# taz.de -- Eine Zutat mit vielen Namen: Langweilig? Nicht die Bohne!
> Egal, ob man sie Vieh- oder Saubohne nennt, Pferde- oder Puffbohne,
> Acker- oder Feldbohne, Faber- oder Favabohne – die Dicke Bohne schmeckt
> immer.
IMG Bild: Sehr jung ist sie grün
Wer meine Kolumnen liest, der weiß, dass ich ein Faible für fantasievolle
und mannigfaltige Namen habe, und die heutige Zutat hat es in der Kategorie
besonders in sich. Man kennt sie als Vieh- oder Saubohne, als Pferde- oder
Puffbohne, als Acker- oder Feldbohne, als Faber- oder Favabohne … oder, wie
ich sie am liebsten nenne: als Dicke Bohne.
Sehr jung ist sie grün, gereift dann weiß oder beige. Sie ist eine
anpassungsfähige, vielseitige und wandelbare [1][Proteinquelle], enthält
neben Eiweiß viel Eisen, Vitamin B9, Vitamin C und sekundäre
Pflanzenstoffe. Sie lockert verdichtete Böden auf und speichert Stickstoff
in den Wurzeln. Man kann die Bohnen getrocknet einige Jahre gut lagern, sie
einfrieren – oder natürlich am liebsten frisch verzehren.
In der Küche lassen sich Dicke Bohnen gut als Suppe, als Beilage oder in
Eintöpfen – oft mit Tomaten – verwenden. Ich mag es zum Beispiel, Gulasch
oder Ochsenschwanz mit Dicken Bohnen und Karotten aufzupeppen. Dazu gare
ich die Bohnen vor, gebe sie für die letzten Minuten mit ins Gulasch und
serviere den Eintopf mit lauwarmem Brot.
## Kombination mit Suchtpotenzial
Im Salat sind sie ein hochwertiger Fleischersatz und haben zudem viele
Ballaststoffe. Jetzt, wo es sommerlicher wird, können sie auch gleich der
Hauptbestandteil eines leichten Salats sein, mit Zitrone, Olivenöl und
vielen frischen Kräutern. Suchtpotenzial hat für mich die Kombination aus
jungen Dicken Bohnen, feingeschnittenem grünem Salat, Granatapfelkernen,
Karotte, Avocado und Gurke. Im dazugehörigen Dressing bevorzuge ich
Apfelessig, der ist nicht so aufdringlich wie Aceto Balsamico. Zitronensaft
tut’s auch!
In Österreich liebt man einen sauren Bohnensalat mit Essig und klein
geschnittenen Zwiebeln, der dann auch gern mit Kürbiskernöl verfeinert
wird. Dazu koche ich die Bohnen weich und mache eine simple Marinade aus
Salz, Pfeffer, Weißweinessig und Kürbiskernöl. Wer es noch ein wenig
gehaltvoller mag, nimmt ein wenig starke Rinderbrühe, die noch warm über
die Bohnen gegossen wird.
Für den schnellen, großen Hunger mache ich aus den vielseitigen Bohnen
gerne einen Dip. Dazu nehme ich gekochte Dicke Bohnen, püriere diese mit
etwas Olivenöl, Knoblauch, Salz und Pfeffer und schmecke alles mit
Zitronensaft ab. Kreuzkümmel, Koriandersamen oder Kerbel passen sehr gut
zum Dip und als Verzierung: geröstete Haselnüsse. Wer noch ein bisschen
Tahini in seinem Regal hat, kann auch davon einige Löffel unterheben.
Kommen Gäste, mache ich davon noch eine Variante mit pürierter gekochter
[2][Roter Bete]. Dann röste ich Bauernbrot und fertig ist ein herrliches
Abendessen, welches auch noch sattmacht und gesund ist. Guten Appetit!
26 May 2026
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## AUTOREN
DIR Sarah Wiener
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