# taz.de -- Vor USA-China-Gipfel: Trump auf schwieriger Mission in Peking
> Der US-Präsident braucht China zur Beendigung des Irankriegs und für
> Investitionen. Denn zu Hause sinken seine Umfragewerte immer weiter.
IMG Bild: Auf Augenhöhe? China ist den USA längst voraus. Kann Trump den Abstand verringern?
US-Präsident Donald Trump reist unter erschwerten Bedingungen zum
Gipfeltreffen nach China. Ein anhaltender Krieg mit Iran, schwache
Umfragewerte in der Heimat und juristische Niederlagen, die die gesamte
Zollpolitik der Regierung infrage stellen, sind keine guten Vorzeichen. Für
Trump geht es beim Treffen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping
daher in erster Linie darum, am aktuellen Status Quo festzuhalten und
Chinas aktuellen wirtschaftlichen Vorsprung nicht noch weiter wachsen zu
lassen.
Trump reist jedoch auch mit Forderungen nach China, allen voran ein
Hilfegesuch, um die wirtschaftlich so wichtige Straße von Hormus
wiederzueröffnen. Trump hofft auch auf neue Investitionen, um damit
zumindest vor heimischem Publikum einen Gewinn zu präsentieren.
Die beiden größten Wirtschaftsnationen der Welt stehen vor großen
innenpolitischen Herausforderungen, eine Neuorientierung des angespannten
Verhältnisses gilt daher als unwahrscheinlich. „Der Gipfel wird nach außen
hin höflich wirken, aber taktisch gesehen wird es ein Rugbyspiel sein, bei
dem beide Seiten um die Oberhand ringen“, sagte Melissa Hart, Direktorin
des Global China Hub des Atlantic Council in Washington.
Die Straße von Hormus, die seit Beginn des Irankriegs Ende Februar für den
Schiffsverkehr praktisch gesperrt ist, ist besonders den USA ein großes
Anliegen. Der globale Handel leidet mittlerweile seit Monaten. Vor allem
die stark gestiegenen globalen Öl- und Gaspreise verdeutlichen dies. Trump
erwägt daher die Benzinsteuer vorübergehend auszusetzen.
## Chinas Einfluss auf Iran
Die USA würden Chinas Hilfe in der Angelegenheit deshalb willkommen heißen.
Wie groß der Einfluss der chinesischen Regierung auf die Matchhabenden in
Iran ist, ist allerdings ungewiss. Erst vergangene Woche war Irans
Außenminister in Peking zu Besuch.
Der Direktor des Iran Strategy Project am Altantic Council, Nate Swanson,
glaubt, dass es jedoch durchaus gemeinsame Interessen gäbe. „Insbesondere
im Hinblick auf mögliche iranische Zollgebühren für die Durchquerung der
Straße oder den Versuch Irans, dauerhaft finanzielle Vorteile aus der
Straße zu ziehen“, sagte er.
Ob dies am Ende auch zu einer umsetzbaren Lösung führt, bleibt abzuwarten.
Innenpolitisch wird der Irankrieg für Trump und die Republikanische Partei
immer mehr zu einem mittelschweren Problem. Letzten Umfragen zufolge geben
knapp Zweidrittel aller Amerikaner mittlerweile Trump die Schuld für die
gestiegenen Benzinpreise im Land.
Beim Thema Handel glaubt Expertin Melissa Hart, dass das Treffen nur wenig
Substanzielles erbeben wird. Wer als Sieger hervorgeht, wird am Ende in den
Details entschieden, erklärte sie. Die USA dürften neben chinesischen
Investitionen und Kaufvereinbarungen auch an einem erweiterten Zugang zu
Chinas seltenen Erden und anderen Rohstoffen interessiert sein. Hinzu kommt
ein Ausbau der Partnerschaft beim Kampf gegen Fentanyl, das in den USA seit
Jahren Zehntausende Todesopfer fordert. Das Opiat, das in China produziert
wird, gelangt vor allem über die Südgrenze mit Mexiko ins Land.
## In der Chinafrage vereint
Für die US-Regierung besteht die Gefahr, dass man für große
Kaufvereinbarungen und Investitionen zu viele Zugeständnisse an China
macht, erklärte Josh Lipsky, ehemaliger Berater beim Internationalen
Währungsfonds IWF. China hat in der Vergangenheit „seine Verpflichtungen
nie erfüllt“, erklärte Lipsky im Hinblick auf mögliche große Investitions-
und Kaufankündigungen. „Die Wahrheit und das, was wirklich zählt, ist, was
tatsächlich geliefert und gekauft wird. Und die Erfolgsbilanz ist hier
schlecht.“
Hier besteht für die US-Regierung laut Experten das größte Fettnäpfchen.
Investitionen und Kaufvereinbarungen sind aus innenpolitischer Sicht enorm
wichtig, auch mit Hinblick auf die Kongresswahlen im November. Doch Trump
müsse aufpassen nicht die nationalen Interessen der USA dafür aufs Spiel zu
setzen, wie etwa [1][Zugeständnisse bei der Taiwan-Frage], erklärte Hart,
die zuvor als China-Expertin im US-Außenministerium tätig war.
China ist nicht nur der bedeutendste politische, militärische und
wirtschaftliche Kontrahent der USA, es ist auch eines der wenigen Themen
bei denen sich Republikaner und Demokraten einig sind. Erst vergangenen
Monat hatte der Auswärtige Ausschuss im US-Repräsentantenhaus mehre
Exportrestriktionen verabschiedet, um den Zugang chinesischer Hersteller zu
US-amerikanischer Technologie weiter einzuschränken und chinesische
Chiphersteller vom Zugang zu fortschrittlichen Halbleiterfertigungsanlagen
auszuschließen.
„China hat unmissverständlich klargemacht, dass es die Technologien
dominieren will, die sowohl unsere Wirtschaft als auch unsere nationale
Verteidigung stützen. Die Vereinigten Staaten können es sich nicht leisten,
Hintertüren offenzulassen, die es der Kommunistischen Partei Chinas
ermöglichen, sich die nötigen Werkzeuge anzueignen, um in der
Halbleiterfertigung einen Vorsprung zu erzielen“, sagte der republikanische
Abgeordnete Michael Baumgartner.
12 May 2026
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## AUTOREN
DIR Hansjürgen Mai
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