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       # taz.de -- Lehrermangel in Bremen: Plötzlich zu viele Lehrkräfte
       
       > Bremen hat überdurchschnittlich viele Lehramts-Referendar:innen
       > eingestellt. Diese werden nicht mehr alle in den Schuldienst übernommen.
       
   IMG Bild: Sind so viele Referendar:innen: Lehrkräftemangel in Bremen jetzt nicht mehr so gravierend
       
       Jahrelang hat Bremen händeringend nach Lehrkräften gesucht und entsprechend
       um sie geworben, um den Personalmangel an den Schulen zu beheben. Auch
       wurden seit 2023 deutlich mehr Referendar:innen ausgebildet als in den
       Vorjahren. Zu einem Jahrgang zählten bis dahin rund 180
       Lehramtsanwärter:innen; zuletzt waren es zwischen 230 und 250 Personen, die
       jeweils zum August und zum Februar eingestellt wurden.
       
       Bisher war die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass sie dann auch in Bremen
       in den Schuldienst übernommen werden mit der Aussicht auf Verbeamtung. Doch
       Ende April erfuhren die Referendar:innen mitten im Prüfungsstress auf
       einer Online-Informationsveranstaltung, dass dies auf sie nicht mehr
       zutrifft. Einige hat dies kalt erwischt, zumal die Bewerbungsfrist für das
       Nachbarland Niedersachsen längst abgelaufen ist.
       
       „Ich bin fest davon ausgegangen, übernommen zu werden“, sagt eine Person,
       die aus Angst vor Nachteilen um Anonymität bittet. Sie sei überhaupt nicht
       auf die Idee gekommen, sich in Niedersachsen zu bewerben, weil sie keine
       andere Botschaft als „Bremen sucht Lehrer:innen“ vernommen hatte.
       
       Wenn jetzt in einem Nachrückverfahren [1][weitere Plätze in Niedersachsen]
       vergeben würden, dann seien diese erfahrungsgemäß im ländlichen Raum. „Mit
       Kindern kann ich nicht einfach umziehen oder lange Wege in Kauf nehmen.“
       Sie frage sich gerade ernsthaft, wofür sie sich anderthalb Jahre durch das
       nervenaufreibende Referendariat gequält habe. „Da hätte ich mir mehr
       Transparenz gewünscht.“
       
       Zudem seien jetzt wieder Noten das ausschlaggebende Kriterium und nicht die
       Passung zu Schule und Schulform. Darauf weist ein Lehrer einer Bremer
       Schule hin, der ebenfalls um Anonymität bittet. „Das ist bitter für alle,
       die neben dem Referendariat Kinder oder Angehörige versorgen und keine
       Kapazität haben, sich um Bestnoten zu bemühen.“
       
       ## Jobs gibt es in Bremerhaven
       
       Die Sprecherin der Bremer Bildungsbehörde, Patricia Brandt, räumt ein, dass
       der aktuelle Jahrgang nicht darauf vorbereitet wurde, dass der
       Lehrkräftemangel nicht mehr so gravierend ist, wie er zuvor kommuniziert
       wurde. Die Situation sei im Februar 2025, als der aktuelle Jahrgang mit 234
       Referendar:innen begann, eine andere gewesen, sagt sie.
       
       Etwa 150 von ihnen werden an Schulen in der Stadt Bremen eingestellt, sagte
       Brandt. Alle anderen hätten sehr gute Chancen auf eine Anstellung in
       Bremerhaven, wo bereits 57 Personen des Jahrgangs derzeit ihre Ausbildung
       absolvieren. In Bremerhaven – 65 Kilometer von Bremen entfernt – besteht
       weiterhin Lehrkräftemangel. Zudem werde ein neuer Vertretungspool als
       zusätzliche Einstiegsmöglichkeit in den Schuldienst aufgebaut.
       
       Die Stellenvergabe nach Noten sei auch in der Vergangenheit schon
       praktiziert worden und sei eine verfassungsgesetzliche Vorgabe: Die
       Einstellungsverfahren bei öffentlichen Ämtern müssten nach transparenten
       Kriterien erfolgen.
       
       Die Sprecherin der Bildungsbehörde wies darauf hin, dass es auch für die
       231 im August 2025 und 208 im Februar dieses Jahres eingestellten
       Referendar:innen keine Übernahmegarantie gebe. Die
       [2][Quereinsteiger:innen] ohne erstes Staatsexamen an einer deutschen
       Hochschule seien nicht davon betroffen, so Brandt, sie hätten
       Arbeitsverträge mit ihren Schulen, die davon ausgenommen seien.
       
       ## Zweifel an „zunehmender Vollversorgung“
       
       Sie spricht von einem Paradigmenwechsel: „Vom langjährigen allgemeinen und
       flächendeckenden Personalmangel hin zu einer zunehmenden Vollversorgung der
       Schulen.“ Mangel gebe es nur noch bei einzelnen Fächern und in Randlagen,
       etwa in Bremen Nord.
       
       In vielen Schulen ist die Wahrnehmung allerdings eine andere. In gleich
       zwei aktuellen Eingaben an die Behörde fordern Schulleiter:innen und
       weitere Bedienstete den Bildungssenator Marc Rackles (SPD) zum Beheben
       akuter Missstände auf. Eins dieser der taz vorliegenden Schreiben
       kritisiert die personelle Unterausstattung von Inklusionsklassen aufgrund
       von Sparmaßnahmen.
       
       Das zweite Papier benennt gravierende Missstände der Abteilung, die für die
       Personalplanung und Vertretungsfälle zuständig ist, verfasst von der
       Arbeitsgemeinschaft der Leiter:innen der Bremer Oberschulen. Der taz
       liegt nur die „entschärfte“ Version für die Presse vor. Danach werden sehr
       viele Schulen im Unklaren darüber gelassen, mit welchem Personal sie
       rechnen können – was die Belastung der Kollegien „massiv verschärfe“.
       
       13 May 2026
       
       ## LINKS
       
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       ## AUTOREN
       
   DIR Eiken Bruhn
       
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