# taz.de -- Nur 10 Tage nach „Timmys“ Verschwinden: Unternehmen will 2.000 Tonnen Walfleisch erjagen
> Japan und Norwegen haben die kommerzielle Jagd auf Meeressäuger
> gestartet. Ostsee-Schweinswale sterben sogar nur als Kollateralschaden.
IMG Bild: Ein toter Schweinswal treibt im Meer
Sie singen, [1][sie unterhalten sich laut, um Schiffslärm zu übertönen,]
und manche von ihnen tragen sogar klangvolle Namen. Nützt alles nichts, die
globale Walfangsaison läuft gerade auf vollen Touren. Die
Naturschutzorganisation Pro Wildlife weist darauf hin, dass Japan die Jagd
auf die Meeressäuger erneut aufgenommen hat, Norwegen Zwergwale tötet und
auf den Färöer-Inseln bei der ersten traditionellen Treibjagd der Saison
bereits über 100 Grindwale erlegt wurden.
[2][„Wir erleben derzeit erschreckend deutlich, dass Walfang und Delfinjagd
noch lange kein Kapitel der Vergangenheit sind“,] sagt Mona Schweizer,
Meeresschutzexpertin bei Pro Wildlife. „Selbst in Island gibt es Anzeichen,
dass 2026 wieder bedrohte Finnwale gejagt werden.“
Seit April sind die Schiffe des japanischen Walfangunternehmens Kyodo
Senpaku unterwegs und haben bereits erste Wale angelandet, teilt Pro
Wildlife mit. Das Unternehmen plane für die diesjährige Saison Fangmengen
von über 2.000 Tonnen Walfleisch. Seitdem Japan 2019 die Internationale
Walfangkommission (IWC) verlassen habe, betreibe das Land offen
kommerziellen Walfang.
Auch die Zahlen aus Norwegen seien alarmierend: Allein seit dem Saisonstart
am 1. April wurden bereits 67 Zwergwale mit Explosivharpunen getötet – mehr
als viermal so viel wie im selben Zeitraum 2025. Die norwegische Regierung
habe die Fangquote für 2026 auf 1.641 Tiere angehoben. Seit dem
Walfangmoratorium von 1986 wurden in Norwegen über 17.500 Zwergwale
getötet.
## Schutzgebiete bieten keinen Schutz
An den Kragen geht es auch den kleinen Ostsee-Schweinswalen.
Meeresschützer:innen des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland
weisen anlässlich des Tages des Ostsee-Schweinswals auf die akute
Gefährdung des Meeressäugers durch die Stellnetzfischerei hin. „Jedes Jahr
sterben Hunderte Schweinswale in der Stellnetzfischerei als ungewollter
Beifang, weil sie die dünnen Netze nicht erkennen können, sich darin
verfangen und ertrinken“, schreibt der BUND.
„Nicht mal in ihren eigenen Schutzgebieten sind die Ostsee-Schweinswale
aktuell vor Stellnetzen in Sicherheit“, kritisiert die Organisation,
„[3][die wenigen geltenden Einschränkungen für die Fischerei sind nicht
flächendeckend und reichen nicht aus“.] Die wichtigen Lebensräume der Wale
müssten endlich vollständig frei von Netzen werden.
12 May 2026
## LINKS
DIR [1] https://journals.biologists.com/jeb/article-abstract/229/9/jeb251217/371598/Vocal-compensation-to-noise-in-long-finned-pilot?redirectedFrom=fulltext
DIR [2] /Walfang-in-Norwegen/!5758130
DIR [3] /Walschutz-ganz-praktisch/!6174685
## AUTOREN
DIR Heike Holdinghausen
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