätigen: Bisher hatten vor allem abhängig Beschäftigte
       die Möglichkeit zu „riestern“. Mit der Aufnahme der Selbstständigen will
       die Koalition der Tatsache Rechnung tragen, „dass Selbstständige besonders
       häufig von prekären Lebensverhältnissen im Alter betroffen sind“.
       
       Wie hoch ist die Förderung?
       
       Die Grundzulage, die jeder Sparer und jede Sparerin bekommt, liegt bei der
       Riester-Rente aktuell bei 175 Euro pro Jahr und soll mit der Reform durch
       eine proportionale Zulage abgelöst werden. Künftig gibt es für jeden
       eingezahlten Euro 50 Cent vom Staat dazu – bis zu einer Höhe von 360 Euro.
       Bei einem Sparbeitrag von 360 Euro bis 1800 Euro im Jahr gibt es noch 25
       Cent staatliche Förderung je Euro. Insgesamt liegt die Förderung damit bei
       bis zu 540 Euro pro Jahr. Familien bekommen die volle Kinderzulage von 300
       Euro jährlich bereits ab einem monatlichen Sparbeitrag von 25 Euro.
       
       Außerdem soll eine potenziell höhere Rendite möglich sein: Das verspricht
       sich die Regierung durch den Wegfall teurer Garantieleistungen, die
       Streckung der Abschlusskosten über die gesamte Vertragslaufzeit und die
       Begrenzung der Effektivkosten im Standarddepot.
       
       Warum gibt es weiter Kritik an den Kosten?
       
       Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hält auch die auf maximal 1
       Prozent gedeckelten Abschluss- und Verwaltungskosten für zu hoch. Das
       Ratgeberportal Finanztip untermauert dies mit Beispielrechnungen: Wer 40
       Jahre lang jährlich in die private Vorsorge einzahlt und 6 Prozent Rendite
       pro Jahr erzielt, habe am Schluss bei günstigen Kosten von 0,2 Prozent rund
       269.000 Euro nach Steuern. Wenn die Anbieter hingegen den Kostendeckel von
       1 Prozent ausreizen, dann beträgt das Endvermögen laut Finanztip nur rund
       219.000 Euro – 50.000 Euro weniger.
       
       Was ist für Kinder und Jugendliche geplant?
       
       In einem weiteren Schritt ist die sogenannte Frühstart-Rente geplant.
       Kinder und Jugendliche vom 6. bis zum 18. Lebensjahr sollen dabei ein
       individuelles Altersvorsorgedepot erhalten. Für dieses soll es monatlich 10
       Euro vom Staat als Zuschuss geben.
       
       Losgehen soll es rückwirkend zu 2026 zunächst mit dem Geburtenjahrgang
       2020. Es soll dann geprüft werden, ob ab 2029 zusätzliche Jahrgänge, die
       bis dahin nicht berücksichtigt wurden, einbezogen werden.
       
       Die individuellen Depots sollen sich am geplanten Standardprodukt der
       privaten Altersvorsorge orientieren. Geplant ist eine zwölfjährige
       Ansparphase, dann ist den Plänen zufolge ein „nahtloser Übergang“ in das
       System der steuerlich geförderten privaten Vorsorge möglich.
       
       8 May 2026
       
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