# taz.de -- Totalenergies stellt Profite über Moral: Expansion in Autokratien
> Mehr als jedes zweite Öl- und Gasfeld, das der Fossilkonzern erschließen
> will, liegt in nichtdemokratischen Staaten, viele in Hochrisikoländern.
IMG Bild: Johannesburg, Südafrika, 19. August 2025: Umweltproteste gegen das Engagement von TotalEnergies in Afrika
Der EU-weit größte Öl- und Gaskonzern TotalEnergies setzt weiterhin auf
fossile Expansion. Dabei zieht es ihn auch stärker als seine Mitbewerber in
autokratisch regierte Staaten, sogenannte Hybridregime zwischen Diktatur
und Demokratie sowie Länder mit hohen politischen und ökonomischen Risiken.
Das zeigt eine [1][Auswertung der Organisation Urgewald], der Daten der
„[2][Global Oil & Gas Exit List“] zugrunde liegen.
TotalEnergies expandiert ohnehin stärker als jeder andere Konzern – aktuell
in insgesamt 46 Länder. Und über die Hälfte der neuen Gas- und Ölfelder,
die er in der nächsten Zeit erschließen und ausbeuten will, liegen in
Staaten, die durch autoritäre Regime, durch Wahlbetrug, Korruption oder
schwache Rechtsstaatlichkeit geprägt sind.
Menschenrechtlich besonders umstrittene Projekte unterhält TotalEnergies in
Uganda, Irak – oder Mosambik. Das LNG-Pipeline-Vorhaben in Mosambik zeigt
dabei exemplarisch, was die Erschließung in solchen Ländern bedeuten kann.
In Zusammenhang damit laufen derzeit in Frankreich zwei Strafanzeigen: eine
wegen fahrlässiger Tötung und Hilfeleistung. Und eine wegen Beihilfe [3][zu
Kriegsverbrechen, Folter und Verschleppung von Dorfbewohnern durch
mosambikanische Soldaten], die 2021 zum Schutz der Gasförderanlage
eingesetzt wurde, als sich der Konzern nach Terrorangriffen zurückgezogen
hatte. TotalEnergies hat die Vorwürfe, dafür mitverantwortlich zu sein,
immer zurückgewiesen – [4][und die Förderung inzwischen wieder
aufgenommen].
Das Geschäftsmodell des Konzerns wird auch von deutschen Banken und
Investoren gestützt, darunter DWS, Union Investment, Deka Investment,
Allianz Global Investors und die Deutsche Bank. Hier sieht Urgewald einen
Ansatzpunkt, Einfluss zu nehmen. Die Finanzpartner müssten ihre
Verantwortung für Menschenrechte, aber auch die Klimafolgen dieser fossilen
Expansion erkennen und „weitere Gelder für diese brandgefährlichen
Geschäfte verweigern“, sagt Energie-Campaignerin Sonja Meister. (bw)
20 May 2026
## LINKS
DIR [1] https://www.urgewald.org/sites/default/files/media-files/Briefing_TotalEnergies0426_WEB.pdf
DIR [2] https://gogel.org/
DIR [3] /Afrikas-neuer-Krieg-gegen-den-Terror/!5785609
DIR [4] /5-Jahre-nach-dem-Massaker/!6150799
## AUTOREN
DIR Beate Willms
## TAGS
DIR Schwerpunkt Klimawandel
DIR fossile Energien
DIR Menschenrechte
DIR Schwerpunkt Klimawandel
DIR Schwerpunkt Klimawandel
DIR Energiekrise
DIR Weltklimakonferenz
DIR Schwerpunkt USA unter Trump
## ARTIKEL ZUM THEMA
DIR Finanzierung von Öl und Gas: Fossile Investitionen bis ins nächste Jahrhundert
Vermögensverwalter und Staatsfonds investieren weltweit 6,5 Billionen
Dollar in Kohle, Gas und Öl. In Europa führt Norwegens Staatsfonds das
Ranking an.
DIR Geld für Öl, Gas und Kohle: Finanzindustrie setzt wieder auf Fossile
Banken weltweit investieren mehr in Öl, Gas und Kohle. In Europa ziehen
sich viele Geldhäuser aus den Fossilen zurück. Ausnahme: die Deutsche Bank.
DIR Ausbau Windenergie: Windräder zurückdrehen
Total Energies und BP haben offenbar das Interesse an der Nutzung
ersteigerter Seegebiete verloren. Diese waren für Offshore-Windflächen
vorgesehen.
DIR Ausstiegskonferenz in Kolumbien: Jenseits der UN-Klimadiplomatie
Die erste Konferenz zum Ausstieg aus Öl, Kohle und Gas ist zu Ende
gegangen. Eine neue Arbeitsgruppe soll Pläne entwickeln, um von fossilen
Brennstoffen wegzukommen.
DIR Trumps Feldzug gegen erneuerbare Energie: US-Regierung bezahlt Unternehmen fürs Canceln von Windparks
Zwei weitere Unternehmen sollen Geld in die fossile US-Wirtschaft stecken,
mit dem sie ursprünglich Offshore-Anlagen aufbauen wollten.